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«Die Ungewissheit saugte mir Energie aus dem Körper»

Michelle Gisin litt schwer nach dem Sturz ihres Bruders

Marc Gisin ist nach seinem schweren Sturz über dem Berg. Doch bis zu diesem Punkt nahm der Unfall seine Schwester Michelle schwer mit. Jetzt spricht sie über ihre Gefühle.

Michelle Gisin

Besorgte Schwester: Michelle Gisin bangte um ihren Bruder Marc.

Getty Images

Mehrere Rippenbrüche auf der rechten Seite, Verletzungen in der Lunge, eine leicht eingedrückte Hüftpfanne, Frakturen an der Wirbelsäule. Marc Gisin hatte mit diesen Verletzungen dennoch Glück. Der Schädelbereich blieb unversehrt.

Doch wer am 15. Dezember den schweren Sturz in Gröden mit ansah, vermutete das Schlimmste. So auch Marcs Schwester Michelle. Heute kann sie aufatmen, ihr Bruder erholt sich in der Reha. Doch die ersten Tage nach dem Unfall belasteten die Skirennfahrerin schwer.

Video: Marc Gisins Sturz in Gröden

Kurz nach Marc Gisins Sturz fuhr die 25-Jährige selbst in Gröden ein Rennen. Als sie auf der Piste stand, sei ihr das extrem eingefahren, sagt Gisin in einem Interview mit «Blick». Dementsprechend sei auch ihr Training ausgefallen. «Ich hatte Beine wie Stelzen, war total verkrampft. So was hatte ich noch nie erlebt.»

Marc Gisin

Marc Gisin erholt sich nach seinem schweren Sturz in der Reha.

Keystone

Dass sie in den Rennen hintere Plätze belegte, sei ihr zu diesem Zeitpunkt egal gewesen. «Die Ungewissheit, wie es Marc ging, saugte mir jegliche Energie aus dem Körper. Sogar meine Arme waren übersäuert, ich konnte im Zielraum kaum noch die Ski heben.» Die Freude am Skifahren sei total verschwunden gewesen. «Mir war da klar: Jetzt muss ich nach Hause und zu Marc!», sagt Gisin im Interview.

Ich konnte nichts tun, war hilflos

Michelle Gisin pflegt eine sehr enge Beziehung zu ihrer Familie. Für sie sei es «brutal», wenn jemand leidet, den sie liebt. «Ich konnte nichts tun, war hilflos – es tat mir natürlich weh.»

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Der Skirennfahrerin ging es so schlecht, dass sie gar eine Rennpause einlegte. Sie habe erst wieder positive Emotionen aufbauen wollen. «Das ist gar nicht so einfach, wenn der Bruder im Spitalbett liegt.» Die erste Woche habe sie gar nichts gemacht, sondern war nur zu Hause und bei Marc. Weihnachten habe sie zwar mit der Familie gefeiert. Aber die besorgte Schwester habe die Tage mehr «erlebt» denn «gefeiert».

Heute, da sich Bruder Marc in der Reha erholt, geht es auch Michelle Gisin wieder besser. «Jetzt bin ich wieder im Rennfieber. Ich finde die Freude am Skifahren langsam wieder», sagt die Sportlerin zu «Blick». Heute Dienstag fährt sie beim Nachtrennen in Flachau, Österreich, wieder mit.

Von Onur Ogul am 08.01.2019