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Erste zögerliche Entwarnung nach Horrorsturz

Marc Gisin wurde gestern noch in die Schweiz geflogen

Nach dem fürchterlichen Sturz in der Abfahrt von Gröden, bei dem man vom Schlimmsten ausgehen musste, kann Swiss-Ski erste zögerliche Entwarnung geben. Marc Gisin ist so stabil, dass er gestern Abend noch in die Schweiz geflogen werden konnte.

Marc Gisin in Engelberg

Marc Gisin vor der Sportmittelschule im Kloster Engelberg, wo er zur Schule ging.

Remo Naegeli

Mit Startnummer 18 stürzt sich Marc Gisin, 30, gestern um kurz nach 12 Uhr ins Abfahrtsrennen in Gröden. Nach einer guten Minute kommt er wegen eines Verschneiders unmittelbar vor den berühmten und berüchtigten Kamelbuckeln zu Fall. Er wird beim Sprung durch die Luft geschleudert und schlägt heftig mit dem Kopf auf der pickelharten Piste auf. Erst nach rund 50 Metern bleibt er bewusstlos liegen. Den Sturz sehen Sie hier.

Die Erstversorgung erfolgt direkt nach dem Sturz noch auf der Saslong, wie die Strecke in Gröden heisst. Im Anschluss wird Gisin ins Spital nach Bozen geflogen.

Stabil genug für den Rücktransport

Nun endlich gibt es ein erstes Update. Fürs Erste gilt: aufatmen. Nach dem Horrorsturz und der rund halbstündigen Unterbrechung des Rennens musste vom Schlimmsten ausgegangen werden. Wie Swiss-Ski nun auf der eigenen Webseite bekanntgegeben hat, ist Gisins Zustand so stabil, dass er noch gestern Abend für weitere Untersuchungen mit der Rega in die Schweiz zurückgeflogen werden konnte. Die genaue Diagnose seiner Verletzungen wird vom Verband heute Sonntagnachmittag erwartet.

Erst am Freitag vom Stürzen geschrieben

Besonders tragisch: Vorgestern Freitag erschien in Gisins Kolumne für die «NZZ» ein Beitrag zum Thema Stürzen. Darin beschreibt Gisin das Gefühl, das ihn bei seinem schweren Sturz beim Super-G in Kitzbühel 2015 erfasste. «Alles passiert in Bruchteilen einer Sekunde - und doch brennt sich der Moment, in dem ich realisiere, dass ich stürzen werde, für immer in mein Gedächtnis», berichtet Gisin.

Alles passiert in Bruchteilen einer Sekunde

«Jede Faser in mir stellte sich sofort und automatisch auf den Aufprall ein. Danach wurde es dunkel, und meine nächste Erinnerung sollte das Spitalbett in der Uniklinik Innsbruck sein. Es war mein bisher folgenschwerster und letzter Sturz.» Leider sollte sich das heute ändern.

Von Ramona Hirt am 15.12.2018