Schweizer Filmpreis «Der Abräumer bin ig!»

Gleich vier Treffer für den Schweizer Film-Hit: «Der Goalie bin ig» hat sich bei der ersten Verleihung des Schweizer Filmpreises in Zürich gegen die Konkurrenz durchgesetzt.
Erster Schweizer Filmpreis Marcus Signer Der Golie bin ig
© Keystone

Glücklicher Gewinner: «Der Goalie bin ig»-Hauptdarsteller Marcus Signer bedankt sich für den Quartz.

Mit sieben Nominationen ging er ins Rennen - gesichert hat er sich vier Preise: «Der Goalie bin ig» war der grosse Sieger an der Verleihung des Schweizer Filmpreises am Freitagabend im Zürcher Schiffbau. Der Streifen über einen herzensguten Verlierer, der in der Deutschschweiz mit mittlerweile über 68'000 Eintritten zum Kassenschlager avanciert ist, wurde zum besten Schweizer Film des Jahres gekürt.

Pedro Lenz, auf dessen Roman der Film basiert, sowie Sabine Boss und Jasmine Hoch erhielten den Quartz für das beste Drehbuch. Der Preis sei «allen marginalisierten Goalies dieser Welt» gewidmet, sagte der stolze Sieger Lenz. Der Hauptdarsteller des Streifens, Marcus Signer, durfte ebenfalls jubeln. Auch wenn alle Nominierten den Preis verdient hätten, wie er betonte.

Die weiteren Gewinner:

  • Den Quartz für die beste Darstellerin - und einzige Auszeichnung für das vier Mal nominierte Prostitutionsdrama «Taumland» - erhielt die Bündnerin Ursina Lardi. Zürichs Stadtpräsidentin Corine Mauch amtete als Laudatorin.
  • Bester Nebendarsteller wurde der junge Solothurner Dimitri Stapfer für seine Rolle im Westschweizer Film «Left Foot Right Foot». Mit der Ehrung für die beste Kamera erhielt das Werk als Überraschung des Abends noch einen zweiten Preis.
  • Dass nicht einer der vieldiskutierten Filme über Migration oder die Blocher-Doku die Auszeichnung bei den Dokfilmen erhielt, sondern Peter Liechtis Familiengeschichte «Vaters Garten - Die Liebe meiner Eltern», war ebenso eine überraschend.
  • Der Ehren-Quartz ging an den Regisseur und Publizisten Alexander J. Seiler. Bundesrat Alain Berset hielt die Laudatio und sagte, dass es in den vergangenen Jahrzehnten schwer gewesen sei, den Glauben an sozialen Fortschritt zu nähren: «Es wäre ein Leichtes, zu resignieren.» Seiler zähle jedoch zu denjenigen, die nie resigniert hätten.


Der Schweizer Filmpreis wurde dieses Jahr zum 17. Mal vergeben. Zürich war nach einer eigentlichen «Tour de Suisse» der Preisgala erstmals Gaststadt. Bis 2008 fand die Veranstaltung während der Solothurner Filmtage statt, anschliessend in Luzern. Seit vergangenem Jahr wird die Zeremonie nun abwechselnd in Genf und Zürich durchgeführt. Bei der Premiere im Schiffbau moderierte die noch wenig bekannte Bündner Sängerin und «Telesguard»-Moderatorin Maria Viktoria Haas. Auf eine TV-Übertragung mussten Filmfans allerdings verzichten, die Show war nur als Live-Stream zu sehen.

Schweizer Filmpreis 2014 Corine Mauch und Ursina Lardi
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Zürichs Stadtpräsidentin Corine Mauch übergab Ursina Lardi den Preis als beste Darstellerin.

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