Sandro Cavegn «Das Jahr war lukrativ, aber ich bleibe bescheiden»

Sang- und klanglos gibt Sandro Cavegn sein Amt am 26. August ab. Einen Nachfolger aufgrund abgesagter Wahl gibt es nicht. Warum er nicht als Mister Schweiz weiter amtieren will, wie erfolgreich sein Jahr war und wie es in Liebesdingen mit seiner Freundin Iva weitergeht, verrät er ihm Abschieds-Interview mit SI online.
Gestutztes Brusthaar: Sandro Cavegn
© Schweizer Illustrierte/ Thomas Buchwalder

So sah Sandro Cavegn zu Beginn seines Amtsjahres aus - als Mister Schweiz sei er aber nicht mehr so motiviert gewesen, sich fit zu halten.

SI online: Sandro Cavegn, wieso gibt es keine Feier zu Ihrem Abschied am 26. August?
Sandro Cavegn: Es gibt zwar kein Event, an dem ich meinen Titel abgebe, dafür strahlt das Schweizer Fernsehen am 1. September eine halbstündige Dokumentation über mein Amtsjahr aus. Darin werden die zwölf Monate von mir und die des Mister Schweiz' 2005, Renzo Blumenthal, verglichen. Sehr empfehlenswert.

Renzo Blumenthal war sehr erfolgreich, gegen eine halbe Million soll er als Mister Schweiz verdient haben. Wie stehts bei Ihnen?
Wenn ich Aufwand und Ertrag ausrechne, kann ich sagen, dass mein Jahr sehr lukrativ war. Aber eine konkrete Zahl sag ich nicht.

Warum nicht?
In der Schweiz redet man nicht über Geld.

Ihre Vorgänger haben ihre Verdienste auch offen gelegt.
Das möchte ich erst mal schwarz auf weiss sehen, dass die wirklich über 400'000 Franken verdient haben. Es ist bestimmt sehr gutes Geld, das man in einem Jahr macht, aber es wäre schlicht unpassend zu sagen, dass es so viel war. Da der Aufwand aber weitaus geringer ausfällt, als alle immer behauptet hatten, hat es sich auf jeden Fall gelohnt.

Hört sich an, als hätten Sie nicht viel zu tun gehabt.
In den ersten zwei Monaten bin ich zu 100 Prozent als Mister Schweiz unterwegs gewesen. Jeden Monat wurde es dann weniger, in letzter Zeit nur noch sporadisch. Ich bin nicht einer, der jede Woche drei Radio-Interviews geben muss - das lohnt sich schon nur von den Benzinkosten her nicht. Aber zu Marketingzwecken bin ich gerne in den Medien.

Sie wollten also Mister Schweiz werden, um Ihre persönlichen Geschäfte voranzutreiben?
Das ist sicher ein Grund, warum ich an der Wahl teilgenommen habe. Die Medienpräsenz muss man für Werbung nutzen. Für mich war von Anfang an klar, dass ich ein Jahr als Mister unterwegs sein möchte, dann aber wieder zu meinen privaten beruflichen Projekten zurückkehre. Ich habe nie eine Karriere im Showbusiness angestrebt. Aber wenn ich weiterhin Anfragen - beispielsweise für Moderationen - bekomme, prüfe ich sie und werde bestimmt den einen oder anderen Auftrag annehmen.

Und in was haben Sie eigentlich das verdiente Geld investiert?
Das liegt bei mir auf dem Sparkonto. Ich lebe weiterhin bescheiden.

Welchen Mister-Schweiz-Job würden Sie heute nicht mehr machen?
Ich bin kein Freund von Club-Auftritten. Die haben oft nicht meinem Alter entsprochen, als fast 30-Jähriger habe ich keine Lust mehr - überspitzt gesagt -, den Max zu machen für 18-jährige Partygänger. Da gehe ich schon lieber an Events von Aston Martin...

...an die Ihre Freundin Sie endlich begleiten kann - nachdem Sie Iva ein Jahr lang versteckt haben. Dann beim Liebesurlaub in Südafrika sprachen Sie aber bereits von Hochzeit.
Ich habe nicht spezifisch unsere Hochzeit erwähnt, sondern, dass ich mir gut vorstellen kann, zu heiraten und Kinder zu bekommen - aber nicht in den nächsten paar Monaten.

Monaten?
Oder Jahren. Aber sag niemals nie.

Wollen Sie wenigstens Ihre Beziehung vertiefen? Zum Beispiel nach einer gemeinsamen Wohnung suchen?
Das ist eigentlich nicht geplant. Iva ist schon jetzt oft bei mir in meiner 3-Zimmer-Wohnung in Rapperswil. Kein Thema, also.

Ist sie froh, dass Sie bald Ihren Titel abgeben?
Ich glaube, das macht für Sie keinen grossen Unterschied.

Und was haben Sie in diesem Jahr vernachlässigt?
Meinen Körper. Ich war nicht wirklich motiviert, Sport zu treiben.

Hat Ihnen das Amtsjahr überhaupt Spass gemacht?
Ja, das würde ich schon sagen. Ich bin mich selbst geblieben und es gab um mich keine Skandale - darauf bin ich stolz.

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Am 26. August endet offiziell das Amtsjahr des Mister Schweiz 2012. Die besten Bilder von Sandro Cavegn sehen Sie in der SI-online-Bildergalerie.

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