Die Rothenbühler Kolumne «Sie wissen, was in der Nähe von Miststöcken gefällt»

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind. Dieses Mal berichtet er über SRF-Quiz-Chefin Sibylle Marti und ihre Eignung zur Unterhaltungschefin.
rothenbuehler_kolumne
© SRF/Oscar Alessio

Musik fürs Volk! SRF-Quiz-Chefin Sibylle Marti, 45, hat das Zeug zur Unterhaltungschefin.

Liebe Sibylle Marti

Ja, Sie wären die ideale neue Unterhaltungschefin des Schweizer Fernsehens. Denn Sie haben Stallgeruch, kennen den Stall SRF, gehören als Leiterin Quiz und Spiele schon längere Zeit zur Führungsriege. 

Als Schwyzerin und Volksmusikliebhaberin wissen Sie auch haargenau, was in der Nähe von Miststöcken gefällt. Und mit Mundartrocker und Büezer Marco Pfeuti alias Gölä, der den idealen Mix von Rockmusik und bodenständigem Schweizertum verkörpert, haben Sie zehn Jahre lang zusammengelebt. 

Im Programm seien zu viele Kühe und die Swissness ein Teufelszeug

Der SRF-Unterhaltungsstall wurde zu lange von einem Chef geführt, dem man den Schmerz ansah, den ihm die Sendungen seiner Abteilung bereitet haben. In einem internen Papier, das zu seinem Pech an die Öffentlichkeit gelangt ist, hat Christoph Gebel dies sogar prägnant ausgedrückt: definitiv zu viele Kühe und Alpen seien im Programm, die Swissness «ein Teufelszeug», er möchte nicht «ein reaktionäres Weltbild vermitteln», mehr von einer aufgeklärten und kritischen Haltung auch in der Unterhaltung. 

Damit hat er sein Kernpublikum beleidigt und einfach nicht erkannt, dass TV-Unterhaltung keine Volksaufklärung sein kann. Mit Ihnen gäbe es wieder Hoffnung. Sie kennen die Szene, Sie haben keine Berührungsängste, viele exzellente Schweizer Musiker und Unterhalter, die heute am TV kaum noch zur Geltung kommen, setzen voll auf Sie.

Und die SRG braucht Sie auch, weil man dort erkannt hat, dass die Pflege einheimischen Schaffens am Bildschirm die beste Waffe ist gegen alle Versuche, SRF zu erdrücken, sei es von den ausländischen Grosssendern, sei es von «reaktionärer» Schweizer Politik. Wünsche viel Glück!

Mit freundlichen Grüssen
Peter Rothenbühler

Auch interessant