Miss-Schweiz-Kandidatin trauert Lauriane Sallin will gewinnen - für ihre tote Schwester

Tragischer Schicksalsschlag für Lauriane Sallin: Im Frühling ist ihre ältere Schwester verstorben. Mit SI online spricht die Fribourgerin über die Krankheit ihres Familienmitglieds und wie sie den Tod verarbeiten will.

Freud und Leid liegen manchmal sehr nahe beieinander. Am Samstag, 9. Mai, durfte Lauriane Sallin beim finalen Miss-Schweiz-Casting teilnehmen. Nur einen Tag zuvor ist ihre ältere Schwester Gaëlle im Alter von 23 Jahren gestorben - seit ihrem 16. Lebensjahr litt sie an Ependymomen, Tumoren des zentralen Nervensystems. «Meine Schwester wäre so stolz auf mich. Als ich ihr gesagt habe, dass ich ans Miss-Schweiz-Casting gehe, hat sie sich sehr gefreut und mir gesagt, dass ich es schaffen werde», sagt die 21-Jährige im Gespräch mit SI online.

Die beiden führten eine sehr enge Beziehung. «Wir waren immer zusammen unterwegs und haben viel miteinander geredet.» Am Ende konnten die Schwestern jedoch nicht mehr viel zusammen unternehmen. «Sie war zu schwach, hat oft geschlafen und konnte kaum noch sprechen.» Obwohl ihre Schwester erst im Frühjahr verstorben ist, lässt sich die Studentin nicht unterkriegen. Sie verfolgt ihre Ziele weiter - für ihre Schwester. Zurzeit absolviert die Miss-Schweiz-Kandidatin in Athen ein Archäologie-Praktikum. In Griechenland nimmt sie den Tod ganz anders wahr. «Hier sehe ich alles in einem anderen Zusammenhang. Was meiner Familie passiert ist, ist zwar schrecklich, aber vielleicht kann ich durch meine Erfahrungen anderen helfen und ein besseres Leben führen.»

Überwunden hat Lauriane Sallin den Schicksalsschlag aber noch nicht. «Irgendwie habe ich noch nicht wirklich realisiert, dass Gaëlle nicht mehr lebt.» Aber sie will positiv in die Zukunft schauen - das hat sie von ihrer Schwester gelernt. «Gaëlle hatte immer eine positive Einstellung, war sehr tapfer und hatte eine enorme Stärke. Sie hat sich nie beklagt, obwohl ich genau wusste, dass sie grosse Schmerzen hatte.» Dadurch sei auch sie stärker geworden. «Sie hat mir ihren Mut weitergegeben. Ohne sie wäre ich nicht die Frau, die ich heute bin

Mit ihrer Teilnahme am Schönheitswettbewerb will die Fribourgerin auf die Krankheit ihrer Schwester aufmerksam machen und gleichzeitig deren Tod verarbeiten. «Ich will diese Art Hirntumor bekannt machen, weil er sehr selten ist. Es gibt noch keinen Verband, der Betroffene und deren Familien unterstützt.» Genau das ist das Ziel von Lauriane - sollte sie Laetitia Guarinos, 22, Nachfolgerin werden. Deshalb hat sie sich auch vorgenommen, bald mit einem Onkologen aus Kanada Kontakt aufzunehmen. «Er sammelt Geld, um die Krankheit irgendwann heilen zu können. Ich möchte mit ihm reden, damit ich weiss, was ich in der Schweiz machen kann.»

Am 7. November 2015 gewinnt Lauriane Sallin die Miss-Schweiz-Wahl - hier geht es zum Liveticker des Abends.

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