«Mami, weisst du eigentlich...» Prominente richten das Wort an ihre Mütter

Sonntag ist Muttertag! Zu diesem Anlass richten in der «Schweizer Illustrierten» Prominente und Sprösslinge der Stars das Wort an ihre Mütter. Im ersten Teil: Jan über sein Mami, TV-Moderatorin Katja Stauber, Flavio und Florian über Mutter und Olympiasiegerin Vreni Schneider und DJ Antoine über Mama Marie-Therese.

Jan über sein Mami, News-Lady Katja Stauber

«Es gibt zwei Dinge, die ich ziemlich eindeutig dir verdanke, liebes Mami: meine Körpergrösse von 194 Zentimetern. Und ein Allgemeinwissen, mit dem ich ziemlich zufrieden und bisher ganz gut durchs Leben gekommen bin. Aber das ist fast unausweichlich. Ist ja logisch, wenn du eine Mutter hast, die sich täglich mit aktuellen Nachrichten auseinandersetzt. Wir haben schon als Kinder am Esstisch oft gesellschaftliche oder politische Fragen erörtert. Da gibts auch mal heftige Diskussionen – etwa, wenn es ums Burkaverbot geht, wo wir gar nicht einer Meinung sind. Du hast meine Ansicht immer respektiert. Toleranz, Offenheit und Ehrlichkeit sind wichtige Werte in unserer Familie. Und Geduld. Als ich in der Schule eine Zeit lang eher miese Noten schrieb, hast du mir nie den Kopf gewaschen, sondern immer verständnisvoll reagiert. Dabei weiss ich, dass es dir Kummer gemacht hat. Heute lachen wir viel zusammen. Ich liebe unsere gemeinsamen Satire-Abende vor dem Fernseher. Und ich weiss auch, wie ich dich zum Smilen kriege: wenn ich die Geschirrmaschine freiwillig ausräume. Oder dir den Wäschekorb in den Keller trage. Bei einem Mann und zwei Söhnen, von denen einer noch im Militär ist, kann das Ding ganz schön schwer werden. Wenn du dazu keine Befehlsausgabe machen musst, bist du glücklich. Und das wiederum freut mich!»

Katja Stauber Moderatorin SRF mit Sohn und Familie
© Lucian Hunziker

Der kleine Grosse: «Tagesschau»-Star Katja Stauber mit ihrem jüngeren Sohn Jan, 19. Andri, 21, weilt im Militär.

Florian und Flavio über ihr Mami Vreni Schneider

«Unser liebes Mami, früher haben wir für dich im Kindergarten immer etwas zum Muttertag gebastelt. Das ist jetzt in den oberen Klassen weniger der Fall. Trotzdem denken wir natürlich an dich und sagen auch Danke. Danke, dass du da bist für uns. Danke, dass du dir immer Zeit nimmst für uns. Du hast uns ja auch erzählt von unserer Grossmutter, deiner Mutter, die wir leider nie kennengelernt haben. Und dass für dich dein Mami, das du viel zu früh verloren hast, etwas ganz Besonderes war. Da warst du nur drei beziehungsweise fünf Jahre älter, als wir es sind. Wir sind glücklich, dich zu haben. Und auch wenn du selber von dir sagst, dass du eine Gluggere seist und deshalb so gut auf uns schaust und aufpasst, dann verdrehen wir manchmal die Augen, aber das musst du nicht persönlich nehmen, eigentlich ist es schön zu wissen, dass du uns so sehr lieb hast. Und dafür möchten wir dir am Muttertag auch ein ganz grosses Danke sagen. Und auch wenn es nichts Selbstgebasteltes von uns mehr gibt, ein paar Blüemli oder Pralinés gibt es ganz sicher. Für dich, unser bestes Mami von allen!»

 
Vreni Schneider nach Scheidung Skischule mit Sport und Kindern
© Lucian Hunziker

Vorbild: Flavio, 11, und Florian, 13, fahren schon genauso gern Ski wie ihr Mami, Olympiasiegerin Vreni Schneider, 52.

DJ Antoine über seine Mama Marie-Therese

«Ich sage oft im Scherz: Ich brauchte nicht zum Militär, das hatte ich schon zu Hause. Deine Erziehung war streng, Mama, aber dafür bin ich dir dankbar! Das gab mir eine gute Basis. Und an Liebe hat es nicht gefehlt. Jeden Morgen vor der Schule hast du mir eine Schoggimilch und ein Konfi-Brötchen parat gemacht. Okay, andere konnten mit ihrem Geld ein Salamisandwich kaufen, aber in meinem steckte Wärme drin. Ich gehe gerne Risiken ein, du mahnst mich zur Vorsicht. Ganz ehrlich: Die kaufmännische Ausbildung beendete ich nur dir zuliebe. Ohne dich hätte ich weiter meine Graffiti gemalt und meine langen Haare knallrot gefärbt. Schon mit 19 wollte ich als DJ starten, hielt es zu Hause nicht mehr aus. Eines Tages eröffnete ich dir, dass ich morgen ausziehen will. Und bat dich auch noch, mir beim Transportieren des Betts zu helfen! Dir rutschte das Herz in die Hose. Du warst traurig und hast dich ins Kino verzogen. Unser schlimmster Tag! Heute können wir zum Glück darüber lachen. Du hast gelernt, mir meine Freiheiten zu lassen. Früher warst du skeptisch, wenn ich etwas Neues anfing. Jetzt vertraust du auf meine Entscheidungen. Auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind, wir haben doch viel Ähnlichkeit, denke ich: Wir sind beide eitel. Und Zahlenmenschen. Den Sinn fürs Business habe ich sicher von dir und Grossvater geerbt. Ich habe grossen Respekt vor dir. Ohne dich gäbe es mich nicht. Danke, Mama!»

DJ Antoine Thank You Song 2017
© Lucian Hunziker

Musikalische Blumen: DJ Antoine, 41, schenkt seiner Mutter Marie-Therese, 71, seine neue Single «La Vie en Rose».

Lesen Sie in Teil 2 am Sonntag: Jason Brügger über Mama Natalie, Juri und Neda über Clown-Mami Gardi Hutter und Corine Mauch über Mutter Ursula

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