Schwiizergoofe Sie rocken die Kinderzimmer

Hitparade, TV-Auftritte, Goldauszeichnung: Gina, Jessica, Jakob & Co. sorgen mit ihrem ersten Album für Ohrwürmer. Die «Schweizer Illustrierte» hat sechs Schwiizergoofe daheim besucht.

GINA: «ICH LACHE WIE EIN SPITZMEITLI!»
Gina ist zehn Jahre alt. Doch die Viertklässlerin aus Hünenberg ZG blickt schon auf eine siebenjährige «Gesangskarriere» zurück. Gestartet hat sie als Dreikäsehoch an der Seite von ihrem Mami im Musi-Muki. «Singen und tanzen hat mir sofort gefallen», sagt Gina. «Aber meine Familie und ich rätseln, woher ich das wohl habe.» Ihre Eltern und zwei Geschwister hören zwar gern Musik, doch Gina ist die geborene Entertainerin. Seit mehreren Jahren besucht sie die Musicalschule Voicesteps in Cham und ist so auch zu den Schwiizergoofe gestossen. «Das passt zu mir», sagt sie. «Ich lache nämlich wie ein Spitzmeitli!» Und plötzlich scheint sie eine Antwort aufs Rätsel zu haben. «Vielleicht hab ichs von meinem Grosspapi in Texas. Er spielt Alphorn und Schnuregiige!» Beides wären aber keine Instrumente für Gina - auch ihre Klarinette nicht. «Ich kann dazu nicht gleichzeitig singen, das ist blöd.» Darum will sie nach einem Jahr Instrumentenpause - das empfehlen ihr die Eltern - Gitarre spielen lernen.

JAKOB: «ICH MAG SCHNEE-EULEN»
Jakob, 10, ist Basler mit holländischen Wurzeln und leidenschaftlicher Fan des FC Basel. Selber kickt der Primarschüler aber nur im Garten. Selbstverteidigung und Unihockey, das sind seine Sportarten. «Ich bin im Sport schon ein paarmal am Boden gelegen», sagt Jakob und lacht. Auch über seinen Spitznamen im Unihockeyklub - «Putzfrau»: «Weil ich mal als Erster ausgewechselt wurde.» Neben Sport spielt der Müslüm-Fan noch Klavier und singt im Basler Kinderchor Saltando und bei den Schwiizergoofe. Schwester Jeanne, 8, verdreht die Augen. «Singen tut Jaki gut, doch als Bruder kann er mir schon auf den Wecker gehen.» Jakob lacht. «Meinem Bruder Julius habe ich, während er schlief, einmal Zahnpasta ins Gesicht geschmiert.» Für Julius, 5, ist Jakob dennoch der Grösste. Beide sind sie Abenteuer- und Fantasy-Fans. Am liebsten tun sie so, als wären sie Schneeeulen, wie Harry Potters Hedwig, verschanzen sich im Baumhaus oder kicken gegeneinander im Garten.

JADAY: «ICH WILL MIT PAPI EIN DUETT»
Reggae, Michael Jackson und The Jackson Five sowie Papi - das hört Jaday, 8, am liebsten. Schon im Alter von zwei Jahren singt sie im Auto zu Liedern von Reggae-Sänger Dennis Brown mit. Seither herrscht Kindergesang in Muri bei Bern - auf Englisch und auf Mundart. Woher sie das hat? «Von Papi. Er ist selbst Musiker.» Vater Murray, 44, stammt aus Jamaika und ist als Sing-Jay Shockin’ Murray unterwegs. «Meine Stimme erkennt sie sofort», sagt er. Und wer singt besser? «Papi. Mit ihm möchte ich mal ein Duett machen.» Bis es so weit ist, muss er weiterhin als Spielkamerad herhalten, Patient oder Verstecken spielen. Dass seine Tochter ein Schwiizergoof ist, macht ihn stolz. «Zuerst hatte ich Bedenken, da Jaday wie ich schüchtern ist», sagt er. «Doch als ich sah, wie sie auf der Bühne aufblüht, wusste ich: Auch das hat sie von mir.» Ganz in Vaters Fussstapfen treten möchte die Erstklässlerin aber nicht. Sie will Tänzerin werden und geht jede Woche ins Hip-Hop. Von wem sie das hat? «Hmm... Mami und Papi können nicht tanzen.»

NOEL: «ICH SPARE FÜR DAS SCHILD ‹Uri 1›
Bei den über vierzig Schwiizergoofe gehört Noel, 12, als Junge klar zur Minderheit. Das stört ihn nicht, im Gegenteil. «Ich mag das Spezielle.» Viele Mädchen um sich zu haben, ist für ihn aber schon fast normal. Als Siebenjähriger beginnt der Altdorfer im Kinderund Jugendchor Uri zu singen und ist da einer von vier Buben, «doch zwei haben bereits den Stimmbruch». Seit drei Jahren lernt er zudem Cello. «Das spielt nicht jeder. Ich finde eben toll, was andere nicht toll finden», sagt er stolz. Und das zieht sich konsequent wie ein roter Faden durch sein junges Leben. Noel spielt nicht Fussball, sondern geht lieber bergwandern auf den Gitschen. Er gibt sein Sackgeld nicht für Süssigkeiten aus, sondern spart schon jetzt für seinen Traum: «Ich will unbedingt das Autoschild ‹Uri 1› besitzen.» Wie Noel später sein Geld verdienen will, weiss er auch schon. «Ich möchte Planetologe werden. Doch vorher bereise ich auf der Erde jeden Kontinent.» Noel - ein Schwiizergoof mit galaktischen Zielen.

KIANA & JESSICA: «WIR SIND HALBE FREUNDINNEN»
Kiana mag Sängerin Rihanna. Jessica liebt den Song von Robin Thicke. Die zweieiigen Zwillinge, 7, aus Wettingen AG wissen einiges, das sie unterscheidet. Kiana hat Grüebli, mag Blau, Katzen und Cola. Jessica hat ein Muttermal am Hals, mag Grün, Hunde und Fanta. Doch etwas haben die Mädchen mit kroatischen Wurzeln gemeinsam: Sie sind Schwiizergoofe. Tante Nikol Camenzind, die hinter dem Projekt steckt, fragte ihre Nichten, ob sie mitsingen wollen. «Ich habe einen Solopart und töne wie ein Bub!», sagt Jessica. Kiana ist sogar dreimal zu hören. «Sie ist auch gut talentiert im Klavierspielen und kanns aus dem Kopf», lobt Jessica ihre Schwester. Die eine Minute jüngere Kiana wird verlegen. «Jessi ist dafür witzig und nervt nur am Nachmittag. Wir sind halbe Freundinnen...» Jessica konkretisiert: «...oder Kumpels.» Als solche reden sie ihre eigene Geheimsprache. Wie sie geht, da sind sie sich einig, wollen sie für sich behalten. «Aber es hat immer ein ‹la› am Schluss», so Kiana. 

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