Melanie Winiger «Schönste Aufgabe: Mutter von Noël zu sein»

Seit letzten September lebt Melanie Winiger, 34, mit ihrem Sohn Noël, 10, in New York, pendelt aber beruflich ständig zwischen den USA und der Schweiz. Zum fünften Mal moderiert die Tessiner Schauspielerin in Zürich die Swiss Music Awards. Die «Schweizer Illustrierte» traf sie zum Gespräch.
Melanie Winiger wurde 1996 zur Miss Schweiz gekürt und ist mittlerweile erfolgreiche Schauspielerin.
© RDB/Christian Dietrich Melanie Winiger wurde 1996 zur Miss Schweiz gekürt und ist mittlerweile erfolgreiche Schauspielerin und Moderatorin.

Schweizer Illustrierte: Melanie Winiger, wie geht es Ihnen?
Melanie Winiger: Sehr gut! Nur habe ich Jetlag. Ich bin am Montag aus New York in Zürich gelandet und fliege am Samstag schon wieder zurück.

Diese Pendlerei ist doch stressig...
Ja, sicher. Das macht mir schon zu schaffen. Ich merke die Anstrengung auch mehr, weil ich ja auch nicht mehr die Jüngste bin. Ich brauche generell mehr Zeit zum Regenerieren. Aber ich wollte nach New York. Wenn man so etwas wählt, dann steckt man den «Gring abe und secklet los». Fertig.

Wie oft sind Sie noch in der Schweiz?
Ich verbringe viel Zeit in New York, pendle ständig zwischen den beiden Ländern. In der Schweiz habe ich noch zahlreiche Verpflichtungen, Castings, Repräsentationsaufgaben und Moderationen.

Die Swiss Music Awards präsentieren Sie zum fünften Mal. Warum?
Diese Verleihung ist für mich neben dem Zurich Film Festival zum besten Event der Schweiz avanciert. Er wird professionell durchgeführt, hat ein gewaltiges Echo. Und alle, die mitmachen, sind zu einer kleinen Familie geworden. Mittlerweile sind wir gute Freunde, haben Spass und sind topmotiviert.

Sind Sie ein musikalischer Mensch?
Auf keinen Fall, da bin ich sehr untalentiert. Als Kind hatte ich einmal den Traum, Schlagzeugerin zu werden. Also versuchte ich es in meiner Schauspiel-Zeit in Los Angeles eine Weile lang. Ich hatte extrem den Plausch daran, aber es ist sehr, sehr schwierig. Seitdem bewundere ich alle Schlagzeuger noch mehr.

Welche Musik hören Sie privat?
Sehr viel, ich wechsle den Stil aber oft, je nach Stimmung. Momentan ist bei mir das schwedische Duo Niki and the Dove sehr angesagt. Musik ist da, um Emotionen zu wecken, zum beruhigen oder Aggressionen rauslassen. Ausser Volksmusik und Schlager höre ich alles, obwohl ich jetzt auch Udo Jürgens mag. Ich durfte ihn kürzlich kennenlernen und bin sehr beeindruckt von ihm, seiner Musik und seinen Liedtexten.  

«Ich war noch niemals in New York» - Sie aber schon. Was machen Sie da?
In erster Linie gehe ich meiner schönsten Lebensaufgabe nach, als Mutter meines zehnjährigen Sohnes Noël. Daneben besuche ich zahlreiche Workshops, denn auch als Schauspielerin hat man nie ausgelernt. Ich habe einen grossen Freundeskreis, New York ist eine sehr kreative Stadt. So entsehen ständig Ideen und Projekte. Man versucht es, man wagt etwas. Und wenn man scheitert, dann hat man es wenigstens versucht. Diese Einstellung gefällt mir. So zu leben und zu denken, das war immer mein Ziel. Arbeiten tue ich jedoch vorwiegend in der Schweiz.

Was fasziniert Sie am «Big Apple»?
Es ist die positive Energie. In New York leben viele Europäer, deren Träume zu gross waren, als dass sie diese aufgeben wollten. Egal, wie viele Nebenjobs man macht, sei er als Taxifahrer oder an einer Bar - man macht alles, um diesem Traum nachzueifern. Man probiert es einfach. Alles, was einem am Leben hält, sind Träume und Hoffnungen. Wenn das abstirbt in einem, dann ist fertig - für mich jedenfalls. Ich denke so und finde in dieser Stadt genau diese Mentalität vor. Das einzige, was mich stört, ist der starke, schlechte Geruch, wenn es im Sommer mal richtig heiss ist.    

Wie gehts denn Ihrem Sohn?
Noël hat sich sehr gut eingelebt, geht zur Schule und hat grossen Spass als Fussballer in einem New Yorker Verein. Er wollte zwar Stürmer sein, aber bewähren tut er sich nun als extrem guter Goalie im Juniorenteam.  

Wie halten Sie sich fit?
Ich mache sehr viel Yoga - und habe nach mehreren Jahren Pause jetzt wieder mit Boxen angefangen. Das ist das beste Fitness- und Verteidigungsprogramm. Einen Pfefferspray brauche ich nicht, meine Fäuste reichen!

Wie weit ist Ihr neues Filmprojekt?
Das schreitet gut voran. Dazu kann ich nur sagen, dass es sich um einen Spielfilm handelt - und dass er sowohl in Europa wie auch in Amerika gedreht wird.

Sie sind mit Magnus Berger, 39, Gründer und Herausgeber von «The Last Magazine», zusammen...
...zu meinem Liebesleben äussere ich mich nicht. 

SRF 2 überträgt die Swiss Music Awards 2013 am Freitag, 1. März 2013, ab 20 Uhr. SI online hält Sie via Twitter auf dem Laufenden.

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