Auch wenn er normalerweise das Heu nicht auf der gleichen Bühne wie die Linken hat - «hier gehts um die Sache, nicht um die Partei», sagt Renzo Blumenthal in der aktuellen Ausgabe der «Schweizer Illustrierten». Der Bündner Biobauer und Mister Schweiz des Jahres 2005 macht sich für die Initiative gegen Nahrungsmittel-Spekulation der Jungsozialisten stark. Ausgerechnet! Denn Blumenthal ist engagiertes SVP-Mitglied und will 2019 für den Nationalrat kandidieren, wie er schon vor eineinhalb Jahren sagte. Noch immer könne er sich das gut vorstellen, sagt er. Rechtsbürgerlich müsste die Partei sein, obwohl er jetzt ein linkes Anliegen unterstütze.
Renzo Blumenthal will, dass das Schweizer Volk am 28. Februar ein Zeichen setze. «Es kann doch nicht sein, dass die Banken an den Rohstoffbörsen mit Milliardenbeträgen auf steigende Preise von Grundnahrungsmitteln wie Mais und Weizen wetten!» Als Bauernsohn hat er früh gelernt, mit Nahrungsmitteln respektvoll umzugehen. «Auch weil ich wusste, woher unser Essen kommt», sagt er. «Vom Hirn bis zum Schwanz haben wir damals alles gegessen.» Und was er als Kind gelernt hat, soll erst recht für «Finanzjongleure» gelten. «Mit Essen spielt man nicht!»
Dass der Bauernverband Stimmfreigabe bei der Juso-Initiative beschlossen hat, versteht er nicht. Er weiss: «Berufskollegen in den Entwicklungsländern leiden am meisten, wenn die Preise wegen den Spekulationen stark schwanken.» In Äthiopien zum Beispiel sind die Maispreise in einem Jahr um 300 Prozent gestiegen. «Als Bauer hast du so keine Chance mehr.» Aber auch in der Schweiz sind die Landwirte von schwankenden Lebensmittelpreisen betroffen. Er spüre das selbst beim Kraftfutter für seine Kühe. «Wird das Getreide teurer, kostet das Futter mehr. Das wirkt sich wiederum auf den Milchpreis aus.»
Die ganze Geschichte mit Renzo Blumenthal und exklusive Bilder vom Biobauern, seiner Frau und seinen drei Kindern: In der «Schweizer Illustrierten» Nr. 4 - ab 29. Januar 2016 am Kiosk, auf Ihrem iPad oder im WebReader.