Dodos letzte Konzerte in seinem Studio »Hier bin ich an meine Grenzen gekommen»

Es war ein besonderer Abend für 20 Leserinnen und Leser der «Schweizer Illustrierten». Sie waren eingeladen zu einer privaten Session mit Reggae-Star Dodo und Soulstimme Marc Sway. Die Location: Dodos Studio. Ein Abend voller Wehmut, Musik und viel Gelächter.

Zwischen der spiegelnden Fassade des Zürcher Prime Towers, dem Getöse der Hardbrücke und der Hektik des Escher-Wyss-Platzes versteckt sich ein Ort, vollgestopft mit Kreativität. Ein Ort, an dem so mancher Schweizer Musiker an seine Grenzen gekommen ist. 

Der «Success Club» ist das Musikstudio von Dodo, 39, Schweizer Reggae-Künstler und einer der erfolgreichsten Produzenten des Landes. Wer nun ein modernes Studio mit allem Drum und Dran erwartet, der wird enttäuscht. Im dritten Stock des alten Gebäudes betritt man eine zum Studio umfunktionierte Wohnung.

Gemütlich, bunt, kreativ. Und die wird bald dem Erdboden gleichgemacht. Ein neues, modernes Gebäude soll entstehen. Dodo und seine Musik müssen weichen.

Einige der grössten Hits entstanden in der Pfingstweid

Die Räumlichkeiten, die Dodo mit dem Musiker Dabu Fantastic teilt, sind seit sieben Jahren seine Hit-Fabrik. Hier in der Pfingsteweid entstanden Songs wie «Ha kei Ahnig» von Steff la Cheffe, 30, «Angelina» von Lo&Leduc oder «Breaking the Waves» von Marc Sway, 39. Die Notizen während des Entstehungsprozesses von Songs und Alben der einzelnen Künstler hat Dodo nicht irgendwo in einem Block, sie stehen an den Wänden des Studios. 

Dodo Pfingstweid Studio
© Thomas Buchwalder

Erinnerungen: Fast alle bekannten Schweizer Künstler besuchten Dodo in seinem Studio und bekamen einen Teil an seiner Wand. Sie alle arbeiteten an seinem neuen Album mit.

«Irgendwann war es uns egal, dass wir die Wände vollmalen, schliesslich wird hier ja eh alles bald abgerissen», sagt Dodo und wird wehmütig. «An diesem Ort ist so viel entstanden. Hier haben wir gestritten, gelacht und musiziert. Ich bin echt an meine Grenzen gekommen.» Die letzten Momente an seinem heiligen Ort, wie er sein Studio nennt, wolle er mit den Menschen teilen, die ihn geprägt haben: Den Musikern und den Fans. 

So entstand das Album «Pfingstweid» und die Konzertreihe «Pfingstweid»-Session. Zwanzig Leserinnen und Leser der «Schweizer Illustrierten» waren dazu eingeladen, mit Dodo von seinem heiligen Ort Abschied zu nehmen. Wie das von Statten ging, sehen Sie oben im Video.

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