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Mit einem traurigen Thema bei Frankreichs «Supertalent»

Die Schweizer Nadia und Dakota tanzen sich zum Erfolg

Sie rühren zu Tränen. Nadia Ladeiras und Dakota Simao erobern seit ihrem TV-Auftritt bei Frankreichs «Supertalent» Millionen Herzen. Dabei thematisieren die Walliser häusliche Gewalt.

Nadia Ladeiras und Dakota Simao SI Ausgabe 46/2018

Unbeschwert: Ihr jüngster Erfolg lässt Nadia Ladeira und Serge «Dakota» Simao Luftsprünge über Martigny VS machen.

Sedrik Nemeth

Die Welt weint, wenn Nadia Ladeiras, 22, und Serge «Dakota» Simao, 28, tanzen. Die beiden Walliser berühren die Herzen von Millionen Menschen. Nach ihrem jüngsten Auftritt bei «La France a un incroyable talent», der französischen Version des TV-Formats «Das Supertalent», wo sie ihre Choreografie «Ne me quitte pas» zeigen, macht es im Netz nur noch «Klick, klick, klick»:

46 Millionen Mal wird das Video ihres Tanzes, der sich mit häuslicher Gewalt auseinandersetzt, auf der Facebook-Seite des Privatsenders M6 angeschaut. Eine sichtlich beeindruckte Jury winkt die Schweizer in den Halbfinal durch – und vom Publikum im Saal gibts Standing Ovations.

Wer sind die zwei, die Herzen berühren und zu Tränen rühren? Nadia Ladeiras kommt ursprünglich aus Portugal. Sie ist acht Jahre alt, als sie mit ihrem Vater, einem Maurer, und ihrer Mutter, einer Coiffeuse, in der Schweiz landet. Zwei Jahre später trennen sich ihre Eltern allerdings.

Dakota kommt als Dreijähriger ins Flüchtlingsheim

Ihr Tanzpartner Serge «Dakota» Simao stammt aus Angola. Als Dreijähriger flieht er mit der Mutter und einer kleinen Schwester vor dem Krieg in der Heimat. Sie landen in Visp – in einem Flüchtlingsheim. Nur zwei Jahre später, Dakota ist inzwischen fünf, stirbt sein Vater an Krebs. Er hat ihn nie kennengelernt.

Nadia Ladeiras und Dakota Simao SI Ausgabe 46/2018

Berührend: Als Tanzpaar sorgen die beiden Walliser mit ihrer Choreografie zu häuslicher Gewalt für Tränen und Gänsehaut.

Sedrik Nemeth

Dennoch erinnert ihn ein Tattoo an den Vater: Es zeigt einen Mann mit geöffnetem Schirm, auf den Geld herabregnet. «Er kaufte Autos in der Schweiz und verkaufte sie in Angola», erzählt der Tänzer. Als Jugendlicher träumt er von einer Karriere als Basketballer, landet auf Umwegen beim Tanz. Er arbeitet hart, gewinnt als Tänzer zuerst lokale Wettbewerbe, dann nationale und schliesslich auch internationale.

Den Tänzern winkt ein grosses Preisgeld

Seit sechs Jahren tanzen Nadia und Dakota zusammen in seiner Tanzschule WLS in Martigny, treten gemeinsam auf. «Ich vertraue ihm total», sagt sie. Und das Tanzpaar, das kein Liebespaar ist, ist erfolgreich. Erst im Sommer entscheiden die Walliser den Final von «World of Dance» für sich. Gerade 500 Dollar Preisgeld gibts dafür. In Amerika stehen Nadia und Dakota allerdings auch für eine Teilnahme bei «America’s Got Talent» in den Startlöchern. Sollten sie dort gewinnen, dürften sie sich über ein Preisgeld von einer Million Dollar freuen.

Millionen Herzen gewonnen haben sie, sind glücklich, leben ihren Traum. Auch ohne Millionen Dollar. Nadia verdient ihren Unterhalt in einem Hotel in Leukerbad. Dakota arbeitet noch als Technischer Zeichner für ein Unternehmen, das Lüftungsgeräte herstellt. Dieser Job verschafft ihm Luft für seine Leidenschaft – das Tanzen.

Von D. Dana am 18.11.2018