Der Weltklasse-Fechter zeigt sein Söhnchen Klein Mael ist Max Heinzers schönster Gewinn

Weltklassefechter, Hobbyfischer und nun Vater: Der Degen-Weltcup-Rekordhalter Max Heinzer und seine Freundin Janique sind seit drei Monaten Eltern – und nehmen das neue Familienleben sportlich.
Max Heinzer mit Freundin und Baby Mael SI Shooting März 2018
© Geri Born

Mini-Max: Heinzer mit seinem drei Monate alten Sohn Mael. Dieser hat erst kürzlich zu lächeln begonnen.

Max Heinzer, 30, bereitet den Fisch fürs Abendessen vor, drei Felchen, letzte Woche im Zugersee gefangen. Für einen Namen hats ihnen nicht gereicht, im Gegensatz zu den Zierfischen im Aquarium nebenan, wo Isolde, Hanspeter und Frieda schwimmen. Heinzer ist Profifechter und Hobbyfischer. Sein grösster Fang: eine Seeforelle, 85 Zentimeter lang, 6,5 Kilo schwer. Sein bester Fang aber: seine junge Familie, Freundin Janique und Söhnchen Mael.

Heinzer ist ein wenig müde an diesem Montag. Erst am späten Vorabend hat er in Budapest seinen zehnten Weltcupsieg gefeiert, etwas, das vor ihm kein anderer Degenfechter geschafft hat. Der Erfolg gesellt sich zu seinen 15 WM- und EM-Medaillen, die der 30-Jährige mit dem Team oder im Einzel gesammelt hat.

«Die beiden zurückzulassen war wirklich hart»

Seit er Vater ist, beschränkt Heinzer die Zeit an den Turnieren aufs Nötigste – deshalb gibts zwischen der Feier und dem Heimflug bloss eine kurze Nacht. «Die beiden beim Weltcup in Vancouver eine Woche lang zurückzulassen war wirklich hart», sagt der Innerschweizer, während er Mael in der Wohnung in Küssnacht am Rigi SZ auf seine Brust legt.

© Geri Born

Glück zu dritt: Seit vergangenem Oktober leben Janique und Max in der gemeinsamen Wohnung in Küssnacht SZ.

Ins Elternsein hat sich das Paar schnell eingelebt. «Mael ist ein Anfängerbaby, pflegeleicht und zufrieden», sagt Janique, 24. Perfekt auch das Geburtstiming: Am 24. Dezember dürfen Mutter und Baby das Spital verlassen und Heiligabend im Kreis der Familie verbringen. Umso schöner, da Janique und Max ausgesprochene Familienmenschen sind. Die Eltern wohnen ganz in der Nähe, es wird oft zusammengesessen und gemeinsam gekocht.

Max und Janique sind beide in Küssnacht am Rigi SZ beziehungsweise im benachbarten Immensee aufgewachsen und kennen sich schon lange flüchtig. Richtig kennengelernt haben sie sich am Seenachtsfest vor drei Jahren, aber auch das ist noch nicht der wirkliche Beziehungs-Startschuss. Heinzer hat seinen Fokus so sehr auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio gerichtet, dass er im Vorfeld nicht bereit für etwas Ernsthaftes ist. Janique ist zwar in Rio dabei und schaut zu, wie Max im Viertelfinal am späteren Olympiasieger scheitert, doch Heinzer ist «erst nach den Olympischen Spielen etwas offener» für eine gemeinsame Zukunft.

Max Heinzer mit Freundin und Baby Mael SI Shooting März 2018
© Geri Born

Verliebt: Bis es zur ernsthaften Beziehung zwischen Janique und Max kam, brauchte es ein wenig Geduld und Zeit.

Hochzeitspläne hat das Paar noch nicht

Nun sind sie seit drei Monaten zu dritt, der nächste Schritt kann noch warten. Heiraten ist zwar ein Thema, aber die beiden haben keinen Stress. Vielmehr geniessen sie die Zeit, die sie neben Heinzers Fecht-Karriere miteinander haben. Auch bei Janique spielt Sport eine grosse Rolle, allem voran Fussball und Reiten. Und dann ist da noch die gemeinsame Leidenschaft fürs Wasser. So möchte er es ihr gleichtun und tauchen lernen, sie geht mit ihm zum Fischen. «Er hat einen kleinen Grill auf dem Boot, so gehts auch im Winter», sagt sie mit einem Augenzwinkern. Auch ihre Eltern besitzen ein Boot, Janique ist begeisterte Wakeboarderin. «Da ist sie klar besser als ich, macht Sprünge und solche verrückten Sachen», gibt Heinzer unumwunden zu.

© Geri Born

Fischfan: «Janique kocht besser als ich - ausser Fisch», sagt Heinzer, der diese Felchen selbst gefangen hat.

«Sie hat ein riesengrosses Herz»

Heinzer ist auf der Fechtbahn laut, wild und offensiv unterwegs, im Privatleben ist er der ruhigere der beiden. «Sie hat ein riesengrosses Herz», schwärmt er von ihr. Dass er aus einem Einzelsport und sie aus einem sozialen Beruf kommt, spüre man. «Sie unterstützt mich in allem, ich kann auch viel von ihr lernen.»

Als Spitzensportler müsse man oft Entscheidungen zu den eigenen Gunsten treffen. So schläft die ehemalige Weltnummer 1 und aktuelle Nummer 5 im Degenfechten in der Woche vor einem Turnier zur optimalen Vorbereitung allein im Zimmer. Da kommt es gelegen, dass Janique ihre Ausbildung zur Psychomotorik-Therapeutin nach der Geburt für ein halbes Jahr unterbrochen hat. Ab August wird sie das fehlende Halbjahr dann nachholen und die Hochschule abschliessen. 

Das Karriereende von Max Heinzer soll noch lange nicht bevorstehen. Bis zu den Olympischen Spielen in Tokio 2020 macht er sicher weiter, zu stark auf diesen einen Wettkampftag möchte er sich allerdings nicht konzentrieren. Ein Einzeltitel an EM oder WM wäre ebenfalls noch ein Traum, doch die Spitze im Fechten ist breit. 

Ob Mael mal das Sporttalent der Eltern erbt? Zumindest beim Hobby Fischen ist der Nachwuchs schon voll dabei: Auf dem Sofa zu Hause liegt ein grosser Plüschfisch für den Kleinen.

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