Roger Schawinksi Presseschau: «Den Hummler wie eine Wespe gepiekt»

Am Montagabend gab der wohl bekannteste Schweizer TV-Talker sein Comeback beim Schweizer Fernsehen: Roger Schawinski, 66, begrüsste in der nach ihm benannten Sendung den Privatbankier Konrad Hummler. Klar, lassen es sich die Medien nicht nehmen, Schawinskis Auftritt zu analysieren.

Die erste Talk-Sendung von Roger Schawinski ist vorbei, SI online hat für Sie die Feedbacks von Medien und Medienprofis zusammengetragen:

Nik Niethammer, Chefredaktor der «Schweizer Illustrierten» hat ihn nervöser als sonst erlebt. «Roger sprach zu Beginn sehr schnell, das ist untypisch für ihn. Im Laufe des Gesprächs legte sich die Anspannung.» Die Sendung gefalle ihm, Logo, Dekor und Design bewertet er als sehr positiv. «Verbesserungsfähig sind die Einspieler zum Talkgast. Hier muss sich Schawinski an keinem Geringeren als an Polit-Talker Frank Plasberg (‹Hart aber fair›) orientieren.» Niethammer ist überzeugt, dass sich Schawinski die kritischen Stimmen sehr genau anhören wird, «dafür ist er zu sehr Profi. Obwohl es ihm immer bewusst war, dass einige Kritiker nur darauf gewartet haben, sich an ihm abzuarbeiten». Roger Schawinski werde die Sendung weiter entwickeln und optimieren, eine umfassende Beurteilung «ist erst nach fünf bis zehn Ausgaben möglich».

Hugo Bigi, Interviewer: «Aufsässig, hartnäckig, schlagfertig, schnell, mit den Zahlenbeispielen nicht so genau: Roger Schawinski war wie ein frisch-renovierter Tischventilator, der den etwas hilflosen Privatbankier auf einen schwindelerrengenden Hummlerflug manövrierte», sagt Bigi auf Persönlich.com.

Für die Publizistin und Dozentin Esther Girsberger ist Verbesserungspotential vorhanden: «Was haben wir nun von Konrad Hummler, dem redegewandten und unkonventienellen Bankier, erfahren? Dass er zur Abgeltungssteuer, zum Bankengeheimnis, zum Auflagenschwund der Zeitung, zur 68er-Generation einiges zu sagen hätte. Nur blieb es bei den Vermutungen, weil Roger Schawinski den Gast dauernd unterbrach.»

«Schawinksi sieht verdammt gut aus. Schön, auch mal Schawinski nervös am Bildschirm zu erleben. Er ist fast expodiert in den ersten Sekunden, der Arme», sagt Peter Rothenbühler, Direktionsmitglied Edipresse und ist sich sicher: «Bald wird man von Politikern nicht mehr erwarten, dass sie arenatauglich sind, sie müssen schawinskitauglich werden.» Rothenbühler bezeichnet «Schawi» als den Muhamed Ali der Talkmaster, «The Mouth, er tänzelt und grinst wie ein Kind, wenn er seine rethorischen Haken richtig platziert hat. Wie eine Wespe hat er den braven Hummler gestern gepiekt.» Rothenbühler freue sich «teuflisch» auf den ersten Gast, der Schawinski «niederhacke»: «Das wird geil! Und deshalb wird die Sendung ein Erfolg. Spannung liegt in der Luft. Und die zu erzeugen ist die grosse Kunst des Talkmasters. Mein Fazit: sehr gut, aber vielleicht mal 30 Sekunden länger zuhören, gell Schawi.»

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