Facebook-Star Pony M.: «Ich kann auch mal zurückbashen!»

Sie verzaubert unter dem Pseudonym «Pony M.» tausende von Facebook-Usern. Doch wer steckt eigentlich hinter der humorvollen Schreiberin? SI online stellt Yonni Meyer etwas genauer vor.
Pony M im Interview über Facebook-Blog
© zvg

Bloggerin Yonni Meyer ist innerhalb weniger Monate zum Facebook-Star mutiert. «Als Pony M. bin ich direkter. Ich würde sagen, dass durch sie ein Teil meiner Persönlichkeit verstärkt wird.» 

Laute Kinder in Zügen, unanständige Jungs, die auf den Boden spucken, Lieblingsschweizer, verstopfte Nebenhöhlen... Bloggerin Pony M. scheinen die Themen nicht auszugehen. Sie unterhält ihre Leser auf ihrer Facebook-Seite mit kunterbunten Themen aus dem Alltag. Und genau das scheint ihr Geheimrezept zu sein: Fast jeder hat eine Meinung zu ihren Kurzgeschichten. Mehr als 17'000 Fans hat die Bloggerin bereits zu verzeichnen. Dabei hat sie doch erst im Juli dieses Jahres angefangen. Wie geht sowas? Wer ist diese Frau eigentlich?

Im «echten Leben» heisst sie Yonni Meyer, ist 31 Jahre alt und in Benken ZH aufgewachsen. Sie hat Sprachwissenschaften und Psychologie studiert und zählt Humor zu den wichtigsten Dingen ihres Lebens. Die perfekte Kombination, um Blogs zu schreiben, die nicht nur inhaltlich viel hergeben, sondern auch noch gut geschrieben und witzig sind. «Dass es auf Facebook nach so kurzer Zeit schon so abgeht, hätte ich niemals für möglich gehalten», sagt Yonni im Gespräch mit SI online.

Wie schafft es die junge Frau, in der schnelllebigen Internetwelt die Leute so sehr zu fesseln? «Ich denke es liegt daran, dass sich die Leser gut mit mir identifizieren können. Ich schreibe über Situationen im Alltag, die jeder erlebt. So hat auch jeder eine Meinung dazu», erklärt sich die 31-Jährige ihren Erfolg. Und natürlich provoziere sie auch gerne. Das aber in Massen. Schliesslich veröffentliche sie nur Texte, hinter denen sie auch zu 100 Prozent stehen könne.

Obwohl Pony M. haufenweise positive Resonanz erhält, gibt es auch immer wieder Leser, die negative Kritik äussern oder anderer Meinung sind. «Das ist auch vollkommen in Ordnung», so die Schreiberin. «Mein Blog ist ja keine objektive Berichterstattung, sondern meine subjektive Sichtweise.» Klar regt sie sich ab und zu darüber auf, wenn ihr einer blöd kommt. Aber die selbstbewusste Yonni weiss sich zu wehren. «Ich kann auch mal zurückbashen!»

Sie lese immer alle Kommentare und Nachrichten, die sie erhalte. Beantworten sei zwar nicht in jedem Fall möglich, denn das würde ihre zeitlichen Möglichkeiten übersteigen. Doch freuen tue sie sich immer wieder über Rückmeldungen. Sogar Heiratsanträge habe sie schon bekommen, erzählt die Brünette schmunzelnd. Doch Erfolg hatte bisher keiner damit. «Ich bin sehr fest Single. Ich habe schlicht keine Zeit, um Männer kennenzulernen. Sollte die Liebe jedoch tatsächlich anklopfen, sage ich bestimmt nicht Nein», verrät sie.

Doch schon ihre Texte kommen derzeit etwas zu kurz. Die schreibt Yonni Meyer - neben ihrer Arbeit als Psychologin in der Personalbranche - jeden Abend am Pult. Jedoch hat sie dort bereits die Kündigung eingereicht, wie sie verrät. Um sich voll und ganz der Schreiberei widmen zu können. Zwischen 30 Minuten und einer Stunde benötige die Zürcherin, um einen Beitrag zu verfassen. Die Themen fliegen ihr einfach zu. Sie hat keine Angst davor, ihre Meinung in die Welt zu posaunen. Ausser bei politischen und religiösen Themen sei sie vorsichtig. «Ich will niemanden belehren.»

Dass der Facebook-Star so viel Energie investiert, hat einen guten Grund. «Ich mache das, was ich am liebsten tue und am besten kann. Dass dies auch noch gut ankommt, ist mein grosses Glück», sagt Yonni Meyer. Sie habe auch schon Angebote von Zeitungen und Verlagen erhalten. «Ich weiss nicht, wie meine Zukunft aussieht. Momentan geniesse ich einfach, was mit mir passiert.»

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