Ohne Rolf Jetzt blättern die Plakat-Komiker auf Chinesisch

Auf der Bühne sprechen sie selten auch nur ein Wort. Das Schweizer Komikerduo Ohne Rolf kommuniziert durch vorgedruckte Plakate. So können Christof Wolfisberg und Jonas Anderhub ohne Sprachbarrieren auftreten - und versuchen es jetzt auf Chinesisch. Erst in Winterthur, dann in China!
Ohne Rolf (Christof & Jonas) auf chinesisch
© zvg

Übersetzung gefällig? Christof Wolfisberg (links) sagt «Hallo». Und Jonas Anderhub? Er antwortet mit: «Schrei doch nicht so».

Zwei Schweizer wollen China zum Lachen bringen. Das einzig durch witzige Dialoge und ausgefeilte Wortspiele. Jonas Anderhub und Christof Wolfisberg sprechen zwar kein Wort Mandarin, schaffen es aber trotzdem. Als Komikerduo Ohne Rolf begeistern sie seit zehn Jahren auf Kleinkunstbühnen ihr Publikum, ohne auch nur ein Wort zu sprechen. Die beiden 38-jährigen Komiker treten mit Plakatständern auf und unterhalten sich schriftlich. Das eröffnet ihnen Möglichkeiten, die andere nicht haben.

«Es entstand der Wunsch, in einer für uns völlig exotischen Sprache aufzutreten», sagt Jonas Anderhub im Gespräch mit SI online. «Wir werden wohl die ersten Europäer sein, die völlig akzentfrei in China auf der Bühne stehen.» Damit das klappt, überarbeiteten Anderhub und Wolfisberg gemeinsam mit mehreren Übersetzern ihr Programm. Satz für Satz wurde akribisch bearbeitet. Gerade Wortspiele stellten eine Herausforderung dar. «Wir versuchten aber, möglichst nahe am Original zu bleiben.»

Ein Konzept, das offenbar aufgeht. Einen Kurzauftritt auf Chinesisch hatten Ohne Rolf bereits. Anlässlich der chinesischen Neujahrsfeier traten Jonas und Christof vor 600 Chinesen im Zürcher Volkshaus auf. Sie seien sehr skeptisch gewesen, ob die Übersetzung und der Humor funktionieren würde. «Als bereits beim ersten Plakat schallend gelacht wurde, trauten wir unseren Ohren nicht», erinnert sich Jonas Anderhub.

Jetzt folgt das erste abendfüllende Bühnenstück auf Chinesisch. Am Dienstag, 24. Juni, treten die beiden im Casinotheater Winterthur auf und spielen ihr Programm «Blattrand» (页边). Nervös sind die beiden Komiker nicht. «Wir denken jeden Satz auf Deutsch, egal in welcher Sprache die Plakate auf der Vorderseite übersetzt sind.» Jedoch seien sie etwas in Sorge, ob denn auch genug Leute kommen werden.

Umso spannender wirds im September: Dann geht das Duo auf eine Kurztour nach China. In Peking, Hangzhou und Shanghai wollen Jonas Anderhub und Christof Wolfisberg die Chinesen begeistern. Auch wenn sie vielleicht nicht immer hundertprozentig wissen, wieso genau die jetzt so lachen müssen.

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