Im Schnitt nur 36'000 Zuschauer So tief war die Quote bei der Miss-Schweiz-Wahl

Wie viele Zuschauer wollten am Samstagabend sehen, wer neue Miss Schweiz wird? 331'000 Personen, teilten die Organisatoren gestern mit. Doch Recherchen von SI online zeigen: Die durchschnittliche Zuschauerzahl betrug nur 36'000. Immerhin: Bei den jungen Frauen kam die Miss-Wahl gleich gut an wie die Sendung «Darf ich bitten?», die gleichzeitig auf SRF 1 lief.
Miss Schweiz Wahl 2018
© Keystone

Am Samstagabend strahlte Sat.1 Schweiz die Wahl zur neuen Miss Schweiz live aus.

«Ein Grund zum Feiern», schrieben die Organisatoren der Miss-Schweiz-Wahl gestern in einer Medienmitteilung. «Die Zuschauerzahlen übertrafen klar die Erwartungen.» 331'000 Personen hätten die Live-Übertragung am Samstagabend auf Sat.1 Schweiz geschaut, hiess es auf Nachfrage. Das tönt tatsächlich nach viel: So wies zum Beispiel SRF 1 für die Sendung «Darf ich bitten?», die zur gleichen Zeit lief, 513'000 Zuschauer aus - also nicht einmal doppelt so viel. Kein Wunder, griffen andere Medien die vermeintlich positive Nachricht auf.

Dumm nur: Die beiden Zahlen werden ganz unterschiedlich gemessen, wie Recherchen von SI online zeigen. Die Zahl der Miss-Schweiz-Organisation gibt an, wie viele Personen im Laufe der Sendung mindestens einmal auf Sat.1 Schweiz vorbeizappten. Die Zahl des SRF hingegen misst, wie viele Zuschauer im Schnitt während der ganzen Sendung bei «Darf ich bitten?» verweilten.

Misst man mit gleichen Ellen, sieht es weniger erfreulich aus: Gerade einmal 36'000 Personen schauten im Schnitt zu, wie Jastina Doreen Riederer, 19, am Samstagabend zur neuen Miss Schweiz gewählt wurde. Also 14 Mal weniger, als im Schnitt auf SRF 1 bei der Tanzshow verweilten.

Jetzt kann man natürlich zur Recht einwenden, dass SRF die bessere Ausgangslage hat als ein privater Sender. Doch auch ein Vergleich mit den Zahlen des privaten TV-Senders 3+ sieht für die Miss-Schweiz-Organisation nicht besser aus. 3+ erreicht mit seiner Sendung «Bauer, ledig, sucht...» regelmässig 10 Prozent aller Fernsehzuschauer zwischen 15 und 49 Jahren. Die Miss-Schweiz-Wahl hingegen vermochte nur 3,1 Prozent der gleichen Altersgruppe zu erreichen.

Die Miss-Schweiz-Organisation will die effektiven Zuschauerzahlen nicht öffentlich kommentieren. Der Vermarkter von Sat.1, SevenOne Media, betont auf Anfrage, ein Ziel der Live-Übertragung der Miss-Schweiz-Wahl sei es gewesen, sich wieder vermehrt auf die junge weibliche Zielgruppe auszurichten. Tatsächlich sieht es hier besser aus: 6 Prozent aller Frauen zwischen 15 und 34, die am Samstagabend vor dem Fernseher sassen, schalteten Sat.1 ein - gleich viele wie SRF 1.

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