Federers Manager im Interview «Ob Roger noch drei Jahre spielt, ist fraglich»

Wie lange wird Roger Federer noch Tennis spielen? In einem Interview spricht sein Manager Tony Godsick über das baldige Karriereende vom Tennis-King und sagt, warum er sich manchmal etwas mehr Planung von seinem Klienten wünschen würde.
Roger Federer Porträt auf Tennisplatz 2018
© Imago/Icon Sportswire

Roger Federer will den Laver Cup 2019 in Genf spielen.

Für gewöhnlich gibt Tony Godsick nur sehr selten Interviews. Bei einem Treffen in Zürich hat der Manager von Roger Federer für «Blick» eine Ausnahme gemacht und über King Rogers Teilnahme am Laver Cup 2019 gesprochen.

Seit 2005 ist Godsick an Federers Seite und reist mit dem Tennis-Profi um die Welt. Nächstes Jahr wird der Laver Cup in Genf ausgetragen. Ein wichtiger Entscheid, wie Tony Godsick im Interview sagt: «Wir konnten nicht mehr länger warten. 2020 wird der Laver Cup wieder ausserhalb Europas durchgeführt. Ob Roger noch drei Jahre weiterspielt, ist wirklich fraglich.»

«Er selbst weiss nicht, wann er aufhört»

Danach gefragt, ob der Laver Cup garantiere, dass Federer noch ein Jahr aktiv ist, sagt der Manager: «Ich hoffe es! Er selbst weiss nicht, wann er aufhört.» Für ihn sei das manchmal frustrierend, denn er sei ein organisierter Mensch und plane gerne im Voraus. Immerhin: Federer blickt zumindest ein Jahr in die Zukunft. «Roger versicherte mir, dass er den Laver Cup in Genf spielen wird.»

«Eines Tages sitzt Federer vielleicht auf der Captains-Bank»

Offenbar haben sich der Tennis-Star und sein Manager schon über das bevorstehende Karrierenende unterhalten. Tony Godsick sagt: «Roger sagt immer: Es wird neue Nummer 1, neue Grand-Slam-Sieger geben. Sie werden das Zepter übernehmen und sich mit dieser Plattform profilieren.›» Das sei schwierig neben Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic gewesen - deren Dominanz sei nicht nur gut fürs Tennis, so Federers Manager.

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Dem Tennis ganz den Rücken kehren, wird Federer laut seinem Manager ohnehin nicht: «Ausserdem bleibt Roger den Fans erhalten. Eines Tages sitzen er oder Rafa vielleicht auf der Captains-Bank und coachen.»

Der Rücktritt ist weder heute oder morgen ein Thema. «Im Moment ist er noch voll Tennis-Profi. Er sagt immer, der Moment, in dem er mehr über die Zukunft nachdenke, sei der Moment, in dem er zurücktrete.» Für King Roger hat Tony Godsick nur lobende Worte: «Er ist ein brillanter Stratege, hat eine unglaubliche Fähigkeit, Dinge auf den Punkt zu bringen und Informationen verständlich zu vermitteln.»

«Er ist ein hervorragender Geschäftsmann»

Dafür verantwortlich seien seine Eltern, weil sie ihn so weltoffen aufwachsen liessen, ist Godsick überzeugt. «Roger bereiste schon früh die Welt, sah verschiedene Kulturen und lernte dabei, den Puls der Menschen zu fühlen, was sie mögen und wie man sie behandelt. Ja, er ist ein hervorragender Geschäftsmann.» Im Hinblick auf einen Rücktritt schaue man bereits jetzt, dass Federer Langzeit-Deals habe. 

Für die Sportwelt wird es ein trauriger Tag. Aus meiner geschäftlichen Sicht nicht

Federers Manager selbst sieht dem Rücktritt entspannt entgegen. «Für die Sportwelt wird es ein trauriger Tag. Aus meiner geschäftlichen Sicht nicht. Ich werde mehr von seiner Zeit bekommen – und das wird sehr, sehr aufregend!»

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