Sarah Spale und Marcus Signer beim Dreh des SRF-Krimis Düstere Stimmung am Set von «Wilder»

Ein ganzes Jahr müssen Fans der Krimireihe «Wilder» noch warten, bis die zweite Staffel startet. SI online war am Drehort und verrät, wie düster die Erfolgserie weitergeht, und mit was die Schauspieler am Set zu kämpfen hatten. 

Nebelschwaden liegen über den Hügeln des Juras. Sie umhüllen Kirchtürme und Wälder. Eine kleine Strasse, bedeckt mit Herbstlaub, führt in den kleinen Ort Vendlincourt, der seit einigen Monaten Kopf steht. 

In der düsteren Kulisse, zwischen Feldern, Hügeln und Wäldern, wird die zweite Staffel der SRF-Erfolgsserie «Wilder» gedreht. Rund 70 Crew-Mitglieder lassen die Bevölkerungsanzahl der Gemeinde, die nur wenige Kilometer vor der französischen Grenze liegt, auf ganze 600 Personen anwachsen.

Drei Tote und ein Sägewerk

Es ist kalt am Set und die Schauspieler, die eine Szene von wenigen Minuten immer und immer wieder drehen müssen, werden in den Pausen mit dicken Jacken eingepackt und mit Tee versorgt.

In den sechs Folgen, die ab Januar 2020 im SRF zu sehen sein werden, müssen Kantonspolizistin Rosa Wilder, gespielt von Sarah Spale, und Marcus Signer als Bundespolizist Manfred Kägi im Berner Jura gleich drei grausame Morde aufklären.

Tiefer Einblick in düstere Vergangenheit

Die Opfer haben nur eines gemeinsam: Sie waren Gäste beim Jubiläumsfest der ortsansässigen Sägerei. Und auch in Staffel zwei bekommen die Zuschauer einen tiefen Einblick in die Seelen der Protagonisten.

Sarah Spale und Marcus Signer als Rosa Wilder und Manfred Kägi im Finale von «Wilder»
© SRF/Pascal Mora

Schwierige Charaktere mit dunkler Vergangenheit: Sarah Spale als Rosa Wilder und Marcus Signer in der Rolle von Manfred Kägi.

«Es war mir wichtig, dass Rosa sich weiterentwickeln konnte», sagt Sarah Spale im Interview mit SI online. Die junge Kommissarin Wilder ist nach ihrer Ausbildung zur Profilerin wieder zurück in ihrer Berner Heimat. «Sie ist stärker, selbstbewusster», so Spale weiter. 

Intensiver Drehplan

Eine der grössten Herausforderungen für die 38-Jährige war der dichte Drehplan. «Natürlich kann ich von der Erfahrung vom letzten Dreh profitieren, aber bis zu 60 Drehtage am Stück sind schon streng.» Darum fahre sie so oft sie könne heim zu ihrer Familie.

Sarah Spale
© Kurt Reichenbach
Sarah Spale in ihrer Basler Heimat. Hier lebt sie mit ihrem Mann und zwei Söhnen.

«Meine zwei Söhne durften auch je einen Tag ans Set kommen. Das war für alle eine schöne Bereicherung», so Spale weiter. Wenn die Mama dreht, dann schaut ihr Mann zu den vier- und achtjährigen Buben. «Sie machen das super.»

«Er ist so einsam»

Auch Marcus Signer, der den homosexuellen Bundespolizisten Manfred Kägi spielt, braucht immer wieder eine Auszeit in seiner Heimat Bern. «Dort habe ich Menschen, die mir guttun. Ich kann mit Freunden schnurren, gut essen und Billard spielen», sagt der Schauspieler.

Marcus Signer Wilder
© Pascal Mora

Ernst und einsam: Marcus Signer als Bundespolizist Manfred Kägi

Sein Charakter sei für ihn eine echte Herausforderung. «Kägi ist so einsam, so ernst und melancholisch. Das ist krass.» Er selbst sei eher ein Quatschkopf, sagt Signer. Nur um ernst anzufügen: «Aber wenn ich melancholisch bin, dann bin ich Kägi schon sehr ähnlich. Und wir beide nehmen uns Sachen viel zu sehr zu Herzen.» 

Zwei Sachen habe Signer von seiner Rolle gelernt, sagt er: «Er gibt nicht auf, er bleibt immer dran. Und man muss gut auf seine Schuhe achten.» Der Berner lacht, steht auf und geht zum Billardtisch, der im Interviewraum steht. «Da will ich jetzt kurz anspielen», grinst er. Zum Abschalten vermutlich. 

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