Hautnah mit dabei Sandra Studers Moderations-Marathon am ZFF

Was für ein Auftritt! Als Moderatorin und Sängerin ist Sandra Studer selber ein Star. Doch während des Zurich Film Festival lässt sie für einmal lieber andere glänzen.
Sandra Studer
© David Biedert

Fotogen: Sandra Studer posiert auf dem roten Teppich der IWC-Gala für die Fotografen.

Völlig ausser Atem rennt Sandra Studer, 48, durch den Hintereingang des Kino Corso die Treppen hoch, durch den Gang in die Maske. «Tut mir so leid, dass ich zu spät bin», keucht die Moderatorin. Es ist der Eröffnungsabend des Zurich Film Festival, und Studer interviewt vor dem Filmstart die Vertreter des Films «Borg/McEnroe» und Tennisgott Roger Federer. 

Kein Grund, nervös zu sein. Sandra Studer ist ein alter Hase im Geschäft und lässt sich durch prominente Persönlichkeiten nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Der Tag lief bis anhin wie geplant. Sie schrieb ihre Moderationen, die Proben gingen problemlos über die Bühne, und ihre Tasche hatte sie auch schon in der Garderobe deponiert.

Der Schreckensmoment

Dann fuhr sie nochmals kurz nach Hause und machte sich pünktlich auf den Weg zurück nach Zürich. Den Weg bis zum Bellevue geht sie gern noch zu Fuss. «Ich geniesse jeweils die tolle Stimmung auf dem Sechseläutenplatz.» Doch dann der Schreckensmoment: «Ich habe mein Kleid zu Hause vergessen!» Sie muss nochmals nach Küsnacht, sitzt später schweissgebadet in der Maske. Ihrer Stylistin bleibt nicht viel Zeit, trotzdem steht die Moderatorin bereits eine Stunde später wie aus dem Ei gepellt auf der Bühne.

Sandra Studer
© David Biedert

Entspannt: Sandra Studer liebt die Atmosphäre auf dem Sechseläutenplatz während dem ZFF.

Während des Zurich Film Festival steht Sandra im Dauereinsatz. «Es ist eine sehr intensive, aber auch total spannende Zeit», sagt sie bei der Vorbereitung auf ihren nächsten Auftritt an der IWC-Gala. Zusammen mit Bandleader Pepe Lienhard, 72, ist eine Regiebesprechung angesagt. 

Sing, Sandra!

Am Abend führt die Moderatorin nicht nur charmant und professionell durch das Programm, sondern zeigt auch, dass sie eine fantastische Entertainerin ist: Mit «Another Day of Sun» aus dem oscargekrönten Film «La La Land» singt sich die Zürcherin in die Herzen der 180 hochkarätigen Gäste. Kein Wunder, wird sie an der After-Show-Party für diese Performance mit Komplimenten überhäuft. «Mit Pepe und diesem grossen Orchester auf der Bühne zu stehen, macht einfach Spass», schwärmt Studer.

Sandra Studer Pepe Lienhard ZFF 2017
© David Biedert

Befreundet: Sandra Studer und Pepe Lienhard besprechen die Details für den Auftritt.

Einerseits freut sie sich, mit der grossartigen Glenn Close auf der Bühne zu stehen, anderseits ist sie unendlich traurig über die verheerenden Geschehnisse in Katalonien: «Was für eine Schande!», so die vierfache Mutter entsetzt. Ihr Handy klingelt im Minutentakt. «Meine Verwandten halten mich auf dem Laufenden und schicken mir Videos.» 

Die Zeit beim Stylist effizient nutzen

Sie schüttelt den Kopf und kann nicht fassen, dass die Polizei so schonungslos gegen friedliche Menschen vorgeht, die nur ihre Stimme abgeben wollen. «Das darf in einer Demokratie des heutigen Europas nicht passieren.» Dann konzentriert sie sich wieder auf ihre Moderation.

Kurzfristig muss sie ihre Fragen anpassen, weil noch ein Crewmitglied von «The Wife» mit auf die Bühne kommt. Während die Stylistin ihr die Haare frisiert, wiederholt Studer ihren Text immer und immer wieder: «Keini hät so liideschaftlich gliebt, intrigiert, Chinde verschreckt, glitte, rebelliert und gnüsslich Mane quält wie sie – natürlich alles rein brueflich.»

Sandra Studer
© David Biedert
Konzentriert: Sandra Studer nutzt jede Minute, um sich auf ihre Moderation an der IWC-Gala vorzubereiten.

Ja, Sandra Studer weiss, wie man das Publikum in den Bann zieht. Dann gehts auch schon los, noch kurz Small Talk mit Glenn Close, ein Selfie zur Erinnerung und Showtime. Ein weiterer Tag am Zurich Film Festival geht zu Ende.

Sandra Studer Glenn Close ZFF 2017
© Getty Images
Überrascht: Hollywood-Star Glenn Close zeigt sich im Gespräch mit Studer von ihrer sympathischen Seite.

«Der einzige Mann, für den ich je bezahlt habe»

Aber für Sandra Studer geht der Moderations-Marathon bereits anderntags weiter: «An Evening with Marc Forster». Der Davoser ist unser Mann in Hollywood und gehört zu den besten Regisseuren der Welt.

Er stellt seinen neuen Film «All I See Is You» dem Schweizer Kinopublikum vor, und Studer freut sich, dem sensiblen Star im intimen Kreis auf den Zahn zu fühlen. «Marc ist der einzige Mann, für den ich je bezahlt habe», sagt sie strahlend – und hat das Publikum mit einer witzigen Anekdote im Sack.

Sandra Studer Marc Forster ZFF 2017
© David Biedert

Interessiert: Marc Forster beweist, dass er ein wunderbarer Geschichtenerzähler ist.

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