Lauriane Sallin leidet an Glutenintoleranz Die Miss Schweiz über Essens-Spass & Essens-Frust

Vor zwei Jahren bekam sie die Diagnose Zöliakie, seither darf Miss Schweiz Lauriane Sallin keine Weizenprodukte mehr zu sich nehmen. SI online sagt sie, wie sehr sie das im Alltag einschränkt, warum sie speziell glutenfreie Produkte nicht mag und auf welches Essen sie grosse Lust verspürt.
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© Thomas Buchwalder

Steht auf Obst und Früchte: Lauriane Sallin achtet auf eine gesunde Ernährung. Seit ihrer Zöliakie-Diagnose umso mehr.

Andere holen sich in Afrika eine Magen-Darm-Erkrankung. Lauriane Sallins Magen hingegen gings bei ihrem Aufenthalt in Westafrika so gut wie noch nie. Vor zwei Jahren reiste die heute 23-Jährige an die Elfenbeinküste, um ihre Tante zu besuchen. «Alle warnten mich vor dem Essen, also konzentrierte sich mein Speiseplan vor allem auf Kartoffeln und Bananen», erinnert sich die Miss Schweiz 2016 im Gespräch mit SI online. «Es war total komisch. Während ich in der Schweiz oft mit Bauchproblemen kämpfte, funktionierte meine Verdauung in Afrika plötzlich perfekt.»

Zurück in der Schweiz liess sie sich von einem Arzt checken, und der stellte fest: Lauriane leidet an einer Glutenintoleranz. Gluten, das in grossen Mengen in Weizen und Dinkel vorkommt, verträgt die Westschweizerin nicht, es löst bei ihr Bauchschmerzen und Blähungen aus. «Ich bekomme dann einen Ballon-Bauch», schildert Lauriane. «Meine Essensgewohnheiten musste ich komplett umstellen.»

Normales Brot, Pizza oder Teigwaren waren von da an tabu, Alternativen mussten her. Maronimehl zum Beispiel, Reissorten oder Gemüse und Früchte. Speziell glutenfreies Brot oder glutenfreie Pasta mag Lauriane nicht, die Produkte kämen schlicht nicht an ihre Originale heran. Das sei wie beim Fleischersatz für Vegetarier: «Ein Steak ohne Fleisch ist auch eine Lüge.» In Restaurants finde sie eigentlich immer eine Alternative. Sie wähle dann einfach Salat, Risotto oder Kartoffeln.

Lauriane ist die einzige in ihrer Familie, die an der Unverträglichkeit leidet. Alle hätten sich inzwischen aber an ihren speziellen Speiseplan gewöhnt. «Ich koche heute oft selber», sagt Lauriane. «Da weiss ich, was drin ist. Und es macht mir Spass.» Sie achtet auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung, «nicht der Figur wegen, sondern damit ich mich gut fühle». Pizza vermisse sie deshalb auch gar nicht. Aber: Ein Cuchaule, auch Safranbrot genannt, dürfte schon wieder mal auf den Teller - eine Spezialität aus ihrer Heimat Fribourg.

Dass sich immer mehr Menschen ohne Zöliakie glutenfrei ernähren, ist für die Miss Schweiz schwer nachvollziehbar. Dass daraus sogar ein Diät-Trend entstanden ist, schon gar nicht. «Das ist doch Schwachsinn», sagt sie. «Du musst dich einfach gut in deinem Körper fühlen. Einem Trend hinterherzurennen, nur weil es die anderen machen, halte ich grundsätzlich für falsch.»

Seit ihrer Wahl zur Miss Schweiz ist die Ernährung für Lauriane Sallin komplizierter geworden. Sie ist viel unterwegs, rennt von Termin zu Termin, gegessen wird oft nur kurz zwischendurch. «Auf die Schnelle etwas glutenfreies zu finden, ist da gar nicht so einfach.» Meistens isst sie deshalb erst am Abend etwas Grosses zu Hause. Dafür nimmt sie sich dann bewusst Zeit. «Ich geniesse es dann umso mehr.»

Im Dossier: Mehr über Miss Schweiz Lauriane Sallin

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