Ex-Vize-Miss Michèle Stofer in New York Und plötzlich stehen vier Schweizer auf der Bühne

Unverhofft kommt oft: Letzte Woche machte mich eine Schweizer Kollegin hier in New York auf ein Konzert aufmerksam. Nicht auf irgendeines, sondern auf ein Konzert von vier der besten Schweizer Musiker.
Michèle Stofer in New York
© ZVG

Bloggerin Michèle Stofer war total überrascht, vier Schweizer Künstler im legendären Apollo Theater zu sehen.

Das Apollo Theater ist in der Schweiz nicht sehr bekannt. In den USA aber ist das Theater fast jedem ein Begriff. Es liegt im Stadtteil Harlem und hat 2000 Sitzplätze und eine über hundertjährige Geschichte. Das Apollo war der Ausgangspunkt für die Karriere von Billie Holiday und anderen weltbekannten Musikern wie Louis Armstrong, Diana Ross, die Jackson 5, Marvin Gaye oder James Brown.

Nun hatten letzte Woche vier Schweizer Musiker die Ehre, im legendären Apollo Theater aufzutreten: Seven, 38, Stefanie Heinzmann, 28, Nicole Bernegger, 40, und Dodo, 39. Wie ich schmunzelnd feststellte, wurden die Schweizer Künstler auf der Website des Apollo Theaters mit «Europe’s hottest music acts» angekündigt.

Dass die Vier in der Schweiz Stars sind, ist keine Frage. Ich kann mir aber vorstellen, dass einige europäische Künstler mit «Europe’s hottest music acts» möglicherweise nicht ganz einverstanden wären... Zusammen mit einer Kollegin aus Neuseeland und Schweizer Freunden machte ich mich also auf den Weg nach Harlem, um einen Abend im weltbekannten Apollo Theater zu verbringen.

Niemand kennt die Lieder - aber das ist egal!

Vor dem Beginn des Events – wie auch zwischen den Acts – war ein «Showman» auf der Bühne, der für gute Stimmung sorgte und vor jedem Auftritt den Künstler kurz vorstellte. Er war unglaublich witzig und könnte problemlos als Stand-up-Comedian arbeiten.

Dass er diesen Job im Apollo Theater seit bereits 17 Jahren ausübt, merkte man ihm kein Stück an. Den Auftakt der Show machte Stefanie Heinzmann. Sie – wie auch die drei anderen Künstler – wurden während ihres Songs vom «Harlem Gospel Choir» begleitet.

Auch wenn das Publikum ihren Song zum ersten Mal hörte, klatschten die Zuschauer mit. Als nächstes war Nicole Bernegger an der Reihe. Ihre soulige Stimme kam beim Publikum super an und so jubelte dieses bereits nach einigen Tönen. Meine Sitznachbarin – sie geht beinahe wöchentlich ins Apollo Theater – war begeistert von ihr, stand auf und tanzte und klatschte.

Auch Mundart kommt an

Dodo war der Einzige, der einen schweizerdeutschen Song performte. Ich war zuerst etwas kritisch und dachte, dass ein Lied, dessen Inhalt die Zuschauer hier nicht verstehen, wohl nicht sonderlich gut ankommt. Doch ich täuschte mich! Die Leute im Theater standen auf und wippten im Takt von Dodos Musik mit.

Nach dem Song war der «Showman» ganz aus dem Häuschen und sang auf der Bühne fröhlich den Refrain «Hitti tu, Hitti tu» (ja, er meint damit «Hippie-Bus, Hippie-Bus»). Seven machte mit einer ganz besonderen Darbietung den Abschluss. Er setzte sich zum Chor, bat das Publikum, während seines Song die Augen zu schliessen und sang eine wunderschöne Ballade.

Nachdem alle vier Schweizer Musiker ihren Song performt haben, wurde auf der Bühne umgestellt und Instrumente hin und her geschoben, sodass das anschliessende Konzert von Seven beginnen konnte. Auch seine Lieder kannte die Mehrheit der Zuschauer im Apollo Theater nicht, doch die Stimmung war toll und bei einigen Teilen sang sogar das ganze Publikum mit.

Auch interessant