Christina Surer Reisetagebuch: Sie ist tief berührt

Als Botschafterin des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) reiste die Rennfahrerin und Moderatorin nach Nepal, um sich vor Ort von den Hilfeleistungen zu überzeugen. Für SI online führte Christina Surer Tagebuch. Im siebten Teil berichtet sie über die hart arbeitenden Bergdorfbewohner.

TAG 7

Heute heisst es schon wieder Koffer packen. Wir wollen Rita, eine der Frauen, die vom SRK für die neue Kampagne fotografiert wurde, in ihrem Heimatdorf besuchen. Und das liegt hoch oben in den Bergen, weitab von jeder Zivilisation. Mit den Jeeps machen wir uns auf den Weg. Es geht wieder stundenlang über Stock und Stein. Kurz vor Mittag legen wir einen Halt ein. Wir wollen ein SRK-Projekt, hier irgendwo im Nirgendwo, besuchen.

Nach einem kurzen Fussmarsch erreichen wir den Ort. Es ist ein kleines Dorf, knapp 40 Häuser. Die Leute leben von der Landwirtschaft und dem, was ihre Tier hergeben. Hier leistet das SRK Entwicklungshilfe. Die Dorfbewohner können sich endlich einen Brunnen bauen. Ich bin schwer beeindruckt von den Leuten und der Arbeit, die sie hier leisten.

Über zwanzig Frauen und ein paar Männer arbeiten hier unter schwierigsten Bedingungen. Einige der Frauen bearbeiten mit Hämmern Steine, andere schleppen Korbweise Sand zur Baustelle. In mühseliger Handarbeit entsteht hier der erste Brunnen des Dorfes. Was das für das Dorf bedeutet? Alles! Zum Beispiel, dass in den Dörfern jedes Jahr fünf bis sechs Babys sterben, solange sie keinen Zugang zu frischen Trinkwasser haben. Mit einem einzigen Brunnen ändert sich das schlagartig. Ich bin tief berührt.

Am Nachmittag geht es per Jeep weiter in die Berge. Am späten Nachmittag lassen wir unsere Fahrzeuge stehen und machen uns zu Fuss auf den Weg zu Rita. Ich bin gespannt, was uns dort erwartet. Und auch darauf, wie wir die Nacht verbringen werden. Wir werden bei Rita im Haus übernachten – unter einfachsten Bedingungen.

Am Donnerstag, 13.9.2012, gehts weiter mit Christina Surers Reisetagebuch auf SI online. Die ganze Geschichte erscheint in der «Schweizer Illustrierten» vom 17. September 2012.

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