«Wir hatten es damals schon sehr gut» Roger Federer über die sportliche Zukunft seiner Kids

Für Tennis-Maestro Roger Federer sind die Swiss Indoors in Basel sein sportliches Wohnzimmer. In einem Interview zum 20. Jubiläum des Turniers verrät er, warum er sich für seine Familie etwas Ruhe erhofft und wie er sich die sportliche Zukunft seiner Kinder vorstellt.  
Roger Federers Zwillings-Buben auf dem Tennisplatz in Wimbledon
© Keystone

Keiner zu klein, auf dem heiligen Rasen von Wimbledon zu sein.

Die letzten Wochen seien sehr hektisch, aber schön gewesen, gesteht Tennis-Gott Roger Federer in einem Interview mit dem «Sonntagsblick». «Die Asien-Tour war extrem busy, aber auch extrem lässig. Meine vier Kinder waren ja auch dort, da war natürlich viel los.»

Auch seine Frau Mirka Federer, 40, hat ihren Mann nach Asien begleitet. Die sechsköpfige Familie nutzte die Zeit, um gemeinsam in die fremden Kulturen der Länder abzutauchen. «Ich habe Tokio mal wieder gesehen, wir besuchten sogar Kyoto – das wollte ich schon immer mal machen. Und Shanghai ist sowieso unglaublich. Jedes Jahr gibt es dort neue, noch höhere Gebäude, neue tolle Restaurants. Mirka war jetzt zehn Jahre nicht mehr da und sie meinte, es sei nicht mehr wieder zu erkennen», so der 37-Jährige weiter. 

Bildergalerie: Mira Federer - ihr Stil im Wandel der Zeit

Normalität und Ruhe für die Federer-Kinder

Die Kinder seien überwältigt gewesen von so vielen neuen Eindrücken. «Sie haben viel unternommen und waren total fasziniert von allem.» Doch die Eltern Federer freuen sich auch wieder auf eine Portion Schweiz für ihre Rasselbande: «Nun müssen sie wieder zurück zur Normalität und zur Ruhe finden. Das ist mir sehr wichtig.»

Gestern Samstag starteten die Swiss Indoors in Basel. Das traditionsreiche Turnier feiert heuer sein 20. Jubiläum. Und fast genauso lang ist Roger Federer schon mit dabei. Seine ganze Familie ist seit jeher mit dem Turnier verbunden und der kleine Roger wuchs praktisch auf dem Basler Court auf. «Damals arbeitete meine Mutter noch über längere Zeit im Ausweis-Büro. Meine Schwester Diana half beim Auf- und Abbau ihres Schalters und ich habe fleissig Lösli verkauft.»

Ärger von Michael Stich

Federer musste sich vor einigen Jahrzehnten als Tennis-Mini noch von Legende Michael Stich zusammenstauchen lassen, wenn er als Balljunge nicht spurte. «Es kam schon mal vor, dass Michael Stich mit mir schimpfte und sagte: Steh doch mal da rüber, die Bälle springen hier ja immer von der Wand weg! Dann habe ich das natürlich sofort gemacht.»

Roger Federer als Kind am Tennis spielen
© HO

Früh übt sich: Roger Federer ist mit dem Tennisschläger in der Hand aufgewachsen.

Generell habe er seine Jahre als Balljunge in Basel sehr genossen. «Das ans Stadion angrenzende Schwimmbad wurde für uns mit Schaumstoff ausgelegt, der ganze Pool zu einer Art Gumpi-Schloss umfunktioniert. Heute sitzen die Kids alle in einem Zimmerli, dagegen hatten wir es schon sehr gut», resümiert Federer. 

Für seine Kinder, die Zwillinge Myla Rose und Charlène Riva, 9, sowie Lenny und Leo, 4, kann sich der berühmte Papa trotzdem sehr gut vorstellen, dass sie mal in seine Ballkinder-Fussstapfen treten: «Ich finde es eine super Erfahrung. Auch wenn ich gar nicht genau weiss, was es heute dazu braucht, ob die Ballkinder immer noch zu den besten Junioren der Region gehören müssen. Einen Tennis-Background müssen sie sicher haben, die Regeln begriffen haben und einen Ball werfen können. Aber das würden meine Kinder wahrscheinlich schon können», lacht der stolze Vater.

Roger Federers Kinder: Myla Rose Charlene Riva Leo und Lenny bei einem Tennis-Match 2018
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Die Federer-Kids vereint: Myla Rose, Charlene Riva, Leo und Lenny.

Roger Federer tritt am Montag, 21. Oktober gegen den Kroaten Filip Krajinović, 26, an den Swiss Indoors in Basel an.  

Bildergalerie: Roger Federer - sein Leben in Bildern

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