Ex-Vize-Miss Michèle Stofer in New York Ein Jahr Donald Trump

1’169 Tage. So viele Tage sind es bis zum 20. Januar 2021 und somit dem letzten Tag von Donald Trumps Amtszeit. Viele Menschen schauen diesem Tag sehnlichst entgegen – darunter etliche New Yorker, ist New York doch die Hochburg der Demokraten.
Michèle Stofer
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Michèle Stofer vor dem Capitol in Washington D.C. Es ist der Sitz des amerikanischen Kongresses.

Der 9. November 2016 muss in New York ein spezieller Tag gewesen sein. Unzählige Menschen in New York hatten gehofft, dass Hillary Clinton, 70, das Rennen um die US-Präsidentschaft gegen Donald Trump, 71, machen wird, dass sie den politisch unerfahrenen Immobilienmogul auf den zweiten Platz verweisen wird. Doch es kam anders und so gingen die New Yorker am Tag nach der Wahl von Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten in Schockstarre durch die Stadt.

Denn New York gilt als Hochburg der Demokraten, sechsmal mehr Wähler sind bei den Demokraten registriert als bei den Republikanern. Ein New Yorker erzählte mir, dass er am Tag nach der Wahl Menschen auf den Strassen weinen gesehen habe – Menschen, die das Gesicht in die Hände gestützt hatten und zu begreifen versuchten, wie dies passieren konnte und wie sie dies verarbeiten sollen oder überhaupt können.

Hillary ist in den USA umstrittener als in der Schweiz

So ist es wohl kein Zufall, steht die im letzten Artikel angesprochene digitale Uhr, welche die verbleibenden Tage bis zum Ende von Trumps Amtszeit anzeigt, in Queens, gegenüber des Hauptsitzes der UNO. Die Uhr des Künstlers Brandon Stosuy soll daran erinnern, dass viele Menschen das Ende der Amtszeit kaum erwarten können, diese aber gleichzeitig versuchen sollen, bis zum Ende durchzuhalten. Würde die Amtszeit vor dem 20. Januar 2021 beendet werden, ist die Uhr so programmiert, dass sie sofort auf Null springen würde.

Uhr Michèle Stofer
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Die Uhr des Künstlers Brandon Stosuy zeigt die verbleibenden Amtstage von Donald Trump an.

In der Schweiz kam Trumps Sieg wohl für die meisten völlig überraschend. Man wusste bei uns zwar, dass Clinton umstritten ist, trotzdem rechnete man mit einem Sieg ihrerseits. Auch in New York und Washington kam der Sieg unerwartet, jedoch waren die Menschen hier von Beginn weg skeptischer, ob Hillary Clinton gewinnen wird bzw. kann. Denn in den USA wird Hillary Clinton viel kontroverser diskutiert als bei uns. So erfreut sie sich hier offenbar nicht allzu grosser Beliebtheit – sie sei u.a. nicht nahbar und der Clinton-Stiftung stünden die Menschen kritisch gegenüber.

Donald Trumps Wahl stellt die USA in ein schlechtes Licht

Um die Zeit bis zum Ende der Amtszeit von Trump wohl etwas erträglicher zu machen, kursieren seit der Wahlnacht 2016 immer wieder promintente Namen, die auf Trump folgen könnten. Direkt nach der Wahl war auf Twitter der Hashtag #Michelle2020 populär, nun gibt es Tassen mit Oprah Winfrey, 63, und 2020.

Oprah Winfrey Tasse
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Ob Oprah Winfrey Chancen auf das Präsidentenamt hätte?

Clinton wäre zwar nicht die «perfekte» Wahl gewesen, jedoch sicherlich das kleinere «Übel». Dass mit Donald Trump eine Person die Wahl gewinnen konnte, die politisch völlig unerfahren und unberechenbar ist, stelle die USA nicht nur in ein schlechtes Licht, meint ein New Yorker, sondern er kann während seiner vierjährigen Amtszeit dem Land auch extremen Schaden zufügen.

Hoffte man zu Beginn noch, dass sich Trump nach seiner Wahl zum Präsidenten mässigen würde, ist diese Hoffnung mittlerweile gestorben. Somit bleibt den New Yorkern nichts anderes übrig, als die restlichen 1'169 Tage abzuwarten und zu hoffen, dass in dieser Zeit nichts Schlimmes passiert und Trump Ende 2020 – falls er zu einer zweiten Amtszeit antritt – nicht wiedergewählt wird.

Weisses Haus USA
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Wie lange wird Donald Trump noch im Weissen Haus wohnen?

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