Alexandra Maurer Sie will in Epineys Fussstapfen treten

Sie ist hip, süss und gut: Alexandra Maurer vom Jugendsender Joiz. Die Moderatorin möchte einmal so erfolgreich werden wie Sven Epiney. Und hat ihre Liebe gefunden - im Minirock.

Ein Stadtloft im Schmelztiegel? Eine Mansarde im Hippiequartier? Eine Luxus-WG am See? Nein, Alexandra Maurer, 30, lebt ganz anders, als man ahnen würde. Ihre Fans lieben ihre Klamotten, ihr loses Mundwerk und die freche Art, wie sie ihre Studiogäste interviewt. Privat schaltet die beliebte Moderatorin des Jugendsenders Joiz ganz offensichtlich gerne zwei, drei Gänge herunter. Mit Freund Steffen, 34, Chihuahua Lia und Meerschweinchen Curly lebt sie in Bassersdorf ZH. In einer Haushälfte mit Garten. Der Kiesweg zwischen Parkplatz und Hauseingang ist alles andere als Highheel-tauglich.

Seit 14 Monaten ist Joiz auf Sendung. «Die Einzigen, die anfangs an uns glaubten, waren wir selbst», sagt Alexandra Maurer. Sie moderiert «Living Room», eine Talksendung mit prominenten Gästen. Und die Musik-Shows «Coffee & Charts» und «Home Run». Zu Beginn war Joiz nur digital empfangbar. UPC Cablecom weigerte sich trotz Verfügung des Bundesamts für Kommunikation, den Jugendsender ins analoge Netz aufzunehmen. Da aus dem «banalisierten Inhalt» des Senders weder ein «kultureller noch ein gesellschaftlicher Mehrwert geschöpft werden» könne. Im Mai musste Cablecom aber nachgeben – auf Geheiss des Bundesverwaltungsgerichts.

Alexandra Maurer rührt Fertigkaffee an. Mit dem Becher in der Hand führt sie durch die drei Stockwerke. Im Gästezimmer hat sich gerade ein Arbeitskollege von ihr breitgemacht. Zuoberst unterm Dach ist ihr kleines Paradies: die Ankleide. Auf einem Stapel liegt auch der karierte Minijupe, mit dem ihre Liebesgeschichte mit Steffen begann. Die beiden arbeiteten beim selben Radio in Berlin – er im Marketing, sie moderierte mit Schweizer Akzent die Morgenshow. Das erste Mal, als er sie sah, stieg sie gerade auf seinem Stockwerk in den Lift. In diesem karierten kurzen Ding. «Hui, wer ist das?», fragte Steffen einen Kollegen. Und schickte der Neuen aus der Schweiz gleich eine Mail: «Darf ich mir den Rock mal ausborgen?» Ihre erste Reaktion: «Hä? Wer bist du denn?» Das ist jetzt knapp vier Jahre her.

Seit Oktober 2010 lebt sie wieder in der Schweiz. Steffen kam drei Monate später nach. Die Wohnung hat sie selbst ausgesucht. «Es wird ihm schon gefallen, habe ich mir gesagt.» Ihm wäre wahrscheinlich aufgefallen, dass das Ecksofa aus der Altbauwohnung in Berlin hier in Bassersdorf falsch herum steht. Aber was solls? Dafür liebt er das Grün rund ums Haus. Und die Ruhe. Den Minirock gibts noch immer, aber er verstaubt langsam in der Ankleide. «Ich ziehe ihn nicht mehr an. Er ist schon seeehr kurz», sagt sie. Und lacht ihr tiefes Lachen, das eigentlich gar nicht aus einer so zierlichen Frau kommen kann.

Sie schwärmt vom neuen Himmelbett im Garten. Wäre der Kaffeebecher nicht, würde die Hausherrin bestimmt so wild gestikulieren wie im TV. Sprechen tut sie auf jeden Fall genauso schnell und viel. Selbst während sie die Holztreppe hinuntersaust. «Das habe ich von meinem Grosi Vera. Wenn sie nicht reden kann, wird sie hässig.» Auf dem Weg zum TV-Studio in Oerlikon ruft sie die 83-Jährige regelmässig an. Dann tratschen sie über die Freisprechanlage, bis beide gut gelaunt sind. Abends guckt Alexandras Mutter Janice, sie kommt aus Jamaika, im Fernsehstudio rein. Nicht, um ihrer Tochter ein Abendessen zu bringen. Oder zu kontrollieren, ob sie auch ja lange genug gearbeitet hat. «Mami lässt sich von unserem Visagisten nach Feierabend die Augenbrauen zupfen», verrät die Tochter grinsend.

Vor kurzem ist Alexandra 30 geworden. «Eigentlich ist das Alter absolut egal. Trotzdem war es komisch – ich meine dreissig!» Die Kollegen bei Joiz haben sie gefragt, wie lange sie denn eigentlich noch moderieren dürfe. Natürlich nur zum Spass. Aber tatsächlich schraubt sie beim Jugendsender den Altersdurchschnitt etwas hoch. Wie dem auch sei, Alexandra Maurer liebt den Job beim TV. Eine Art Sven Epiney in weiblich möchte sie einmal sein. Eine, die alles Mögliche moderieren darf. Eine, der man alles zutraut. Oder die Schweizer Antwort auf die US-Talkmasterin Oprah Winfrey – «die richtige Hautfarbe dafür hätte ich schon mal».

Vorerst freut sie sich über das vergrösserte Joiz-Publikum. Im Studio ist es oft chaotisch. Laut. Das werde sich nicht ändern. «Weshalb sollten wir geordneter werden? Wir sind erfolgreich, weil wir so sind.» Alexandra Maurer bekommt jetzt einfach noch mehr Fans. Und die Schweizer Jugend auch mit Analoganschluss Inhalte, die so banal gar nicht sind.

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