Olympia-Legenden Pedersen-Bieri, Schneider & Spirig im Porträt

Die «Schweizer Illustrierte» will von Ihnen wissen, wer Ihr grösster Olympia-Held aller Zeiten ist. Damit Sie Ihren Favoriten noch besser auswählen können, stellen wir Ihnen die Nominierten näher vor. Heute: Maya Pedersen-Bieri, Vreni Schneider und Nicola Spirig.

MAYA PEDERSEN, 39, SKELETON
Sie ist nur 1,63 Meter gross und 54 Kilogramm leicht, die leichteste aller Skeletonathletinnen in der Bahn von Cesana. Aber die zierliche Berner Oberländerin deklassiert bei den Olympischen Spielen von Turin 2006 alle. Sie fährt in beiden Läufen Bestzeit, siegt mit 1,23 Sekunden Vorsprung. Das Erfolgsgeheimnis? Ihr Mann und Trainer, der Norweger Snorre Pedersen, erstellt von der Strecke eine Computeranimation, die sie immer wieder abruft. Einen wichtigen Kick geben ihr auch die Teamkollegen. «Die Medaillen von Bruno Kernen und Martina Schild haben mich inspiriert. Vor dem Rennen habe ich Kernen getroffen. Er sagte zu mir: ‹Go for Gold.›» Die Mutter zweier Kinder, nach der in Spiez ein Erlebnisspielplatz benannt ist, beendet ihre Olympia-Karriere in Vancouver mit einem neunten Platz.

VRENI SCHNEIDER, 46, SKI ALPIN
«1988 in Calgary hatte ich die Form meines Lebens. Am Morgen vor dem Riesen war ich schon um 4 Uhr wach. Ich verliess das Haus Richtung Wald trotz der Warnung, dort seien Bären unterwegs. Die Natur gab mir etwas Ruhe. Der erste Lauf war allerdings nicht optimal. Ich war nur Fünfte. Dafür fuhr ich den zweiten wie auf Schienen. Damals begann das mit meinen berühmten zweiten Läufen. Ich hatte Bestzeit, bevor Blanca Fernandez Ochoa als Letzte auf die Piste ging. Wir waren gute Freundinnen, obwohl wir uns kaum verstanden. Als sie ausrutschte, wusste ich kaum, wie ich reagieren sollte. Sie tat mir so leid. Zwei Tage später im Slalom war es ähnlich dramatisch. Ich führte eine Hundertstelsekunde vor Camilla Nilsson. Doch während sie im zweiten Lauf stürzte, brachte ich es mit einer tollen Fahrt und einem riesigen Vorsprung ins Ziel. Ich erinnere mich an die erste Medaillenfeier vor 50 000 Menschen in Calgary. Ich stand auf dem Podest und hatte das Gefühl, ich falle herunter. Fürst Rainier übergab mir die Medaille, und ich weiss noch, dass nicht nur meine Schwester Barbara in der Menge war, sondern auch mein Fanclub mit einer Glarner Fahne. 1994 in Lillehammer war aber das Grösste. Die Landschaft war unglaublich schön, wir wohnten privat bei einer Familie, die sich rührend um uns kümmerte. Im ersten Lauf des Slaloms fuhr ich hinterher und war nur Fünfte. Vor dem zweiten war ich so nervös, dass ich fast erbrach. Ich weiss noch, dass ich zwischen den Läufen meinen Vater anrief. Mit einem der ersten Natels, die es damals gab. Ein Riesenknochen. Vor dem Start versteckte ich mich hinter den Bäumen und sagte mir, dass es ein Riesenprivileg ist, diesen Sport in der Natur ausüben zu können, dass etwas Schönes auf mich wartet. So fuhr ich dann auch. Ich legte eine tolle Bestzeit hin, die hielt. Als Katja Koren nicht mehr vom Fleck kam, lief eine Betreuerin auf mich zu und sagte mir: ‹Vreni, du bist noch mal Olympiasiegerin!›»

NICOLA SPIRIG, 30, TRIATHLON
Gold, oder Silber? Bange Minuten muss Nicola Spirig überstehen, ehe es offiziell ist: Sie ist Olympiasiegerin im Triathlon! In einem Fotofinish ist die Zürcher Unterländerin gleichzeitig mit der Schwedin Lisa Norden ins Ziel in London eingelaufen. Ihr Freund, der Triathlet Reto Hug, 37, begleitet sie die letzten paar hundert Meter jenseits der Abschrankungen. Am Ende entscheiden Millimeter. «Diese bangen Minuten möchte ich nie wieder erleben», sagt Nicola später. Für die Triathletin wird damit ein Traum wahr: Vier Jahre hat sie auf diesen Titel hingearbeitet und nebenbei noch das Jura-Studium beendet. Sie hat die erste Schweizer Medaille in London geholt – und darf zur Belohnung die Schweizer Fahne bei der Schlussfeier ins Olympiastadion tragen. Wie ihre Karriere weiter geht, hat Spirig noch nicht entschieden.

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