Xenia Tchoumitcheva Sie erklärt Italiens politische Stimmung

Nicht viele wagen sich ans Thema Politik ran, Xenia Tchoumitcheva schon. Die Vize-Miss-Schweiz 2006 nimmt in einem Interview Stellung zu Italiens Wahlen von vergangener Woche, Berlsuconis Fehltritten und zur Missstimmung im Volk.
Xenia Tchoumitcheva sorgt zurzeit für Schlagzeilen.
© David Biedert / Hugo Boss In Italien moderiert Xenia Tchoumitcheva die Wirtschaftssendung «L'Italia che funziona».

Sie ist zwar als Schönheitskönigin bekannt geworden, inzwischen spricht Xenia Tchoumitcheva, 25, aber lieber über Wirtschaft und Politik als über Mode und Beauty. Jüngstes Beispiel zeigt das Interview für Cash.ch zu den Wahlen Italiens von vergangener Woche. Für viele ein komplexes Thema, nicht aber für die studierte Ökonomin: «Es ist momentan ein totales Chaos im Land. Es gibt bei der Regierungsbildung keine Fortschritte, und seit ein paar Tagen ist auch der Papst gegangen. Sogar die Italiener lachen darüber und sagen, dass in ihrem Land nichts mehr funktioniert.» Das stimme aber natürlich nicht. Ausserhalb der Politik laufe doch alles wie zuvor.

Xenia Tchoumitcheva startet im April mit der dritten Staffel ihrer Wirtschaftssendung «L'Italia che funziona» - «Das Italien, das funktioniert». Das Format beschäftigt sich mit Unternehmen, von der Gründung bis zum Erfolg. An der Spitze eines rentablen Konzerns steht in der Regel eine starke Persönlichkeit, diese wünscht sich die Tessinerin auch für die italienische Regierung: «In meinen Augen braucht Italien eine starke Macht, einen wirklichen Leader. Es muss eine charismatische Persönlichkeit sein», zitiert die Schweizer Wirtschafts- und Finanzplattform Xenia weiter.

Silvio Berlusconi gesteht sie zwar einige Fehler zu, sagt aber gleichzeitig: «Er verkörpert diese starke und mächtige Person.» Er habe Industrien aufgebaut und viele Jobs geschaffen. Bunga-Bunga-Partys und der Prozess gegen Amtsmissbrauch seien die Fehltritte. «Sein Image ist angekrazt.» Dennoch sehe sie hier ein grosses Defizit vor allem beim Volk. Anstelle gewisse Konflikte im kleinen Rahmen zu lösen, würden die Italiener Dinge der Weltöffentlichkeit publik machen und gäben sich so weltweit der Lächerlichkeit preis.

Die Vize-Miss-Schweiz 2006 ist sich sicher: Die Italiener nehmen die Politik schon länger nicht mehr ernst. Wenn sie über Politik sprechen, dann «meistens in einem ironischen oder gar sarkastischen Ton».

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