Miss-Schweiz-Wahl 2018 Tatjana und Janina verraten pikante Details aus dem Missen-Camp

Innert nur zwei Tagen sind im Missen-Camp die Würfel gefallen: Von den 20 Kandidatinnen haben es elf ins Finale geschafft. Für Tatjana Vils und Janina Marisa Schenker ist der Traum von der Krone geplatzt. Mit SI online sprechen die beiden über die Zeit im Missen-Camp.
Teaser Tatjana und Janina Missen-Camp 2018
© zVg

Tatjana Vils (l.) und Janina Marisa Schenker haben es beide nicht ins Finale geschafft. Die Fachjury schickte die beiden nach dem Missen-Camp in Brunnen SZ nach Hause.

Der Weg zum Titel «Miss Schweiz 2018» ist steinig: Aus über 1000 Bewerberinnen haben die Organisatoren zunächst 20 Kandidatinnen ausgesucht. Für sie ging es am vergangenen Wochenende ins Missen-Camp in Brunnen SZ. Dort standen ein Knigge-Kurs, ein Fitness-Training und eine Styling-Beratung auf dem Programm. Ausserdem mussten sich die Anwärterinnen in mehreren Foto-Shootings beweisen. 

Aus diesen Auftritten sollte eine Fachjury am folgenden Montag die zehn Finalistinnen auswählen. Weil sich die Jury aber nicht einigen konnte, hat sie eine elfte potenzielle Miss in die nächste Runde geschickt. Für die restlichen neun Kandidatinnen war nach dem Missen-Camp defintiv Schluss.

«Ich konnte wertvolle Erfahrungen sammeln»

Darunter für Tatjana Vils, 23, aus dem Kanton St. Gallen und Janina Marisa Schenker, 23, aus dem Kanton Solothurn. Die beiden haben sich während der Zeit in Brunnen angefreundet und sind nach dem Model-Camp mit zwei weiteren Kandidatinnen, die es nicht ins Finale geschafft hatten, Kaffeetrinken gegangen. Die Freundinnen haben viele gute Erinnerungen an das Missen-Camp. «Das Wochenende in Brunnen hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte wertvolle Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen», sagt Janina zu SI online.

Tatjana Vils Janina Marisa Schenker und Missen-Camp-Freundinnen
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Diese vier Kandidatinnen haben sich im Missen-Camp in Brunnen SZ angefreundet: Tatjana Vils, Nicole aus dem Kanton Tessin, Nadine aus dem Kanton Aargau und Janina Marisa Schenker (v.l.).

Auch Tatjana blickt gerne auf die Tage im Missen-Camp zurück: «Für mich war es eine unglaublich schöne Zeit. Die Miss-Schweiz-Organisation war sehr respektvoll mit uns.» Auch der Umgang mit den anderen Kandidatinnen sei angenehm gewesen, sagt Janina. «Ich hatte im Vorfeld grosse Bedenken, dass es einen Zickenkrieg geben könnte. Erstaunlicherweise war der Kontakt mit allen 20 Konkurrentinnen sehr angenehm.»

Tatjana Vils
© Miss Schweiz

Tatjana Vils hat es nicht ins Finale geschafft.

«Die starke Medienpräsenz wirkte sich positiv auf die Entscheidung der Jury aus»

Und doch habe sie Konkurrenzdruck gespürt, bestätigt Tatjana: «Jede wollte zum Schluss auf ihre Art herausstechen.» Janina sieht das anders: «Unter uns Kandidatinnen verspürte ich keine Feindseeligkeit. Aber im Umgang mit den Jury-Mitgliedern merkte ich Unterschiede. Gewisse Anwärterinnen wurden im Vorfeld gepusht.»

Kandidatinnen, die vor dem Camp stark in den Medien präsent waren, hätten einen Vorteil gehabt, ist Janina überzeugt. «Jastina Doreen hat zum Beispiel mit ihren sehr langen Haaren polarisiert. Ich denke, die starke Medienpräsenz wirkte sich positiv aus auf die Entscheidung der Jury.»

«Ich würde jeder von ihnen den Sieg von Herzen gönnen»

Den verbleibenden elf Finalistinnen ist Janina gut gesinnt: «Ich würde jeder von ihnen den Sieg von Herzen gönnen.» Dennoch fand sie das Verhalten ihrer Mitstreiterinnen nicht immer fair. Bei der Frage nach dem Essverhalten seien nicht alle Frauen ehrlich gewesen. «Ich liebe Schokolade über alles. Und ich esse wirklich jeden Tag Schoggi», sagte Finalistin Sheila Kern, 22, in einem Video vom Missen-Camp.

(Klicken, um Video abzuspielen):

«Ich glaube nicht, dass sie die Wahrheit gesagt hat»

Janina kann sich das nicht vorstellen: «Ich glaube nicht, dass sie die Wahrheit gesagt hat. Vermutlich wollte sie mit ihrer Antwort locker rüberkommen.» Beim Nachtessen habe es grosse Unterschiede gegeben. Die 23-Jährige berichtet SI online: «Einzelne Kandidatinnen assen nur Gemüse und Salat.» Alle hätten aber ihren Teller aufgegessen.

Hotel Missen Camp in Brunnen SZ
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Tatjana Vils und Janina Marisa Schenker wären gerne ein paar Tage länger im Missen-Camp im Hotel Waldstätterhof geblieben.

