Wie viel über die Schweiz müssen Missen wissen? Quiz-Blamage an der Schönheits-Wahl

Nach wie vielen Jahren wird der Bundesrat neu gewählt? Was wurde in der Schweiz 1291 besiegelt? Und wie lauten zwei Halbkantone der Schweiz? Fragen, die jeder Eidgenosse aus dem Effeff beantworten kann - sollte man meinen. Die Miss-Schweiz-Kandidatinnen scheiterten am Samstag aber kläglich daran. Zur Entrüstung der Zuschauer.
Miss-Schweiz-Wahl 2015 Wissenstest Chiara Kummer Lauriane Sallin
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Wie in der Schule: Erst mussten die Kandidatinnen ihr Politik-Wissen unter Beweis stellen, dann gabs eine Geografie-Challenge.

Acht Kandidatinnen, 16 Fragen. Und eine peinliche Antwort nach der anderen. Im Allgemeinwissenstest zur Schweiz brillierten die Miss-Schweiz-Kandidatinnen am Wahlabend vom Samstag, gelinde gesagt, nicht gerade. Die jungen Frauen mussten je eine Politik- und eine Schowbiz-Frage beantworten. Wussten sie in Sachen Stars und Sternchen noch einigermassen Bescheid, ging der Staatskunde-Teil dagegen zünftig in die Hose.

Rania Fajjari, 21, machte den Anfang. Und tappte schon mal ins Fettnäpfchen. «Nach wie vielen Jahren wird der Bundesrat neu gewählt?», wollte die Jury von der Zürcherin wissen. «7? 4?», fragte sie zurück. Auch, mit wem TV-Star Michelle Hunziker verheiratet ist, konnte sie nicht auf Anhieb beantworten. Mit «Tomaso» war zumindest aber der Vorname richtig. Konkurrentin Kasandra De Leon, 17, wusste anschliessend nicht, welches geschichtsträchtige Ereignis sich in der Schweiz 1291 abgespielt hat (Rütlischwur und Gründung der Eidgenossenschaft), Nasibe Ali, 20, war komplett überfordert mit der Aufforderung, zwei Halbkantone zu nennen, und Michèle Rösch, 24, wusste nicht, welcher Kanton das Stimm- und Wahlrecht für Frauen zuletzt eingeführt hat (Appenzell Innerrhoden).

Nur wenige Kandidatinnen bestanden die Allgemeinwissen-Runde fehlerlos - für die TV-Zuschauer ein No-go, wie zahlreiche Twitter-Reaktionen zeigten:


Eine Spur besser meisterten die drei Finalistinnen später die Geografie-Challenge, bei der sie Wappen, Sehenswürdigkeiten und Städte auf einer Schweiz-Karte richtig platzieren mussten. Aber auch da gabs peinliche Patzer wie zum Beispie der Rheinfall im Kanton Graubünden.


Die Twitter-Community war gnadenlos. Sich nicht ganz so einig waren dagegen die prominenten Gäste an der Miss-Schweiz-Wahl. Ein gewisses Mass an Allgemeinwissen sei Voraussetzung für den Miss-Schweiz-Titel, fanden einige. «Die Fragen waren ja sehr einfach», resümierte Vize-Miss 2014 Michèle Stofer, 24, im Gespräch mit SI online. Auch für ihren Freund, SRF-Moderator Tobias Müller, 32, stand fest: «Als Miss sollte man nicht nur schön sein, sondern auch das nötige Allgemeinwissen mitbringen.»

Andere hatten Mitleid mit den nervösen Kandidatinnen: «Sie hätten die Antworten wissen müssen. Aber die Fragen wurden zum falschen Zeitpunkt gestellt», so SVP-Politiker Erich Hess. Die beiden Ex-Miss-Schweiz Alina Buchschacher, 24, und Kerstin Cook, 26, fanden den Test in erster Linie unterhaltsam. «Aber er sagt nicht viel aus über die Kandidatinnen. Sie standen auf der Bühne unter Druck.» Ex-Vize-Miss-Schweiz Sabrina Guilloud, 28, bezeichnete die Quiz-Runde als «unnötig». Denn: «Sie bedient nur Klischees.»

Wie viel müssen die Missen wissen?

Im Dossier: Alles über die Miss-Wahl und Gewinnerin Lauriane Sallin

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