Ast & Jordi Psychologin sagt: Handykontrolle ist erlaubt

Francine Jordi spaltet mit ihrer SMS-Spionage die Schweiz. Darf man oder darf man nicht das Handy des Partners kontrollieren? Ja, findet die Psychologin Gabriela Kirschbaum. Nämlich dann, wenn ein Verdacht begründet ist.

Schweizer Illustrierte: Frau Kirschbaum, ist das Handy heute Beziehungskiller Nummer eins?
Gabriela Kirschbaum: Bevor man aufs Handy schauen geht, gibt es meist eine Vorgeschichte. Früher fand man Quittungen und Briefe. Heute SMS - mit Nachrichten, die ich in meiner Praxis häufig als eindeutig erlebe. Die modernen Medien machen den Weg, auf jemand anderen gluschtig zu werden, kürzer.

Was raten Sie Klienten, die vermuten, dass sie betrogen werden?
Ansprechen und nochmals ansprechen. Wenn der Partner oder die Partnerin konstant behauptet, dass da nichts ist, aber das diffuse Gefühl trotzdem bleibt, finde ich es heute gar nicht mehr so schlecht, wenn man aufs Handy oder in die Mailbox schaut. Wer betrügt, der fürchtet und schämt sich - und bringt die Wahrheit häufig einfach nicht über die Lippen.

Wer spioniert auf dem Handy des Partners?
Die meisten machen es nicht aus heiterem Himmel. Ausser krankhaft Eifersüchtige. Weil es etwas sehr Demütigendes ist.

Florian Ast sagt, Francine Jordi habe ihm keine Möglichkeit gegeben, das SMS zu erklären...
Schade. Wenn sie überzeugt ist, dass er fremdgegangen sei, ist eine gefühlsmässige Eskalation normal. Die Öffentlichkeit der beiden macht die Sache nicht einfacher. Dass sie mit dem «Blick» sprach, aber offenbar nicht mit ihm, muss eine wahnsinnige Kränkung sein für ihn.

Weshalb geht der Mensch fremd?
Wenn sich die Beziehung auseinandergelebt hat. Wenn Bedürfnisse nicht gehört oder ernst genommen werden. Um das eigene Selbstwertgefühl zu steigern und Anerkennung zu finden. Oder um sich mit vierzig, fünfzig Jahren wieder lebendig zu fühlen zum Beispiel.

Gehen Karriere-Typen und Prominente eigentlich öfter fremd?
Bei einem extrem vollen Terminkalender und dem stetigen Druck, etwas darstellen zu müssen, entsteht das Bedürfnis, auszubrechen. Sex ist dafür etwas vom Wirksamsten.

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