Dafür beten Schweizer Prominente an Ostern 3/13 Peach Weber: «Gebete auf Latein tönten für mich nach Abrakadabra»

Wie feiern sie Ostern? Wofür beten sie? Zwölf Prominente verraten bei der grossen Serie der «Schweizer Illustrierten» exklusiv, wie sie an Gott glauben. Der 65-jährige Komiker Peach Weber erzählt, was es mit seiner Faszination für Kirchen auf sich hat und weshalb die Ostereiersuche wegfällt.
Peach Weber
© Joseph Khakshouri

Mit einem Gott, wie ihn die Kirchen definieren, kann der Komiker Peach Weber wenig anfangen.

Wofür beten Sie?
Es ist eigentlich kein Beten, man muss sich das etwa so vorstellen, wie bei Don Camillo. Er hat ja mit Jesus gesprochen und auch Antwort bekommen. Ich spreche in ähnlicher Weise mit etwas Höherem, was aber nichts mit den üblichen Religionen zu tun hat. Ich will das Höhere für mich gar nicht definieren, das tun ja die Kirchen schon und schlagen sich dafür zum Teil die Köpfe ein.

Wo und wann beten Sie?
Ich setze mich meistens an einen Fluss, bei uns an die Reuss. Dort merke ich dann immer wieder, wie relativ alles ist. Der Fluss fliesst an mir vorbei und das Bild ist wohl seit tausend Jahren sehr ähnlich. Manchmal setze ich mich auch in eine leere Kirche, auch das hat mit Religion nichts zu tun, es ist die Erhabenheit des Gebäudes, die mich fasziniert.

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Gebet?
Beten war früher in meiner Kindheit ähnlich wie Strafaufgaben in der Schule. Wenn man gebeichtet hat, hiess es zur Strafe: 5 mal das «Vater unser» beten. Das hat man dann abgespult und quasi erledigt. Grosse Erkenntnisse habe ich da nicht gewonnen. Ich fand Gebete auf Latein spannender, da verstand man dann gar nichts, aber es tönte nach Abrakadabra.

Wie feiern Sie Ostern?
Ich «feiere» am liebsten bei einem guten Essen mit lieben Menschen. Da passiert sonst nichts Besonderes. Da keine kleinen Kinder mehr da sind, entfällt das Eiersuchen. Eiersuchen kenne ich in den letzten Jahren nur noch vom Grossverteiler, der ist oft so weitläufig, dass man beinahe ein Navi braucht, um das Regal mit den Eiern zu finden.

Alle Artikel zur Osterserie der «Schweizer Illustrierten» finden Sie in unserem Dossier.

Auch interessant