«Man ist nie so instabil wie als Teenager» Jugendpsychologe warnt Noah Schärer vor «DSDS»

Der Schweizer Noah Schärer hat die Chance, der jüngste «DSDS»-Gewinner aller Zeiten zu werden. Kann der sensible 16-Jährige aber dem Druck standhalten? «Ein schwieriges Unterfangen», sagt ein Jugendpsychologe.
Noah Schärer aus Horgen bei «DSDS»
© RTL/Stefan Gregorowius

Schafft es Noah Schärer aus Horgen/ZH in die «DSDS»-Liveshows?

Für ihn könnte es nicht besser laufen - eigentlich. Schliesslich singt sich Noah Schärer Woche für Woche in die Herzen der «DSDS»-Jury rund um um Dieter Bohlen. Erst letzten Samstag begeisterte der Schweizer in Dubai mit Eric Claptons Song «Tears in Heaven». Poptitan Bohlen: «Besser hätte man das Lied nicht singen können.» Die Chance, dass es der 16-Jährige nächsten Samstag in die Live-Shows schafft, ist sehr gross. 

Bloss: So sehr Noah brilliert, so sehr leidet der Teenager unter dem Druck. Regelmässig will er nach Hause reisen, unter Tränen alles hinschmeissen, um «das Haus meiner Mama nie mehr zu verlassen». Nicht nur sein engster Vertrauter und Mistreiter Alphonso muss Klein-Noah jede Woche auf die Beine helfen, auch die Jurorin und Schlagersängerin Michelle trocknete schon Noahs Tränen, als es dieser nicht mal mehr aus dem Bett schaffte.

 

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Das Hirn als Baustelle

Für Noah ist es nicht das erste Mal, dass er an einer Casting-Show mitmacht. Im Alter von 14 Jahren schaffte er es bei «Die grössten Schweizer Talente» mit seiner Version von Rihannas «Diamonds» in die zweite Runde.

Jetzt ist zwar die Stimme, nicht aber die Psyche des Ausnahmetalents gereift. Es drängt sich die Frage auf, ob Schärer mit seinen 16 Jahren nicht noch zu jung für die grosse Showbühne ist? «Es ist effektiv so, dass es keine labilere Phase als die Teenagerjahre gibt», sagt der Kinder- und Jugendpsychologe Urs Kiener von Pro Juventute auf Anfrage von SI online. Das Hirn sei eine Baustelle, der Hormonhaushalt ständig in Bewegung. «Während dieser Zeit brauchen junge Menschen enge Bezugspersonen und den Austausch auf Augenhöhe», erklärt Kiener weiter.

 

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Dass Noah all das bei «Deutschland sucht den Superstar» bekommt, wagt Kiener zu bezweifeln. Ausserdem sei es für Typen wie Noah auch nicht einfach, vor einer Jury, die kein psychologisches Know-how hat, zu bestehen. Noch härter dürfte der Fall sein, wenn die Showlichter ausgehen. Es ist bekannt, dass sich die wenigsten Gewinner einer Casting-Show langfristig im Business halten können.

«Im besten Fall kann ein Mensch gut mit den 15 Minuten Ruhm umgehen, im schlimmsten Fall kommt er zurück in die Realität und wird gehänselt», erklärt Kiener. Schliesslich gehe es bei Sendungen wie «DSDS» nicht um die Talente, sondern um reine Unterhaltung der TV-Zuschauer.

 

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«Ich will nicht immer weinen»

Noah selber hat sich aktuell gerade gut im Griff und zeigt sich motiviert und selbstbewusst: «Ich will nicht immer weinen, ich will vielmehr mein Talent beweisen», sagt er zu SI online. Kiener rät in so einem jungen Alter dennoch von einer Teilnahme bei «DSDS» ab: «Erst wenn man ein gesundes Selbstbewusstsein aufgebaut hat, ist man genug erwachsen, um ein Mitmachen bei solch einer Show selber zu tragen und verantworten zu können.»

Ob es Noah Schärer nun tatsächlich in die Top 10 und damit in die «DSDS»-Live-Shows schafft, sehen Sie nächsten Samstag ab 20.15 Uhr auf RTL.

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