Das persönliche Interview mit Pasquale Aleardi «Ich bin absolut kinosüchtig»

Als halb Grieche und halb Italiener ist Pasquale Aleardi nicht nur ein Sprachtalent, sondern ist auch als Schauspieler und Musiker erfolgreich. Jetzt kommt er mit seiner Band Pasquale Aleardi & Die Phonauten das erste Mal in die Schweiz. Ein ganz besonderer Moment für den Zürcher.
Pasquale Aleardi Porträt Februar 2017
© Getty Images for Wempe

Pasquale Aleardi kommt mit seiner Band Pasquale Aleardi & Die Phonauten das erste Mal in die Schweiz.

Pasquale Aleardi, Sie kommen im Februar mit Ihrer Band erstmals in die Schweiz.
Ich freue mich, endlich in meiner Heimat, mit Familie und Freunden im Publikum, zu spielen.

Sie haben kürzlich in der Serie «Das Pubertier» mitgespielt. Wie waren Sie in der Pubertät?
Meine Eltern würden sagen: anstrengend und teuer. Ich hatte viele Hobbys: Karate, Fussball und Klavierspielen. Aber ich finde, dass sie Glück hatten. Spätestens als ich mit elf die Musik entdeckte, wussten sie immer, wo ich war: in meinem Zimmer am Klavier.

Als Sie 16 Jahre alt waren: Wie sah da Ihr Zimmer aus?
Voller Noten und Poster mit Michael Jackson, James Brown und Stevie Wonder. Und natürlich mein Klavier. Eigentlich gehörte Mozart auch an die Wand, aber meine Geschwister bekamen schon die Krise, als ich seine komplizierten Klassiker geübt habe.

Was in Ihrem Alltag müssten Sie aus ökologischer Sicht dringend verändern?
Meine Frau und ich sind da schon ziemlich fortschrittlich. Wir haben kein Auto, trennen den Müll und verbrauchen wenig Strom, da wir sowieso selten zu Hause sind (lacht). Vielleicht müsste ich die eine oder andere Lampe austauschen oder öfters an meinen Kaffee-to-go-Becher denken.

Pasquale Aleardi mit seiner damaligen Freundin und heutigen Frau Petra an der Musical-Premiere von Chicago in Stuttgart
© ddp images / Breuel-Bild

Schauspielpaar: Pasquale Aleardi, seine Frau Petra Auer und ihr gemeinsamer Sohn Leonardo wohnen in Berlin.

Wie hätte Ihr Vorname als Mädchen gelautet?
Das müssten Sie meine Mutter fragen. Aber sie hätte mich lieber Filipas, die griechische Form von Philipp, genannt. Doch mein Vater hat sich mit Pasquale durchgesetzt.

Als Sie Kind waren: Was hat Ihre Mutter Ihnen da immer gesagt?
(Mit griechischem Akzent.) Zuerst Schule – dann schauen wir weiter.

Sie dürfen Ihren Wohnort neu designen: Aus welchen Städten, Dörfern und Landschaften setzen Sie ihn zusammen?
Oh, das wär toll! Dann würd ich auf alle Fälle den Berliner Weinbergpark in die Nähe pflanzen, inklusive aller Restaurants am Weinbergweg. Und der Zürichsee und das Bellevue dürfen nicht fehlen.

Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie den Teller nicht leer essen?
Das kam noch nie vor. Als Kind war ich übergewichtig. Ich ass zu viele Äpfel und Bananen mit Toni-Schoggijoghurt und darüber ein gefühltes Kilo Zucker. Mit dreizehn bin ich dann aber zum Glück in die Länge gewachsen.

Welche Musik soll an Ihrer Beerdigung gespielt werden?
Das sollen meine Angehörigen entscheiden (lacht). Mir kommen da nur absurde Gedanken, wie «Die vier Jahreszeiten» von Vivaldi, aber mit der Blockflöte gespielt.

Die bisher beste Idee Ihres Lebens?
Es gab in jedem Lebensabschnitt gute Ideen. Eine war sicherlich, die Prüfung für die Schauspielschule zu machen. Denn es war klar, dass ich Musik studieren wollte.

Pasquale Aleardi als Komissar Dupin im Film "Bretonisches Gold"
© HO

Pasquale Aleardi glänzte in verschiedenen Rollen: Hier als Komissar Dupin in «Bretonisches Gold».

Und die dümmste?
Einst wollte ich zum Komponieren unbedingt Instrumente und einen Computer kaufen. Ich wählte ein Musikgeschäft ganz in der Nähe aus, statt zu schauen, welches einen guten Ruf hat. Und wurde übers Ohr gehauen.

Welchen Wunsch haben Sie endgültig begraben?
Mit 46 Jahren werde ich wohl nicht mehr Romeo spielen.

Welche Ihrer Eigenschaften möchten Sie Ihrem Sohn Leonardo vererben?
Die Musikalität, wie ich sie – gemäss meiner Mutter – von meinem Grossvater geerbt habe. Es würde mich freuen, wenn er die Musik so erleben könnte wie ich.

Welche Filme haben Ihr Leben massiv beeinflusst?
Ach, das sind so viele, ich bin absolut kinosüchtig. Auf jeden Fall «Ist das Leben nicht schön?» von Frank Capra aus den 40ern und «Forrest Gump».

An einem Konzert sangen Sie «Ich wäre so gern wie du» aus dem «Dschungelbuch».
Das gehört auch zu meinen Lieblingsfilmen! Das Lied war eigentlich nur als Zugabe gedacht, aber es kam beim Publikum gut an!

Falls Ihr Leben verfilmt wird: Welcher Schauspieler soll die Hauptrolle spielen?
Ich bin noch zu jung, als dass mein Leben verfilmt werden würde. Und meine Lieblingsschauspieler Daniel Day-Lewis oder Denzel Washington sind entweder älter oder passen nicht von der Hautfarbe her.

Pasquale Aleardi in
© HO

Zielstrebig: Nach seiner Ausbildung an der Schauspielakademie in Zürich bekam Pasquale Aleardi seine erste Hauptrolle im Kinofilm «Tschäss».

Was hatten Sie als Kind für einen Spitznamen?
Pesciolino. Das heisst kleiner Fisch. Mein Vater nannte mich so. Ich hörte immer ein Hörbuch, in dem es um einen kleinen, müden Fisch ging. Ich bin aber zum Pesco aufgestiegen. So nennen mich heute meine Geschwister.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Klar. Im Kindergarten war ich in die Schneekönigin verliebt, in Claudia. Ich schenkte ihr alle meine Spielsachen, nachdem ich ihre Performance gesehen hatte.

Im Dossier: Weitere persönliche Interviews

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