Matthias Glarner spricht nach seinem Unfall «Ich werde wieder im Sagmehl stehen!»

Am 27. Juni stürzte Matthias Glarner zwölf Meter von einem Gondeldach in die Tiefe. Heute hat er vor Medienvertretern das erste Mal selbst den Unfallhergang geschildert.
Schwingerkönig Matthias Glarner nach Unfall Inselspital
© Keystone

Mit den Krücken an die Pressekonferenz: Matthias Glarner spricht das erste Mal nach seinem Unfall.

Zehn Tage sind seit dem Horror-Unfall von Matthias Glarner vergangen. Der Schwingerkönig stürzte von einem Gondeldach zwölf Meter in die Tiefe und zog sich schwere Verletzungen zu. Heute, Donnerstagmorgen, tritt der 31-Jährige im Inselspital Bern das erste Mal selbst vor die Medien, um über den Sturz zu sprechen.

Mit Krücken läuft er an seinen Platz. Er sieht fit aus, kann lachen und gratuliert erstmal seinem Sprecher Beni Knecht zum Geburtstag.

«Ich sah nichts, das mein Leben riskieren würde»

Dann erzählt Glarner den anwesenden Journalisten den Unfallhergang: «Ich hatte grosses Glück», setzt er an. Die Mediziner geben ihm da recht. Der Sturz aus über zwölf Metern Höhe verursachte eine Beckenringsprengung und verletzte sein Sprunggelenk schwer.

Der Unfall passierte während eines Fotoshootings der «Schweizer Illustrierten», die Glarner bei seiner tagtäglichen Arbeit an der Gondelbahn Twing-Käserstatt dokumentieren wollte. «Mir ist es wichtig zu sagen, dass ich in dem Shooting nichts sah, das mein Leben riskieren könnte», erklärt der Schwinger. «Ich habe meine tägliche Arbeit absolviert, es war ganz normal für mich.» Auch im Sagmehl sei er keiner, der Kopf und Kragen riskiere.

«Der Unfall war mein Fehler»

Glarner habe sich für das Shooting wie immer gewissenhaft gesichert. Die Rückfahrt wurde ihm dann zum Verhängnis: «Ich war mir sicher dass ich alles richtig gemacht habe», so der Meiringer. «Aber ich habe mich an der falschen Seite der Klemme am Gondelarm gesichert.» Beim Mast habe sich deshalb das Sicherungsseil verheddert. «In diesem Moment riss es mich runter», erinnert sich Glarner.

Er stellt klar: «Ich bin mir sicher, dass mit dem Material alles in Ordnung war. Der Unfall war zu hundert Prozent mein Fehler.»

Glarner habe noch versucht, das Seil zu lösen. Dabei verletzte er sich die Finger. Das Seil sei schliesslich gerissen.

Grosser Dank an alle Helfer

Der Schwinger sei immer bei Bewusstsein gewesen. «Ich fiel rückwärts auf die Gondel, dann zu Boden. Das Nächste, woran ich mich erinnere, ist, dass ich auf dem Boden lag. Ich checkte, ob alles an mir in die richtige Richtung schaut», erzählt Glarner in nüchternem Ton.

Am Boden sei Glarner von selbst aufgesessen und habe auf Hilfe gewartet. «Sie war sehr schnell vor Ort.» Der Schwinger bedankt sich besonders bei der Rega und beim Team des Inselspitals.

«Ich werde wieder im Sagmehl stehen»

Bezüglich des Schwingens zeigt sich Glarner optimistisch: «Ich werde zurückkommen und wieder im Sagmehl stehen. Das einzig Ungewisse bleibt der Zeitpunkt.» Die Ärzte sagen, Glarner könne sicher vier Monate lang keine sportlichen Aktivitäten aufnehmen.

Mit dieser Pressekonferenz wolle Mätthel Glarner die Geschichte rund um den Unfall abschliessen und in die Zukunft schauen.

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