Sebalter Sein Versprechen: «Werde bis zum ESC an Stimme feilen»

Er hat ein Anwaltspatent, Charme und einen Ohrwurm im Gepäck. Jetzt fehlt nur noch die Stimme! Bis zum Eurovision Song Contest in Kopenhagen hat Sebalter daher noch einiges zu tun.
Sebalter in seiner Stube
© Thomas Buchwalder

Musikalische Stube: Die Gitarre ist seine eigene - das Haus und die Möbel hat Sebalter von seinen Grosseltern übernommen.

Der Kühlschrank ist leer. Und das Toastbrot ist auch alle. Seit seinem Sieg in der ESC-Entscheidungsshow Anfang Februar ist Sebastiano Paù-Lessi - alias Sebalter - nur selten in seinen eigenen vier Wänden in Gubiasco TI. Am 8. Mai tritt der 28-Jährige für die Schweiz im Halbfinale des Eurovision Song Contest in Kopenhagen an. An seinem Song «Hunter of Stars» scheiden sich die Geister. Vor allem Sebalters Stimme steht in der Kritik. Der Tessiner bleibt gelassen. «Ich nehme seit einigen Wochen Gesangsunterricht», erzählt der Single-Mann. «Bis im Mai werde ich weiter an meiner Stimme feilen.» Ebenso an der Choreografie und dem Outfit. «Schliesslich ist das Finale das Ziel!» Für die Schweiz leider meist ein unerreichbares.

Sebalter kann also nur hoffen, dass sich der Traum vom ESC nicht in einen Albtraum verwandelt. Doch von den Flops der letzten Jahre lässt sich der Hobby-Musiker nicht einschüchtern. «Das Wichtigste sind Leidenschaft und Motivation» - und davon habe er viel. Auch an Erfahrung mangelt es Sebalter - sein Künstlername entstand aus Sebastiano und Alter Ego - nicht. Mit sechs Jahren begann er Geige zu spielen. Als Teenager brachte er sich selbst das Gitarrespielen bei und stand schon oft mit ­diversen Bands auf der Bühne.

Sein Geld verdient Sebastiano als Wirtschaftsanwalt in einer Kanzlei in Lugano. «Das ist die rationale Seite in mir. Die emotionale lebe ich mit der Musik aus.» Und das eine biete die Basis für das andere. «Früher habe ich davon geträumt, von der Musik leben zu können.» Ob er heute immer noch bereit dafür wäre, wisse er aber nicht. Jetzt möchte er erst mal alles für einen gelungenen Auftritt in Kopenhagen geben. «Ich dachte mir, diese Erfahrung kann sowohl nützlich wie auch spannend sein.» Gedanken an ein mögliches Resultat vermeidet er. «Wir wissen ja doch nicht, was passieren wird.» In solchen Momenten dürfe man nicht zu viel überlegen, sondern müsse einfach machen. Sein Motto: «Probieren geht über Studieren!» Da spricht wohl der emotionale Musiker und nicht der rationale Jurist aus ihm.

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