Christoph Locher Missen-Chef zieht positive Bilanz

Die Miss-Schweiz-Organisation steckt in der Misere. So sehr, dass die diesjährige Wahl sogar abgesagt werden musste. Dennoch kann Christoph Locher der ganzen Situation durchaus Positives abgewinnen.

Seit Sonntag ist klar: Es wird nie eine Miss Schweiz 2012 in den Geschichtsbüchern geben. Heuer findet der Schönheitswettbewerb nicht statt - weil 300'000 Franken für die Übertragung auf einem Privatsender fehlen. Für Christoph Locher, den Leiter der Miss-Schweiz-Organisation, ist das kein Grund zur Resignation. Er zieht gar positive Schlüsse: «An den Reaktionen sehen wir, dass die Miss-Schweiz-Wahl die Leute noch immer stark interessiert.»

Nun will er die gewonnenen Monate nutzen und sich mit allfälligen neuen Sponsoren an den Tisch setzen. Steht eine Finanzierungsmöglichkeit, soll im Januar 2013 ein neues Haupt gekrönt werden. Bis dahin amtet Alina Buchschacher, 20. Locher will das Konzept des Schönheitswettbewerbs grundsätzlich überdenken. «Heute läuft immer mehr übers Internet, diesem Zeitgeist müssen wir uns anpassen.» So zieht er in Betracht, die Wahl zeitversetzt oder sogar gar nicht mehr im Fernsehen zu übertragen, wenn sich eine Samstagabend-Liveshow nicht mehr mit Sponsoring finanzieren lässt.

Das Unheil rund um die Miss Schweiz kündigte sich bereits am Tag nach der Wahl von Buchschacher an. Kritischen Stimmen häuften sich, die Show sei «absolut peinlich» gewesen. Eine Miss-Wahl gehöre nicht ins öffentlich-rechtliche Fernsehen, meinten andere. Es folgte der Ausstieg des Schweizer Fernsehens mit der Begründung, der Zenit der Miss-Schweiz-Wahl sei überschritten. Wichtige Sponsoren wie Nivea und H&M sprangen ab. Der Schönheitswettbewerb musste fortan privat finanziert werden. Ein schwieriges Unterfangen, kostet doch alleine die Wahlnacht rund eine Million Franken, die bis anhin das SRF bezahlt hatte.

Alles zu Alina Buchschacher finden Sie im Dossier von SI online.

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