Raus durch Eigentor «Die Schweizer Nati hat komplett versagt»

Heute sollte der Traum vom Viertelfinal für die Schweizer Nati in Erfüllung gehen. Leider stand der Mannschaft ein Fuss im Weg: Der von WM-Neuling Manuel Akanji. 
Manuel Akanji WM Russland Schweiz Schweden
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Er war der Mann vom Match. Leider im Negativen: Manuel Akanji lenkte einen Torschuss von Forsberg ins Tor der Schweizer ab: 1:0 für Schweden.

Zäh wie Fondue auf einem Ikea-Tisch war das Achtelfinal Schweiz-Schweden. Während der ersten Halbzeit spielten sich die Mannschaften schier endlos warm. Eine grundsätzlich überlegene Schweizer Nati liess sich von den Schweden zu oft einkesseln. Nach 45 Minuten gingen beide Mannschaften unverrichteter Dinge wieder vom Feld. 

Dann kam Manuel Akanji. Der 22-jährige WM-Neuling verteidigte vor Sommers Tor, als gäbe es kein Morgen. Leider etwas zu motiviert. Denn als er Emil Forsbergs Angriff auf das Schweizer Goal abwehren wollte, war sein Fuss im Weg und lenkte den Ball ab. Schweden ging 1:0 in Führung. 

Breel Embolo wollte für seine Tochter treffen

Der Youngster war sichtlich schockiert und auch ein ermutigender Schubser von Yann Sommer, 29, wollte nicht helfen. Ab der Schweden-Führung ging es zumeist bergab mit der Schweizer Spielfreude. Zwischendurch wagten Vladimir Petkovics, 54, Männer noch den ein oder anderen guten Angriff.

Breel Embolo Schweizer Nati WM
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Er kämpfte für seine Tochter Naliya: Breel Embolo. 

Besonders der für Steven Zuber, 26, eingewechselte Breel Emobolo, 21, wollte unbedingt ein Tor für seine neugeborene Tochter Naliya schiessen und spielte agressiv nach vorne. Doch nicht einmal das half. SRF-Kommentator Sascha Ruefer, 46, fasste es hart, aber fair zusammen: «Die Schweiz hat in diesem Achtelfinal komplett versagt. Die Schweizer Nati hat den Viertelfinal nicht verdient.»

Foul kurz vor Schluss

Kurz vor Schluss dann noch eine unnötige Aktion von Michael Lang, 27. Bei einem Angriff von Martin Olsson, 30, bremste der Ex-FCB-Spieler den Schweden aus und foulte ihn kurz vor dem Strafraum der Schweizer. Lang flog postwendend vom Platz, ein Elfmeter drohte, ein Freistoss kam, die Schweden verschossen und das Spiel war vorbei. 95 Minuten Superleague-Fussball an der Weltmeisterschaft hatten ein Ende.

Valon Behrami Lara Gut Schweizer Nati Paar
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Lara Gut tröstete ihren Liebsten Valon Behrami nach dem tragischen Ausscheiden der Schweizer Nati gegen die schwedische Nationalmannschaft. 

Im Anschluss sagte Mittelfelder Steven Zuber, 26, mit zittriger Stimme: «Wir sind natürlich enttäuscht. Es war ein sehr, sehr unglückliches Goal. Das Fragezeichen ist sehr gross.» Gegen eine kompakte Mannschaft wie die Schweden habe man kaum eine Chance gehabt. 

«Ich nehme die Schuld auf mich»

Johan Djourou, 31, schob das Versagen der Nati auf die kompakten Schweden, aber suchte auch die Schuld bei der Mannschaft. «Uns fehlte das letzte Plus, das bisschen Mut um durchzuziehen. Wir waren die bessere Mannschaft, darum ist es jetzt schwer zu sagen, warum wir gescheitert sind.»

Auch Trainer Vladimir Petkovic hat keine Antwort auf die vielen offenen Fragen von Rainer Maria Salzgeber, 48, im SRF-Studio: «Uns fehlte der letzte Tick, das letzte bisschen Emotion. Uns hat die Leidenschaft gefehlt. Das ist schwierig zu erklären. Vielleicht hatten wir ein bisschen Angst. Es gab während dem Spiel so viele Hochs und Tiefs. Ich bin aber der Überzeugung, dass wir nicht versagt haben und ich nehme die Schuld für die fehlenden Emotionen auf mich.» 

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