Ex-Vize-Miss Michèle Stofer in New York New York City Marathon

Vergangenen Sonntag fand zum 47. Mal der weltweit grösste Marathon statt – der New York City Marathon. Ich schaute das Rennen von der Schweizer Fanzone aus, die vom Schweizer Konsulat in New York organisiert wurde.
Michele Stofer New York City Marathon
© zVg

Am New York City Marathon gab es sogar eine Schweizer Fanzone.

Bereits am Freitag vor dem Marathon kamen mir bei einer Joggingrunde im Central Park unzählige Läufer aus verschiedenen Ländern entgegen, die eine letzte lockere Trainingseinheit vor dem grossen Tag absolvierten. Viele waren in grossen Gruppen unterwegs, die zusammen nach New York gereist sind.

Am Sonntag war es dann soweit und bereits zum 47. Mal fand der New York City Marathon statt. Mit mehr als 50'000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist er der grösste und gleichzeitig auch populärste Marathon der Welt.

Eine eigene «Fanzone» für die Schweizer Teilnehmenden

Da ich selber während mehr als 13 Jahren aktiv Leichtathletik betrieben und an unzähligen Strassenläufen teilgenommen habe, interessiere ich mich seit jeher für solche Grossanlässe. Dass ich also den New York City Marathon schauen gehe, war für mich eine Selbstverständlichkeit. Umso mehr, da ich vor neun Jahren am Jungfrau-Marathon teilgenommen habe und mir danach gesagt habe, irgendeinmal werde ich auch am New York City Marathon teilnehmen. Nun habe ich die Atmosphäre des Marathons als Zuschauerin erlebt, als Teilnehmerin werde ich dies hoffentlich auch einmal.

Michele Stofer New York City Marathon
© zVg

Der New York City Marathon lockt jeweils Teilnehmende aus der ganzen Welt an.

Bei Meile 16 hat das Schweizer Konsulat in New York eine Schweizer «Fanzone» organisiert, um die mehr als 800 Teilnehmenden aus der Schweiz anzufeuern. Für Schweizer Fanartikel wie Mützen und T-Shirts sowie Donuts zur Stärkung war ebenfalls gesorgt. Bereits von weitem waren die Schweizer Fahnen gut sichtbar und so rannten viele der Schweizer Läuferinnen und Läufer bei uns vorbei und gaben High-Fives.

Ein Platz in der vordersten Reihe

Obwohl es das Wetter nicht gut meinte und es die ganze Zeit über nieselte, war die Fanzone und die Marathonstrecke allgemein sehr gut besucht. Zusammen mit einem Freund ergatterte ich einen Platz in der vordertesten Reihe.

Michele Stofer New York City Marathon
© zVg

Gut ausgerüstet in die Fanzone.

Eine Amerikanerin fragte uns, ob sie mit ihren beiden Freundinnen kurz an unsere Plätze durfte – ihr Freund sei dieses Jahr gestorben und nun renne ein gemeinsamer Freund als Erinnerung an ihn. Natürlich durften sie unsere Plätze haben. Kurz darauf kam der gemeinsame Freund angerannt und die beiden umarmten sich weinend. Bei diesem Anblick wurde es mir selber etwas schwer ums Herz.

Tränen der Traurigkeit und Tränen des Stolzes

Ebenfalls in der Fanzone war eine in New York lebende Frau aus Biel mit ihrem Sohn, die ihren Ehemann beziehungsweise Vater anfeuern wollten. Dank der Marathon-App konnten sie tracken, wann er ungefähr bei uns sein sollte. Als er nur noch einige hunderte Meter entfernt war, schrie der Sohn nach seinem Vater und jubelte ihm überglücklich zu, als er endlich bei ihnen angekommen war. Der Junge war dermassen stolz auf seinen Vater, dass er weinen musste.

Michele Stofer New York City Marathon
© zVg

Das Wetter meinte es nicht wirklich gut mit den Sportlern und Fans.

Ich konnte an diesem Sonntag erneut erleben, welche Gefühle ein Marathon auslösen kann. Tränen der Traurigkeit, wenn man jemand Geliebtes verloren hat und gleichzeitig Tränen der Freude und Dankbarkeit, dass ein Freund in seinem Namen die 42,195 km absolviert. Und Tränen des Stolzes, wenn man seinen Vater – sein Vorbild – am grössten Marathon der Welt anfeuern kann.

Ich hoffe, dass ich an diesem einzigartigen Marathon eines Tages ebenfalls teilnehmen kann.

Auch interessant