Vize-Miss-Schweiz Michèle Stofer Ihr Ex-Freund hat sie verprügelt

Blaue Flecken, eine gequetschte Rippe und eine blutige Nase: Immer wieder hat ihr Ex-Freund sie attackiert. Jetzt spricht Michèle Stofer zum ersten Mal über ihre Horrorbeziehung. Mit ihrem Geständnis will die amtierende Vize-Miss-Schweiz anderen Frauen Mut machen.
MyDay 23-02-15 Vize-Miss-Schweiz 2014 Michèle Stofer
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Michèle Stofer will Frauen helfen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden.

Sechs Monate waren sie glücklich miteinander, dann zeigte er ihr sein wahres Gesicht. Immer wieder ging er auf sie los, verprügelte sie. Was wie der Anfang eines Thrillers klingt, hat Michèle Stofer am eigenen Leib erfahren. Die Vize-Miss-Schweiz wurde Opfer häuslicher Gewalt.

2009 lernte die 24-Jährige ihren heutigen Ex-Freund kennen, zwei Jahre später wurden sie ein Paar. Doch das grosse Glück hielt nicht lange - knapp ein halbes Jahr später wurde er zum ersten Mal gewalttätig. Nach dem Ausgang boxte und trat er sie in Arme und Beine. «Es kam wie aus dem Nichts. Ich war total schockiert, dennoch habe ich ihm die Tätlichkeit verziehen», so Stofer gegenüber dem «SonntagsBlick».

Nach einem gemeinsamen Jahr seien die Ausbrüche immer schlimmer geworden. «Damals hat er einen Schlüsselbund nach mir geworfen und mich in den Bauch getreten.» Die Folge: eine gequetschte Rippe. Es gab weitere Attacken, blaue Flecken und eine blutige Nase. Trotzdem schaffte es Michèle Stofer nicht, ihren Freund zu verlassen. Nicht einmal auf Anraten ihrer Mutter. «Ich wusste, dass Mami recht hat, aber ich war blind vor Liebe.»

Sie sei in einem Teufelskreis gefangen gewesen und könne sich bis heute nicht wirklich erklären, wieso sie zwei Jahre bei ihm blieb. «Er hat es immer wieder geschafft, dass ich die Schläge über Nacht vergessen konnte, dass ich mich an den schönen Dingen festhielt und die schlimmen ausblendete.» Ende November 2013 hat sies dann doch geschafft. Sie trennte sich endgültig von ihrem gewalttätigen Freund und zeigte ihn an.

Mit ihrer Geschichte will die Vize-Miss anderen Betroffenen Mut machen. «Ich möchte Frauen helfen. Ich weiss, wie schwierig es sein kann, aus so einer teuflischen Beziehung auszubrechen - und wie wichtig die richtigen Menschen in solchen Situationen sein können», erklärt sie.

Wie der «SonntagsBlick» weiter berichtet, habe die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern Michèle Stofers Ex inzwischen wegen «wiederholter Tätlichkeiten» zu einer Busse von 800 Franken verurteilt.

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