Eliana Burki Schweizerin startet mit Alphorn in USA durch

Mit ihrem Instrument reist Burki um die ganze Welt. Jetzt geht für Eliane Burki ein weiterer Traum in Erfüllung: In Los Angeles bereitet sie sich auf ihr erstes US-Album vor.

Es war Liebe auf den ersten Ton. Mit fünfeinhalb Jahren hörte Eliana zum ersten Mal den Klang eines Alphorns. Sie stand in der Zieleinfahrt und wartete auf ihren Vater, den damaligen Radsport-Profi und heutigen Sportarzt Adrian Burki, und war begeistert: «Ich fand diesen tiefen, mystischen Ton extrem berührend. Ich vergass sogar, meinem Vater in die Arme zu laufen!» Zu Hause gabs einen kleinen Aufstand: Das Klavier tat ihr jetzt weh in den Ohren - sie wolle stattdessen Alphorn lernen. Mutter Erika, Pianistin und Klavierlehrerin, organisierte ihr schliesslich Stunden beim Alphorn-Guru Hans-Jürg Sommer, und alsbald spielte und komponierte Eliana nicht nur traditionelle Folklore, sondern Jazziges und Bluesiges auf dem Alphorn. Die Tracht, die sie bei ihren ersten Auftritten trug, flog den traditionellen Stücken bald hinterher. «Sie war unbequem; ich konnte darin einfach nicht atmen.»

Heute bereist Eliana Burki, 28, als Botschafterin der neuen Swissness die Welt: «Wieso sollten wir nicht wie jedes andere Land auch stolz auf unser Nationalinstrument sein?», meint sie. Mit Bligg und anderen Künstlern, die das Schweizer Element in den letzten Jahren in ihre Musik eingebaut haben, ist das Alphorn auch unter den Jungen populärer geworden. Sie selber wurde deswegen in der Schule noch ausgelacht. Aber zum Glück hatte sie ihre drei Schwestern, ihre Eltern, ihre Freundinnen und ihr Pferd. «Ich habe gelernt, meinen Weg zu gehen.» Der führte sie im Sommer mit ihrer Band Eliana Burki & iAlpinisti von Caracas nach Meran und von den USA in die Schweiz. Hier, in ihrer Heimat, wird sie ab dem 28. August unter dem Titel «Alphorn & Nordic Winds» als Solistin bei einigen klassischen Konzerten mit Streichorchester und finnischem Gesang auftreten. Dann gehts wieder nach Los Angeles, wo die Solothurnerin mit ihrem Freund Stee, 24, in einer Wohngemeinschaft mitten in der Stadt lebt.

Sie lernten sich vor zwei Jahren kennen, als Elianas Schlagzeuger kurzfristig einen Ersatz schickte: Stefan Gfeller, wie Stee eigentlich heisst, würde ihr sicher gefallen. Und ob! «Es hat sofort gefunkt», sagt sie. Ausser ihnen wohnen noch Stees Schwester Coco, ihr Freund, Profigolfer Yves Nicollier, und die amerikanische Musikerin Elyssa in der WG. Stee und Coco machen unter dem Namen Zibbz gemeinsam Pop-Rock. Sie sind als Band auch die Stars ihrer eigenen Doku-Soap auf dem Jugendsender Joiz und traten in diesem Sommer an Schweizer Festivals auf. Da Eliana und Stee nicht immer auf demselben Kontinent sein können, nutzen sie die gemeinsame Zeit intensiv: Die beiden verbindet nicht nur die Musik. Sie surfen und reiten auch gerne. Ansonsten ist das WG-Leben in L. A. nicht anders als anderswo: «Coco und ich kümmern uns um gesundes Essen und die Wäsche.» Dafür werden sie von den Männern hin und wieder zum Essen oder ins Kino eingeladen.

Seit acht Jahren pendelt Eliana Burki zwischen Solothurn und Los Angeles. Alle ihre Alben hat sie in der Schweiz und in Kalifornien aufgenommen. Und jetzt gibt sie so richtig Vollgas, hat sie doch vor Kurzem einen Vertrag in den USA unterzeichnet. Im Januar kommt die CD auf den Markt. Zusammen mit ihrem Manager John Boylan, der auch Country-Star Linda Ronstadt betreut, plant sie derzeit eine US-Tournee für 2013. Damit geht ein Wunsch in Erfüllung. Denn in den USA gibt es viel mehr Festivals für ihre Art von Musik als in der Schweiz.

Obwohl sie im Moment einen vollen Terminplan hat - unter anderem engagiert sie sich in der Höhenklinik Davos für die Alphorn-Therapie für Kinder mit Cystischer Fibrose -, denkt sie auch an eigene Kinder: «Das hat schon alles Platz nebeneinander! Das geht schon.»

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