Der grosse Tag für Nelson Sandra Boners Sohn kommt in die Schule

Im Hoch: Nelson, ältester Sohn von Wettermoderatorin Sandra Boner, wird Erstklässler - und darf nun endlich alleine in die Schule laufen.
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© Fabienne Bühler

Wenn die Jungs das Fenster anmalen, macht Sandra Boner mit. «Ich kann es ja wieder putzen.»

Mit der Präzision eines Uhrmachers spitzt Nelson, 7, an der alten Caran-d'Ache-Spitzmaschine seine Farbstifte, sortiert sie akribisch nach Farbton und verstaut sie im Thek. Aus signalrotem Leder, steht der Schulthek da wie eine überreife Tomate, die gepflückt werden will. Er wartet nur darauf, getragen zu werden. Aber auch Nelson - als Augustgeborener das älteste und grösste Kind im Kindergarten - ist mehr als reif für die Schule.

Er schnallt sich den Thek auf den Rücken und läuft forschen Schrittes zur Tür hinaus. «Wie sehe ich aus?», fragt er seine Mama, SRF-Wettermoderatorin Sandra Boner, 41. Sie lacht: «Super!», und fügt an: «Ich freue mich sehr auf diesen Neuanfang.» Denn Nelsons Start in den Kindergarten vor zwei Jahren war nicht der einfachste. Weil es zu viele Kinder in seinem Quartier hatte, wurde er in einen weit entfernten Kindergarten eingeteilt - tägliche Busfahrten inklusive. Und das, obschon zwei Kindergärten in unmittelbarer Nähe ihrer Dach-Wohnung in der Solothurner Vorstadt liegen. Da ein solcher Schulweg kleinen Kindern nicht zugemutet werden kann, wurden er und seine Kollegen von einer Schulassistentin begleitet. «Ich hätte es Nelson und auch Miles sehr gegönnt, den Weg in den Kindergarten alleine stemmen zu können», sagt Sandra. «Das gehört doch zu ihrer Sozialisation und ist ein erster kleiner Schritt in die Selbstständigkeit.»

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© Fabienne Bühler

Nelson übt für die erste Klasse, während Bruder Miles musiziert. Das französische Bilderbuch bekam er von seiner Pariser Grand-Mère väterlicherseits. 

Jetzt, wo Nelson in ein nahes Schulhaus eingeteilt wurde, wird er zum ersten Mal den Schulweg mit anderen Kindern zusammen, aber ohne Begleitung von Erwachsenen laufen. «Das ist sehr wahrscheinlich ein grösserer Schritt der Abnabelung für mich als für ihn», sagt Boner. Auch der jüngere Sohn Miles wurde dieses Jahr in einen Kindergarten in ihrer Nähe eingeteilt. «Das vereinfacht alles.» Nelson besucht das gleiche Schulhaus in Solothurn, in das schon Sandra Boner als Kind gegangen ist. «Vor kurzem schaute ich mit meinen Kindern beim Schulhaus hinein - und es riecht immer noch genau gleich wie vor über dreissig Jahren.»

Sandra Boner ist ihrer Heimat Solothurn seit jeher treu geblieben. Die beiden Grossmütter leben in unmittelbarer Nähe, was sich hilfreich punkto Kinderbetreuung erweist. «Wenn ich arbeite, verlasse ich um 9 Uhr morgens das Haus und bin erst kurz vor Mitternacht zurück», sagt die Wettermoderatorin, die zu 60 Prozent beim Schweizer Fernsehen angestellt ist. «Ich moderiere dann immer zwei Schichten.» Partner Matthieu, 41, der in einem Architektur-Büro ebenfalls in Solothurn arbeitet, isst dann mit den Kindern zu Mittag, danach übernehmen die Grossmütter. Die neue Schule bietet zwar eine Tagesschul-Struktur an, «aber solange die beiden Omas noch können und wollen, lassen wir es so».

Nelson derweil hat seine Runde auf der Dach-Terrasse beendet und kommt zurück in die charismatische Dach-Wohnung, die mit allerlei Design- und Vintage-Memorabilia ausgestattet ist. «Matthieu sammelt gern», sagt Boner. Und offenbar hat sich die Liebe zum Design bereits auf ihren Sohn übertragen. Der rote Schulthek jedenfalls, den Nelson für sich selbst ausgewählt hat, wird nicht von den üblichen Drachen oder Trucks verschandelt, sondern überzeugt als stilvolles Vintage-Modell. «Vielleicht will er ja mal was Schrilles aus Synthetik», sagt die Mutter. Bis es so weit ist, leuchtet der Thek rot und reif. Bereit zum Gepflücktwerden.

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