Dario Bischofberger Nachgefragt

Dario Bischofberger, 42, aus Lupsingen BL spendete seinem Sohn Timon, 13, eine Niere.
Vater und Sohn
© Marcel Nöcker Vater und Sohn

Schweizer Illustrierte: Herr Bischofberger, der deutsche Politiker Frank-Walter Steinmeier, 54, spendete letzte Woche seiner Frau Elke, 48, eine Niere…
Dario Bischofberger: Meine Gedanken sind mehr bei den Empfängern und ihren Leidensgeschichten als beim spendenden Menschen.

Warum brauchte Ihr Sohn eine neue Niere?
Timon litt, seit er zwei war, am nephrotischen Syndrom. Krankheit und Medikamente hatten viele Nebenwirkungen. Nach acht Jahren waren seine Nieren so beschädigt, dass sie entfernt werden mussten. Danach ging er dreimal pro Woche zur Dialyse.

Für Ihre Familie eine anspruchsvolle Zeit.
Nur dank der Unterstützung unserer Familie, der Freunde, Schule und des Spitals konnten wir diese Zeit meistern.

Wann kam es zur Transplantation?
Abklärungen zeigten, dass ich Timon eine Niere geben könnte. Für mich war klar: Das mach ich! Im Dezember 2007 war es so weit.

Wie gehts Ihnen heute?
Sehr gut. Ich brauche keine Medikamente und merke nicht, dass ich nur noch eine Niere habe.

Und Timon?
Er lebt mit nur noch einer Niere, doch es geht ihm sehr gut. Seine Gesundheit ist stabil, er mag Sport treiben und kann sich besser konzentrieren. Jeden Tag muss er seine Medikamente nehmen.

Feiern Sie den Jahrestag der Transplantation?
Immer am 10. Dezember brennt bei uns eine Kerze, und wir gehen mit unseren drei Buben in ein Restaurant zum Znacht. Wir wünschen uns, dass mehr Menschen sich mit dem Thema Organspende auseinandersetzen. Damit kein Kind monatelang an der Dialyse verbringen muss.

 

Infos: www.kkc.ch, www.swisstransplant.org. Dort kann man eine Spenderkarte beziehen. Wichtig: Angehörige über seinen Willen orientieren! Gemäss Swisstransplant besteht für Organspender keine obere Altersgrenze.

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