48 Stunden Missen-Camp war zu kurz

Sowohl Tatjana als auch Janina fanden die Camp-Dauer zu kurz. «Ich komme aus einer ländlichen Gegend und die Glamour-Welt war neu für mich. Mein Selbstbewusstsein war nicht von Beginn an voll da», so Tatjana. Wenn sie einen oder zwei Tage länger Zeit gehabt hätte, sich zu präsentieren, hätte sie das Feld von hinten aufgerollt, so die St. Gallerin.

Auch Janina hätte gern mehr Zeit mit den Juroren verbracht: «Wir waren ja nur 48 Stunden dort. Ich hatte nicht viele Möglichkeiten, die Jury von meiner Persönlichkeit zu überzeugen.»

Janina Outfit Missen-Camp
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Die Kandidatinnen mussten sich in verschiedenen Kleidern präsentieren: Janina Marisa Schenkers Outfit für ein Shooting im Missen Camp.

Das Jury-Urteil stösst bei Janina auf Unverständnis

Kandidatin Janina bemängelt neben der Dauer noch einen weiteren Aspekt. «Ich kann den Entscheid der Jury überhaupt nicht nachvollziehen. Keine der drei Jurorinnen hat mir eine richtige Begründung genannt», sagt die 23-Jährige. Die Solothurnerin kann sich vorstellen, dass sie zu wenig Model-Erfahrung mitbrachte, um weiterzukommen: «Andere Kandidatinnen hatten vor ihrer Teilnahme schon Schönheitswettbewerbe gewonnen und waren seit längerem bei einer Model-Agentur unter Vertrag. Das konnte ich nicht bieten.»

janina_outfit_am_korper
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Kandidatin Janina Marisa Schenker macht in Jeans und Trägershirt eine gute Figur. Trotzdem hat es die Solothurnerin nicht ins Finale geschafft.

Jurorinnen wirkten vor der Kamera unsicher und nervös

Wer sich den Blick-Livestream zur Entscheidung vom vergangenen Montag angeschaut hat, bekam in der Tat den Eindruck, dass die Jury teilweise nicht gut vorbereitet war. Bereits nach zwei Minuten hört man das Trio nervös miteinander tuscheln. «Ich hatte leider keine Zeit für das», flüstert Jasmina Sarajlic und schiebt ihren Zettel Jury-Kollegin Flavia Schlittler rüber.

Immer wieder hört man Tuscheleien und Sätze wie «Ich habe deine Zettel» oder «Welchen Namen soll ich zuerst...?». Miss-Schweiz-Organisatorin Angela Fuchs, 41, verteidigt die Jury: «Die Jury hat sich für die Entscheidungsfindung sehr viel Zeit genommen. Jasmina und Flavia haben Nächte im Hotel verbracht und waren somit Tag und Nacht vor Ort.»

«Die Jury-Mitglieder hatten nur in der Nacht Zeit, ihren Text zu üben»

Auf den Vorwurf, dass die Jury im Blick-Livestream teilweise unsicher gewirkt hatte, antwortet Fuchs: «Dass wir spontan eine elfte Kandidatin weiterkommen liessen, sorgte für Aufruhr.» Zudem habe die Stimmenauswertung bis zum späten Sonntagabend gedauert. «Die Jury-Mitglieder hatten nur in der Nacht Zeit, ihren Text zu üben.»

Das Verhalten vor dem Camp war auch wichtig

Neben der Miss-Schweiz-Organisation und den drei Jurorinnen haben Partner ebenfalls eine Stimme gehabt, erklärt Fuchs: «Jedes Jury-Mitglied legte sein Augenmerk auf etwas anderes. Wir von der Miss-Schweiz-Organisation haben mehr auf organisatorische Dinge wie Flexibilität, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit geachtet.» Sie fügt an: «Das Verhalten der potenziellen Missen noch vor Einzug ins Camp ist ebenfalls in die Bewertung eingeflossen.»

Janina Porträt
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Teilnehmerin Janina Marisa Schenker hatte im Missen-Camp in Brunnen SZ eine gute Zeit.

Ex-Vize-Miss Michèle Stofer warnte Janina

Janina habe bereits am Sonntag gespürt, dass sie nicht weiterkommen würde. «Bei einem Gespräch mit einem Jury-Mitglied merkte ich, dass das Urteil für mich nicht positiv ausfallen würde.» Im Nachhinein sei sie froh, es nicht ins Finale geschafft zu haben, so die Brünette. Aus Chatnachrichten mit der ehemaligen Vize-Miss-Schweiz Michèle Stofer, 26, hatte sie erfahren: Unterwäsche-Shootings können später bei der Job-Suche zum Problem werden. «Im Nachhinein bin ich froh, dass ich nicht beim Unterwäsche-Shooting gefilmt wurde», sagt sie weiter.

Janina will sich nach ihrem Ausscheiden nun ganz auf ihre Zukunft konzentrieren. Die 23-Jährige beendet im April ihre Ausbildung zur Marketingfachfrau. Auch Tatjana hat beruflich viel vor: Die St. Gallerin hatte vor ihrer Bewerbung für die Miss-Schweiz-Wahl eine Schule zur Sozialversicherungsfachfrau begonnen. «Die will ich unbedingt fertigmachen», sagt Tatjana.

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