Melanie Winiger «Miss-Wahl könnte modernisiert werden»

1996 ging die damals 17-Jährige als jüngste Miss Schweiz in die Geschichte ein, inzwischen ist sie eine gefragte Schauspielerin und Moderatorin. Im Interview mit der «Schweizer Illustrierten» äussert sich Melanie Winiger erstmals zur Absage der diesjährigen Schönheitswahl. Und liefert Lösungsvorschläge für die Zukunft.
Melanie Winiger wurde 1996 zur Miss Schweiz gekürt und ist mittlerweile erfolgreiche Schauspielerin.
© RDB/Christian Dietrich Enttäuscht über die Medien: «Jetzt zu sagen ‹diesen Seich braucht man nicht› ist ein Tritt von Hinten, wie ein Messer in den Rücken», sagt Melanie Winiger.

MELANIE WINIGER ÜBER DEN AUSFALL DER MISS-SCHWEIZ-WAHL:
Den Wettbewerb hält die offiziell schönste Schweizerin des Jahres 1996 heute noch für eine «super Sache». Dass er 2012 ins Wasser fällt, sei schade. Zumal der Glamourfaktor hierzulande sehr tief sei: «Wir haben keine Adligen, keine Prinzessinnen.» Die Wahl habe Farbe ins Land gebracht «und das verträgt es».

...ÜBER DEN ENTSCHEID DES SRF, DIE SCHÖNHEITSWAHL NICHT MEHR ZU ÜBERTRAGEN:
Melanie Winiger zeigt sich enttäuscht über die Medien, nicht nur über das Schweizer Fernsehen. «Mit uns Missen haben sie in den vergangenen 20 Jahren die Seiten gefüllt», sagt sie. «Jetzt zu sagen ‹diesen Seich braucht man nicht› ist ein Tritt von hinten, wie ein Messer in den Rücken. Über unsere Trennungen, Abstürze, Depressionen oder was auch immer zu berichten, fanden sie aber lässig.»

...DIE NOTWENDIGKEIT DER MISS-WAHL:
«Es braucht nichts auf der Welt ausser Luft und Essen», sagt die Ex-Miss, «aber trotzdem wollen wir die schönsten Schuhe besitzen, ab und zu in die Ferien verreisen und tolle Kleider kaufen. Wirklich brauchen, tuts wenig. Aber einmal im Jahr verträgt es doch eine Schönheitswahl.»

...ÜBER DIE ZUKUNFT DES WETTBEWERBS:
Für die 32-Jährige steht fest: Die Wahl könnte modernisiert werden. Sie schlägt «eine Mischung aus Miss Schweiz und ‹Germany's Next Topmodel›» vor. Und führt aus: «Alle Kandidatinnen in ein Haus stecken, damit die Zuschauer ein Gefühl bekommen, welche Charakteren die Frauen besitzen.» Denn die Wahlnacht reiche nicht aus, um die Frauen kennenzulernen. «Ein bisschen Drama, Streit und Haare reissen, das wäre in der Gesellschaft viel eher gefragt. Leider.»

...ÜBER DAS MISSEN-KRÖNCHEN ALS SPRUNGBRETT:
Ohne den Titel wäre sie heute nirgends, weiss Melanie Winiger. «Das zu leugnen ist das Blödeste, das man meiner Meinung nach machen kann.» Das Amtsjahr sei eines der schönsten Jahre ihres Lebens gewesen, «es war eine Lehre». Sie würde heute wieder an der Wahl teilnehmen. Für ihre Schauspielkarriere war der Titel jedoch eher hinderlich. «Es war schwierig zu zeigen, dass ich etwas kann.»

Das komplette Interview mit Melanie Winiger sowie Stimmen von anderen ehemaligen Schönheitsköniginnen finden Sie in der aktuellen «Schweizer Illustrierten» Nr. 17 vom 23. April 2012 - oder auf Ihrem iPad.

Alles zur amtierenden Miss Schweiz Alina Buchschacher finden Sie im Dossier von SI online.

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