Marc Sway «Meine Kinder denken: Papi schafft im Zirkus»

Seine neue CD steht im Zeichen des «Soul Circus». Der Zürcher Sänger Marc Sway, 33, erzählt SI online, was es mit dem Albumtitel auf sich hat, zieht Parallelen zwischen dem Leben eines Artisten und dem seinen und sagt, warum er sich auf seine Mit-Juroren bei der nächstjährigen Castingshow «The Voice» freut.
Die neue CD von Marc Sway heisst «Soul Circus». Auf dem Albumcover trägt der Musiker einen Anzug aus dem Fundus von Zirkus Knie. Von dort kommen übrigens auch die Statisten, äh, Artisten her.
© Jonathan Heyer Die neue CD von Marc Sway heisst «Soul Circus». Auf dem Albumcover trägt der Musiker einen Anzug aus dem Fundus von Zirkus Knie. Von dort kommen übrigens auch die Statisten, äh, Artisten her.

SI online: Marc Sway, Ihr neues Album heisst «Soul Circus». Wie sind Sie beim Thema Zirkus gelandet?
Marc Sway: Mich beeindrucken am Zirkus die Fantasie und die Gegensätze. Es ist eine Welt voller Reichtum an Fantasie, der Zuschauer wird verzaubert. Dazu bietet die Manege Gegensätze wie ein trauriger Clown oder die Spannung während der Hochseilnummern. Es sind so viele verschiedene Emotionen. Und im Zirkus kommen auf kleinstem Platz viele Menschen zusammen. Ein Mikrokosmos der Welt.

Dann handelt Ihre CD von Clowns und Artisten?
Nein, Zirkus ist nicht nur die Zeit in der Manege, es passiert auch viel vor und nach der Vorstellung. Es sind Geschichten aus dem Leben. Die Zirkuswelt ist kleiner, aber die Probleme sind die gleichen. Liebe, Freude, Sehnsucht, Leidenschaft, Trauer. Zum Beispiel «Hey Joe» handelt von einem Clown, der immer den Clown macht, aber sich zu finden versucht. Doch dabei nimmt ihn niemand ganz ernst.

Am 7. Juli erscheint «Non, Non, Non» als erste Single. Hört sich französisch an.
(lacht) Ja, weil es eine Liebesgeschichte ist, die in Paris stattfindet. Aber «Non, non, non» ist eigentlich fast alles, was ich auf Französisch singe. Ich hatte das «On y va» in der Schule und habe vieles wieder vergessen!

Ist die Liebesgeschichte in Paris autobiographisch?
Bei den Musikern hat vieles mit dem eigenen Leben zu tun. Ich war als 16-Jähriger ein
Strassenmusiker und tingelte mit zwei Freunden, Kontrabass und zwei Gitarren durch Paris. Wir haben drei Wochen auf allen Plätzen gespielt bis die Polizei kam. Den Song widme ich dieser Zeit. Ein Strassenmusiker verliebt sich in eine Pariserin und sucht das Glück.

Ist das Musiker-Leben eigentlich dem Zirkus ähnlich?
Total, weil man ganz nah an der Muse leben muss. Wir arbeiten hart und leidenschaftlich,  reisen viel. An meinen Konzerten treffen sich auch verschiedenste Menschen. Vom Bankdirektor bis zu jeder Berufsgattung. Es gibt mehrere Parallelen, wie ich durch die Gespräche mit Artisten gemerkt habe.

Die Bilder zum Album sind ziemlich spektakulär. Wie war das Shooting?
Es war lustig. Gregory Knie hat mir sehr geholfen und sein Archiv aufgetan. Er meinte: «Wir unterstützen dich, wenn du in unsere Welt eintauchst.» So sind die Menschen auf den Bildern keine Models, sondern richtige Artisten. Mir war es wichtig, authentische Leute mit ihren Originalkostümen beim Shooting dabei zu haben. Meine Kinder denken gerade, «de Papi schafft jetzt im Zirkus», weil bei uns überall Kleider und Kostüme liegen.

Papi ist nicht Sänger?
Ich nehme sie oft an meine Konzerte mit. Mir ist es wichtig, dass sie mitkommen und wissen, was der Papi macht. Naomi darf jeweils beim Soundcheck dabei sein und fasst dann alle Instrumente an. Das finde ich cool. «En famille» arbeite ich eh am liebsten.

Und in den Zirkus dürfen Sie auch mit?
Naomi Ayleen jetzt dreieinhalb Jahre alt, Nahla Sophia noch ein Baby. Die Kinder brauchen ein gewisses Alter, sonst haben sie noch Angst. Aber sie veranstalten ihren eigenen Zirkus. Kinder haben die grösste Fantasiequelle überhaupt. Die können und machen alles. Eine Familie ist eigentlich der grösste Zirkus, den es gibt. Und auch der schönste.

Was wären Sie eigentlich für ein Artist?
Ich glaube, ich wäre definitiv Clown geworden! Sie transportieren unglaublich viele Emotionen.

Im nächsten Jahr geht der Zirkus für Sie à la Jurymitglied in der Castingshow «The Voice» weiter.
Ich habe mich intuitiv zu diesem Engagement entschieden. Mich packte das deutsche Format. Tja, und dann habe ich das Telefon und die Anfrage erhalten. An meinen Mit-Juroren habe ich auch Freude. Das gibt eine tolle Runde. Aus jeder Musik-Abteilung ist jemand dabei. Stefanie Heinzmann ist eine herzhafte Person, Stress hat eine abartig gute Energie und Philipp Fankhauser mit seinen 25 Jahren Bühnenerfahrung ein alter Hase und ein super Entertainer.

Und als freischaffender Musiker und Familienvater haben Sie mit dem Engagement ein paar Wochen ihr Einkommen gesichert...
Stimmt. Selbständig erwerbend zu sein, braucht viele Nerven. Das ist der grösste Hochseilakt überhaupt - und ohne gesicherten Boden! Doch ich lernte dem Leben zu vertrauen. Ich möchte nichts anderes tun.

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