Das persönliche Interview mit Eishockey-Star Roman Josi «Der beste Freund? Meine Verlobte!»

Er sieht aus wie ein Model, ist der grösste Star des Schweizer Eishockeys und einer der fünf weltbesten Verteidiger. Der Berner Roman Josi redet über ein Tattoo, das Glück brachte, lacht über seinen Musikgeschmack als Teenager und erzählt von seinem ersten Schwarm im Leben.
Roman Josi
© Christoph Köstlin

Roman Josi hat sich an Weihnachten mit dem Model Ellie Ottaway frisch verlobt. 

So ein Leben, wie er es führt, hört sich für viele an wie ein Lottojackpot. Erfolgreicher Sportstar mit einem 28-Millionen-Dollar-Vertrag, einer Traumvilla im Grünen und frisch verlobt mit Foto-Model Ellie. In der laufenden NHL-Saison führt Roman Josi, 27, seine Nashville Predators an. Er ist nach Mark Streit erst der zweite Schweizer Captain in der NHL. «Eine Riesenehre für mich», sagt Josi stolz. «Ich will ein guter Leader sein und mich nicht verändern.»  

Roman Josi, um wie viel Prozent müssten Sie Ihr Arbeitspensum reduzieren, damit Sie massiv glücklicher wären? Sie haben ja letzte Saison mit Qualifikation und Playoffs an die hundert Spiele bestritten.
Ich glaube nicht, dass ich glücklicher wäre, würden wir weniger spielen. Wir haben zwar viele Spiele, aber nachmittags frei. Zudem haben wir den Sommer für uns. Das bedeutet viel Freiheit für mich.

Wo am Körper tuts Ihnen weh?
Nirgends eigentlich. Schmerzen habe ich nur bei einer Verletzung. Sonst gibts Erschöpfungszustände. Vor allem gegen Ende der Saison. Aber selten Schmerzen.

Als Sie ein Kind waren, was haben Ihre Eltern Ihnen da immer gesagt?
«Mach deine Aufgaben!» Ich war nicht gerade der Fleissigste in der Schule. Der Sport hat mich immer mehr interessiert.

Roman Josi
© Keystone

Der Topverteidiger ist der neue Captain des NHL-Teams der Nashville Predators.

Haben Sie ein Tattoo?
Ja. Ein Kleeblatt am rechten Bein. Das soll Glück bringen.

Bereuen Sie das?
Ich war damals 18 Jahre alt. Ich würde es mir heute nicht mehr stechen lassen. Aber ich bereue es nicht. Es hat Glück gebracht.

Über welche Ihrer Taten wird man noch lange nach Ihrem Ableben reden?
Sagen wir es so: Es gibt etwas, das mich glücklicher macht als Erfolge. Ich engagiere mich für «Best Buddies». Eine Organisation, die behinderten Kindern Freunde vermittelt. Ich habe viel Zeit mit Kindern verbracht, die das Down-Syndrom haben. Es war eine unglaublich gute Erfahrung. Einerseits zu sehen, wie viel Freude ich weitergeben kann, aber auch zu spüren, was sie mir geben. Diese Energie ist ansteckend.

Was war die bisher beste Idee Ihres Lebens? Und die dümmste?
Die beste war es, mit dem Eishockey zu beginnen. Die dümmste? Wir haben als Kinder mal ein Töffli entwendet. Sagen wir: nicht gestohlen, sondern ausgeliehen, ohne dass es der Besitzer wusste. Wir sind rumgefahren. Am Ende wurden wir erwischt und hatten ein extrem schlechtes Gewissen. Und die Eltern hatten natürlich keine Freude.

Welchen Wunsch haben Sie endgültig begraben?
Gitarre zu spielen. Ich wäre ja in Nashville eigentlich am richtigen Ort, um es zu lernen. Aber es braucht extrem viel Zeit, bis du es kannst. Ich glaube, das schaffe ich nicht mehr.

Welche Musik soll an Ihrer Beerdigung gespielt werden?
Uuh, das ist schwierig. Ich höre Songs, wenn sie mir gefallen, rauf und runter, bis ich sie nicht mehr hören kann. Früher als Kind habe ich immer Backstreet Boys gehört. Aber okay, ausgerechnet die müssten die Leute vielleicht wirklich nicht zu meiner Beerdigung hören (lacht).

 
Roman Josi Haus
© HO
Er hat sich in der Country-Music-City ein 2,3 Hektar grosses Anwesen mit Traumvilla erworben.

Falls Ihr Leben verfilmt wird, welcher Schauspieler soll die Hauptrolle spielen?
Leonardo DiCaprio. Das ist einer meiner Lieblingsschauspieler.

Als Sie 16 Jahre alt waren, wie sah da Ihr Zimmer aus?
Ich hatte ein paar Leibchen von mir selber aufgehängt. Von der U16-Nati der Schweiz etwa. Ich hatte nie viele Poster. Dafür ein paar Fussball-Leibchen. Eins von Gürkan Sermeter von YB. Von ihm war ich immer Fan.

Der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben?
Meine Eltern haben mir stets gezeigt, dass Familie das Wichtigste ist. Das ist auch jetzt zentral für mich. Der beste Ratschlag war, die Familie zu schätzen.

Was hatten Sie als Kind für einen Spitznamen?
Früher war ich der Römi, heute der Joslä. In der Nashville-Kabine bin ich für die meisten einfach Jous.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Sie hiess Lea. Wir waren im Kindergarten in Ostermundigen bis in die zweite Klasse zusammen. Mein erster Schwarm. Wenn wir uns gesehen haben, haben wir «Hoi» gesagt. Das gab damals bereits Herzklopfen.

Wer ist Ihr bester Freund?
Ich habe natürlich eine Gruppe von Freunden, die ich schon lange kenne. Aber wenn ich eine einzelne Person nennen müsste, dann ist es meine Verlobte Ellie. Sie versteht mich perfekt.

Über welches Geschenk haben Sie sich zuletzt gefreut?
Ich habe vom Team eine grosse Flasche Wein bekommen, die alle unterschrieben haben. Als Geschenk für meine Ernennung zum Captain. Das hat mich extrem gefreut. Die bekommt einen Ehrenplatz. Die werde ich als Erinnerung behalten.

Roman Josi
© HO
In der Freizeit engagiert er sich auch für Menschen mit Down-Syndrom.
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