Miss Schweiz 2011 Show-Debatte: Jetzt äussern sich Karina Berger & Co.

Die Kritik um die Übertragung der Miss-Wahl im Schweizer Fernsehen reisst nicht ab. Erstmals sprechen die Verantwortlichen der Miss-Schweiz-Organisation über das mögliche Aus einer Institution.

Alina Buchschachers, 20, erste Tage als Miss Schweiz 2011 werden von einem Sturmtief überschattet: Die Show aus Lugano sei «absolut peinlich» gewesen, eine Miss-Wahl gehöre nicht ins öffentlich-rechtliche Programm, heisst es. Steht der Schönheitswettbewerb vor dem Aus? Das Schweizer Fernsehen äusserte sich am Montag: «Die Verantwortlichen  von SRF, RSI und RTS werden das Thema in den nächsten Tagen zusammen besprechen und das weitere Vorgehen definieren.»

Die Miss-Schweiz-Organisation schwieg allerdings - bis jetzt. Im Gespräch mit SI online relativiert Leiter Christoph Locher: «Ja, es lief einiges schief, aber die Show war meiner Ansicht nach gar nicht so schlecht. Die Sendungen aus dem Tessin hatten schon in früheren Jahren tiefere Quoten, die Kritik gegen das SRF ist also nicht ganz fair.»

Wieviel Einfluss hat die Miss-Schweiz-Organisation überhaupt auf Ablauf und Inhalt der Show? «Wir geben Inputs, sagen auch, wenn etwas nicht geht, aber die redaktionelle Verantwortung liegt klar bei der produzierenden Anstalt», sagt Organisatorin Karina Berger zu SI online. Christoph Locher ist mitunter für die Zusammenstellung der Jury verantwortlich. Hätte es da nicht etwas mehr Glamour vertragen? «Da gibt es klare Regeln: RSI bringt jemanden, TSR und SRF ebenso. Dann ist eine Ex-Miss-Schweiz vertreten und jemand im Namen der Schweizer Illustrierten - viel Spielraum bleibt also nicht.» Das Problem liegt für Locher viel eher im Wandel der Zeit: «Das Fernsehen kämpft mit Zuschauerschwund, genau wie die Zeitungen mit fehlenden Lesern.» Auf Online-Portalen sei ein immer grösseres Interesse vorhanden, «das Konsumverhalten verlagert sich einfach, damit müssen wir alle leben».

Für öffentliche Kritik ist Locher indes nicht zu haben. Man wolle jetzt den Entscheid von Roger de Weck zur zukünftigen Zusammenarbeit abwarten. Fakt ist: «Schönheitswettbewerbe gibt es in dieser Form seit 60 Jahren - sie sind sozusagen die Mutter aller Casting-Shows.» Organisatorin Karina Berger ist übrigens seit knapp 20 Jahren mit an Bord.

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