Miss-Kandidatin Michèle Rösch Selbstständig mit 20 - bis der Körper streikte

Das Tanzen ist ihre grosse Leidenschaft, schon mit knapp 20 Jahren hat sie Michèle Rösch zum Beruf gemacht. Drei Jahre nach dem Weg in die Selbstständigkeit plagten die Luzernerin jedoch Existenzängste und Erschöpfungs-Anzeichen. Sie musste reduzieren - und will jetzt als Miss Schweiz Kinder zum Bewegen und Tanzen animieren.

«Balance» ist ein wichtiges Wort in Michèle Röschs Leben. «Ich strebe nach inneren und äusseren Balance», sagt die Miss-Schweiz-Kandidatin, 24, im Gespräch mit SI online. «Deshalb investiere ich neben der Arbeit gerne Zeit für mein allgemeines Wohlbefinden.» Yoga und Stretching fürs innere, Mani- und Pedicure und Styling fürs äussere Wohl. «Ich brauche und schätze diese Zeit-Inseln für mich selbst.»

Diese Einstellung kommt nicht von ungefähr. Vor rund einem Jahr war Michèles Leben aus dem Gleichgewicht geraten. Damals war sie seit drei Jahren selbstständige Tanz- und Bewegungspädagogin, verdiente ihre Brötchen zu hundert Prozent als Inhaberin und Leiterin der Tanzschule «mr-dance». Und kam dabei ganz schön an ihre Grenzen. «Mich plagten Existenzängste, ich war oft angespannt», erinnert sich Michèle. «Irgendwann sagte mein Körper: fertig! Ich fühlte mich müde, ausgelaugt und mir war oft schwindlig.» Eine Ärztin ermahnte die umtriebige junge Frau, kürzerzutreten. Michèle reduzierte ihr Pensum, nahm einen Teilzeitjob im Detailhandel an und machte eine Shiatsu-Entspannungstherapie. «Ich bin froh, sofort Hilfe angenommen zu haben. Mich Teilzeit festanstellen zu lassen, war die richtige Entscheidung.»

Ganz aufs Tanzen zu verzichten, kam für die Rothenburgerin jedoch nie infrage. Sie würde ihre geliebte Tätigkeit höchstens für ein Jahr unterbrechen - falls sie denn am 7. November Miss Schweiz werden sollte. Für den Fall der Fälle hat Michèle Rösch vorgesorgt: Stellvertretungen würden voraussichtlich ihre Kurse übernehmen. «Danach würde ich sicher weitermachen. In welchem Ausmass, ob als Beruf oder nur noch als Hobby, lasse ich mal offen.» Ihren Titel würde sie denn auch für ihre Leidenschaft nutzen: Sie will Kinder zum Bewegen und Tanzen animieren.

Animiert werden musste Michèle selbst: Ihr Freund war es, der sie für die Miss-Wahl ermunterte. «Er meinte, ich würde Dominique Rinderknecht ähnlich sehen und fand schon lange, dass der Wettbewerb etwas für mich wäre», sagt sie. Erst als sich das Paar am Castingtag zufällig in einer Manor-Filiale befand, wo das Vorsprechen stattfand, konnte er sie aber vollends davon überzeugen. «Ohne ihn hätte ich mich wohl nicht angemeldet.»

Die beiden haben sich vor eineinhalb Jahren an einer Bravo-Hits-Party in Luzern kennengelernt. Kurze Zeit später wurden sie ein Paar. «Er hat ganz schön Gas gegeben und wollte nach einem Monat wissen, was Sache ist», erzählt Michèle lachend. Bei der Zukunftsplanung lässt ers dagegen langsamer angehen. Während für sie Familie schon ein ferner Plan ist, ist es für ihn noch gar kein Thema. Dafür hat er sich inzwischen mit ihren Spleens arrangiert und weiss: Mit gebrauchten Socken darf er bei ihr keinesfalls aufs Bett. «Da bin ich pingelig. Ich gehe auch jeden zweiten Tag mit dem Fuselroller übers Fixleintuch.»

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