Politiker kritisieren SRF-Spezialtag mit Nik Hartmann «Hallo SRF!» soll verbotene Politwerbung sein

Heute Freitag ist bei Radio und Fernsehen SRF der grosse Spezialtag der Hörer und Zuschauer: Nik Hartmann moderiert auf SRF 2 eine 13-stündige Spezialsendung. Doch SRG-Kritiker wie die Nationalräte Christian Wasserfallen (FDP) und Gregor Rutz (SVP) sind gar nicht zufrieden: Sie sehen in der Aktion «Hallo SRF!» unerlaubte Politwerbung gegen die No-Billag-Initiative.
Nik Hartmann Hallo SRF
© SRF

Heute Freitag gewährt Moderator Nik Hartmann auf SRF 2 einen Blick hinter die Kulissen von Radio und Fernsehen.

Seit Tagen sind sie beim SRF im Einsatz: Fünfzig so genannte Publikumsmitarbeitende. Normalerweise Zuschauer und Zuhörer, dürfen sie knapp eine Woche lang das Programm von Radio und Fernsehen SRF mitgestalten - unter anderem bei den Sendungen «Echo der Zeit», «Puls» und «Kassensturz». Dafür erhalten sie 200 Franken Lohn pro Tag - plus Spesen. Gesamtkosten der Aktion unter dem Titel «Hallo SRF!»: Rund eine halbe Million Franken.

Höhepunkt ist heute Freitag: Während 13 Stunden moderiert Nik Hartmann, 45, auf SRF 2 eine Live-Spezialsendung. Neben viel Einblick ins Handwerk der Radio- und Fernsehmacher bekommen die Zuschauer auch die Möglichkeit, sich mit den SRF-Chefs per Chat auszutauschen.

SRF geht es mit dieser Publikumswoche um Dialog und Transparenz: «Wir wollen aufzeigen, wie unsere Redaktionen arbeiten und wie die publizistischen Prozesse hinter den Kulissen ablaufen», sagt SRF-Kommunikationschefin Andrea Hemmi auf Anfrage von SI Online. Der Blick hinter die Kulissen entspreche einem grossen Bedürfnis der Zuschauer und Hörerinnen: «Wo immer wir solche Möglichkeiten anbieten, ist die Nachfrage gross», sagt Hemmi. «Das zeigen auch die 1200 Bewerbungen für diese Publikumswoche.» Am meisten Hörer und Zuschauer wollten in die Morgenshow von Stefan Büsser auf SRF 3:

 

Ich han die Frau grad 100'000 Franke kostet Sorry... #topsecret #srf1 #quizshow

Ein Beitrag geteilt von Stefan Büsser (@stefanbuesser) am

11. Okt 2017 um 13:22 Uhr

Ganz anders als SRF sehen das Politiker, die der SRG kritisch gegenüber stehen. Sie fürchten, dass es SRF vor allem darum gehe, Stimmung gegen die No-Billag-Initiative zu machen. Die Volksinitiative will die Radio- und Fernsehgebühren in der Schweiz abschaffen und kommt nächstes Jahr zur Abstimmung. «Die Stimmbürger sind diesbezüglich sehr sensibel», sagt FDP-Nationalrat Hans-Ulrich Bigler, 59: «Sie merken sehr wohl, dass es hier um Politik geht.»

Noch schärfere Kritik übt sein Partekollege, der Berner Nationalrat Christian Wasserfallen, 36: «Mit Aktionen wie ‹Hallo SRF!› macht die SRG Politwerbung gegen die No-Billag-Inititiative. Doch politische Werbung am Fernsehen ist verboten.» Ähnlich sieht es auch der Zürcher SVP-Nationalrat Gregor Rutz, 45: «‹Hallo SRF!› geht hart an die Grenze zur politischen Werbung oder überschreitet diese gar.»

Beim SRF kann man diesen Vorwurf nicht verstehen: Man habe das «Hallo SRF!»-Programm seit 2015 mit Sendungen am Radio, Fernsehen, auf der Onlineseite und mit regionalen Veranstaltungen laufend weiterentwickelt, sagt Kommunikationschefin Hemmi. «Ich kann nicht nachvollziehen, warum der Austausch mit dem Publikum im Rahmen der ‹Hallo SRF!›-Publikumswoche nun plötzlich verboten sein sollte.»

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