Dafür beten Schweizer Prominente an Ostern 8/13 Marco Rima: «Beten verbindet mich mit meinem verstorbenen Vater»

Wie feiern sie Ostern? Wofür beten sie? Zwölf Prominente verraten bei der grossen Serie der «Schweizer Illustrierten» exklusiv, wie sie an Gott glauben. Komiker Marco Rima, 57, betet täglich, am liebsten abends unter der Bettdecke. 
Schauspieler Marco Rima Porträt
© Fabienne Bühler

Marco Rima verrät, wie er betet: «Ich danke Gott, den ich mir ganz naiv als älteren Herren vorstelle.»

«Beten tut mir einfach gut, es ist für mich ein ganz wichtiges Ritual, auch um mit meinem verstorbenen Vater in Kontakt zu bleiben», sagt der Komiker Marco Rima, 57. «Ich danke Gott, den ich mir ganz naiv als älteren Herren vorstelle, für mein Leben und bitte ihn um Schutz für meine Familie.» Sein Gebetsklassiker: «Müd bin ich, geh zur Ruh, sind meine Äuglein zu, Vater lass die Engelein ein über mein Bette sein. Amen.» Bevor Rima eine Showgrösse wurde, ging auf ein katholisches Lehrerseminar und hat immer noch viel Interesse an Theologie. Dennoch trat er aus der Kirche aus: «Solange Frauen da nicht gleichberechtigt sind, habe ich in dieser Institution nichts verloren.»

Wofür beten Sie?
Beten ist für mich ein Gespräch mit dem Herr Gott. Ich stelle mir da ganz naiv einen netten älteren Herren vor, mit dem ich meine Sorgen und Gedanken teilen kann. Bei ihm bedanke ich mich für mein schönes privilegiertes Leben und meine Gesundheit. Ich bitte ihn stets um eins: dass er die Hände schützend über meine Familie hält und auch sonst über alle Menschen. Beten tut mir einfach gut, es ist für mich ein ganz wichtiges Ritual. Und wenn ich es mal vergessen habe, hole ich das nach. Egal ob ich im Flugzeug bin oder sonst wo. 

Wo und wann beten Sie?
Ich bete täglich abends vor dem Einschlafen im Bett. Ich lasse mir den Tag durch den Kopf gehen. Das Gebet schafft mir auch die Verbindung zu meinem verstorbenen Vater und meinen Lieben, die das Irdische verlassen haben. Beten ist für mich sehr intim, ich kann das nicht, wenn ein anderer im Raum ist. Ein ganz stiller Moment. Manchmal bete ich auch vor grossen Aufgaben, hinter der Bühne oder vor einem Flug. Dann bitte ich diese höhere Macht um Schutz. Es kann ja nicht schaden, sich mit dem Herrn da oben gut zu stellen.

Beten Sie auch in der Familie?
Meine Kinder haben das unbewusst übernommen. Sie gehen auch gerne in Kirchen. Sie können für sich ganz still beten, das find ich toll. Mein Kindergebet spreche ich immer noch: Müd bin ich, geh zur Ruh, sind meine Äuglein zu, Vater lass die Engelein ein über mein Bette sein. Amen. Ich wuchs römisch-katholisch auf, ging auch später in ein katholisches Lehrerseminar. Ich mag theologische Fragen. Aber mit der Institution Kirche legte ich mich immer an, trat aus. Das patriarchalische System lehne ich ab. Solange Frauen da nicht gleichberechtigt sind, habe ich in dieser Kirche nichts verloren.

Alle Artikel zur Osterserie der «Schweizer Illustrierten» finden Sie in unserem Dossier.

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